Test Monitor Samsung C27F591FDU
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Subjektive Beurteilung

Trotz umfangreicher Messungen mit hochempfindlichen Geräten passiert es immer wieder, dass Monitore Bewegungsartefakte ohne messbaren Overdrive produzieren, dem Auge aber nicht entgehen. In diesem Teil schildern wir, wie sich die Messergebnisse visuell darstellen. Außerdem führen wir kleinere Praxistests durch, schauen mit dem Monitor Filme und spielen eine längere Zeit mit ihm.

Die Performance des C27F591FDU ist in der höchsten Stufe der Overdrive-Einstellungen in Ordnung, mehr aber auch nicht. Das größte Problem ist die unterschwellige Unschärfe bei schnell bewegten Bilder. Bei Rennsimulationen oder besonders bei Ego-Shootern bereitet das Probleme und erschwert das Schießen aus der Bewegung und strengt das Auge enorm an. Mit Bewegungsartefakten oder Koronabildung gibt es bei diesem Display dafür keine Probleme.

Überrascht im positiven Sinne waren wir von der FreeSync-Performance. Der Gültigkeitsbereich liegt zwar nur in einem sehr kleinen Bereich von 48-72 Hz, aber der C27F591FDU eliminiert Tearing in dieser Range zuverlässig. Bislang ist es uns mit keinem anderen FreeSync-Testmonitor gelungen, das enorme Zerreißen des Bildes bei dem Spiel „Titanfall“ zu unterbinden.

Samsung C27f591fdu Monitor Titanfall O Fs
Samsung C27f591fdu Monitor Titanfall M Fs
Links Titanfall ohne FreeSync, rechts mit FreeSync

Auch das Spiel „Project CARS“ machte bisher enorme Probleme und zeigte bei anderen Monitoren trotz aktivierten FreeSyncs immer wieder Zeilenversätze. Der C27F591FDU gibt hier eine absolut solide Leistung ab und zeigt, wie es geht.

Sound

Der C27F591FDU verfügt über zwei 5-Watt-Lautsprecher. Sie befinden sich hinter den Öffnungen unter dem Display und strahlen nach unten ab.

Samsung C27f591fdu Monitor Boxen
Die Lautsprecher liefern einen ordentlichen Klang

Der C27F591FDU liefert gemessen an den Dimensionen einen richtig guten Klang ab. Neben der Lautstärke kann im OSD-Menü noch zwischen den verschiedenen Klangmodi „Standard“, „Musik“, „Film“ und „Klare Stimme“ gewählt werden.

Samsung C27f591fdu Monitor Osd Ton
Es werden verschiedene Tonmodi geboten

Die Lautsprecher ersetzen zwar keine ordentlichen Computerboxen, aber zur Not kann man damit auch einen Film anschauen, ohne dass man ständig den typischen Küchenradiosound ertragen muss.

Die Lautstärke ist über die JOG-Taste auch außerhalb des OSD-Menüs einstellbar. Hierfür muss die Taste einfach nach rechts oder links gedrückt werden.

DVD und Video

Der Samsung C27F591FDU kann über die HDMI-Schnittstelle mit HD-Zuspielern wie BD-Player, Spielekonsolen oder HDTV-Empfänger verbunden werden. Der Ton wird dabei direkt an die internen Lautsprecher oder an angeschlossene Kopfhörer weitergegeben.

Die Presets im OSD-Menü nennen sich bei Samsung „MagicBright“. Hier wird auch ein Kinomodus angeboten, der sich wie bei vielen anderen Monitoren auch durch eine zu kühle Farbgebung darstellt. Hautfarben sehen dadurch fahl und ungesund aus, und es besteht auch keine Möglichkeit, dies zu ändern, da einzig die Helligkeit verändert werden kann.

Bei der Option „Standard“ ist bereits eine angenehme Leuchtdichte voreingestellt und erlaubt, die notwendigen Farbanpassungen der ebenfalls zu kühlen Farbtemperatur vornehmen zu können. Das sollte allerdings manuell passieren, da die Voreinstellungen bei „Warm1“ mit R:50, G:41, B:23 zu extrem gewählt sind. Eine minimale Verringerung des Blauwertes bringt hier bereits sehr gute Ergebnisse und man erhält natürliche Farben. Durch den sehr guten Schwarzwert wird besonders in dunklen Passagen eine ordentliche Durchzeichnung erreicht.
Ein Videoabend ist auch in einer größeren Gruppe völlig unproblematisch. Der minimale Kontrastabfall bei extremen Blickwinkeln schränkt den Filmgenuss dabei kaum ein. Außerdem bleibt die Farbgebung konstant. Auf Popcorn-Feeling muss man allerdings verzichten, da 24 Hz nicht unterstützt wird.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

In den Werkseinstellungen ist das Bildformat „Breit“ vorgegeben. Material in 1080p und 720p wird wie erwartet unverzerrt und ohne schwarze Ränder angezeigt. SD-Material wird auf die volle Panel-Höhe skaliert und folgerichtig mit schwarzen Balken auf beiden Seiten wiedergegeben.

Bei den Bildraten ist der C27F591FDU ziemlich wählerisch und zeigt nur Bildwiederholungsfrequenzen zwischen 48 Hz und 72 Hz. Zwingt man dem Monitor Aktualisierungsraten ober- oder unterhalb dieses Bereichs auf, wird das mit einem schwarzen Bild und der Fehlermeldung „ungeeigneter Modus“ quittiert. Aktualisierungsraten im „erlaubten“ Bereich werden allesamt ohne Judder wiedergegeben.

Im Handbuch wird nicht angegeben, ob Interlaced-Signale entgegengenommen werden. Angeschlossen an einen HD-Receiver, wurden Signale mit 1080i einwandfrei angezeigt. Material von einem Camcorder in 576i zittert bei Bewegungen allerdings derartig, dass man damit keinen Film anschauen möchte. Die Frage über einen verbauten Deinterlacer erübrigt sich somit.

Overscan

Diese Funktion bietet der Monitor zwar nicht direkt an, aber es wird im AV-Modus das Bild horizontal an beiden Seiten um 25 Pixel und vertikal jeweils um 20 Pixel vergrößert.

Farbmodelle und Signallevel

Der C27F591FDU erwartet am HDMI-Eingang PC-Level (voller Tonwertumfang 0-255) und ist daher in der Lage, den vollen Tonwertumfang (0-255) zu nutzen. Angeschlossen an einen BD-Player, erwartet der C27F591FDU in unserem Fall weiterhin PC-Level, aber es wird Videolevel (eingeschränkter Tonwertumfang 16-235) ausgegeben. Eine flaue Farbwiedergabe ist das Ergebnis. Hier muss händisch im OSD-Menü der PC-/AV-Modus von PC auf AV umgestellt werden.

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