Test Monitor Samsung F2380
5/6

0
2527

Reaktionsverhalten

Laut Hersteller beträgt die Reaktionszeit des F2380 acht Millisekunden. Auf eine Overdriveschaltung konnten wir keine Hinweise finden. Jedoch gibt es im Menü eine Einstellung, in der die Reaktionszeit zwischen den Stufen „normal“, „schneller“ und „schnellstens“ geregelt werden kann.

Samsung F2380 Monitor Samsung F2380 Spiel Motorstorm
Bild aus dem Playstation-3-Offroadrennspiel Motorstorm.

In den ersten synthetischen Tests begegnete uns sogleich der Albtraum aller ambitionierter Spieler: Schlieren – Schlieren, die man von TFTs heutiger Zeit in diesem Ausmaß nicht mehr kennt. Gerade bei dunkleren Tönen fallen sie sehr stark auf: Sei es beim Verschieben von Fenstern, in besonderen Szenen in Filmen oder Spielen, selbst schon beim Scrollen von Bildschirminhalten. Auffällig ist, dass beim Wechsel von unterschiedlich hellen sowie von hellen zu dunklen Farbtönen nahezu keine Schlierenbildung vorhanden ist. Nur beim Wechsel zweier unterschiedlicher dunklerer Farbtöne wirkt sich das Problem besonders stark aus: Wie auf dem Testbild zu erkennen ist, besteht ein immenser Unterschied zwischen dem Wechsel von Blau zu Weiß und von Blau zu Dunkelgrau. Der Wechsel der Reaktionszeit-Einstellungen im Menü brachte nicht ansatzweise eine Besserung.

Samsung F2380 Monitor Samsung F2380 Schlieren
Deutlich unschön: die Schlierenbildung bei einem synthetischen Test.

In den meisten Shootern fällt die Schlierenbildung dagegen kaum auf. Zum Problem werden sie in dunklen Passagen. Dazu kommt die undifferenzierte Darstellung dunkler Farbtöne, durch die der Gang durch eine dunkle Höhle oder einen Tunnel schon fast einem Blindengang nahekommt.

Samsung F2380 Monitor Samsung F2380 Spiel Quake
Bild aus dem sehr schnellen Shooter Quake 3.

Dennoch ist die Steuerung – insbesondere für ein VA-Panel – sehr direkt und ein eventueller Inputlag ist absolut nicht zu spüren. Hier stellt sich die Frage: Was ist für einen Gamer am TFT wichtiger: ein niedriger Inputlag oder eine geringe Schlierenbildung? Optimal wäre es, ein Mittelmaß zu finden, das beiden Ansprüchen genügt, und den Overdrive so einzustellen, dass der Lag und die Schlieren auf niedrigem Niveau bleiben und eine gewisse Balance entsteht. Dies ist Samsung beim F2380 absolut nicht gelungen. Spieler, denen es vor einer Schlierenbildung graut, sollten vom F2380 auf jeden Fall Abstand nehmen.

Samsung F2380 Monitor Samsung F2380 Spiel Anno
Bild aus dem Aufbaustrategiespiel Anno 1404.

Inputlag

Wie bereits angesprochen, ist die Steuerung beim F2380 für ein VA-Panel sehr direkt. Bestätigt wurde dies bei unserem Inputlag-Test.

Für die Messung wurde hierfür ein neues Tool namens SMTT eingesetzt, welches eine hardwarebeschleunigte Bildausgabe über Direct3D verwendet, um mehrere hochpräzise Counter gleichzeitig anzuzeigen und sonstige Verzögerungen, die die Messung beeinflussen könnten, zu minimieren.

Dazu wurde das Bild vom F2380 auf eine Röhre geklont und fotografiert. Die neusten dargestellten Werte können so miteinander vergleichen werden, um ein Urteil über die Ausmaße des Lags zu fällen.

Samsung F2380 Monitor Samsung F2380 Inputlag
Der Samsung F2380 wies einen Durchschnittslag von 7 ms auf.

Bei den Messungen zeigte sich eine durchschnittliche Latenz von geringen sieben Millisekunden, was deutlich unterhalb von einem Frame (etwa 16,7 ms) liegt. Die Streuung der Werte war sehr gering: Als einzige „große“ Ausreißer konnten wir einmal einen Lag von zwei und einmal einen Lag von elf Millisekunden verzeichnen.

Für Geräte mit verbautem VA-Panel stellt dieses Ergebnis die neue Referenz dar. Hardcorespieler werden daher wohl dennoch auf einen schnelleren TFT mit TN-Panel oder einen CRT zurückgreifen. Für Otto-Normalverbraucher ist ein Inputlag meist gar nicht wahrnehmbar. Trotzdem reagiert jeder Mensch anders auf Verzögerungen, die einerseits durch die Grundlatenz des PC-Systems und andererseits durch die Verzögerung des Bildschirms entstehen.

Input-Lag-Messungen, basierend auf der Fotomethode, sind prinzipiell ungenau und können keine exakten Ergebnisse liefern. Mit einem gemittelten Inputlag von sieben Millisekunden fällt der Monitor aber in die Kategorie der Geräte, die höchstwahrscheinlich null, maximal ein Bild Latenz aufweisen.

DVD und Video

In diesem Abschnitt geht es allein um die Darstellungsqualität von Filmen. Die Zuspielung externer Videoquellen wird in einem späteren Abschnitt behandelt.

Der F2380 akzeptiert am DVI-Eingang auch HDCP-verschlüsselte Signale. Einer Zuspielung von Blu-rays oder HD-DVDs über den Rechner steht also nichts im Wege.

Samsung F2380 Monitor Samsung F2380 Film 1
Blu-ray-Film „Hancock“.

Bei der Qualität der Filmwiedergabe können wir nur die Ergebnisse des Spieletests wiederholen: In bestimmten Szenen zeigen sich teilweise auffällige Schlieren. Auch in dunklen Szenen macht der Filmgenuss keinen Spaß. Als Vergleich haben wir eine kleine Collage erstellt, die das „Absaufen“ der dunklen Farbtöne des F2380 gegenüber dem Dell Ultrasharp 2408WFP darstellt. Man beachte besonders im zweiten Bild die undifferenzierte Darstellung von Haaren und Kleidung:

Samsung F2380 Monitor Samsung F2380 Scrubs Collage
Zwei VA-Panel im Vergleich: Links das Testgerät Samsung F2380, Links der Dell Ultrasharp 2408 WFP. Die Helligkeit beider Monitore wurde auf 140 cd/m² geregelt, die Bilder stammen je aus demselben Foto unter nahezu identischem Blickwinkel und sind – abgesehen vom Schnitt – unbearbeitet (Filmmaterial: DVD: Scrubs – Die Anfänger; dritte Staffel).

Neben diesem Problem ist an der Wiedergabequalität von Filmen nichts auszusetzen. Farben wirken realitätsnah, Lichthöfe sind nicht zu erkennen, der Kontrast ist hoch und Schwarz ist echtes Schwarz.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen