BRANDHEISS

Test Monitor Samsung U28D590D
6/7

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim Samsung U28D590D messen wir in der Stellung „Schnellstens“ mit 10,8 Millisekunden bei 60 Hz eine kurze Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 2 Millisekunden sehr schnell. Insgesamt 12,8 Millisekunden für die mittlere Gesamtlatenz qualifizieren den Monitor selbst für schnelle Spiele.

Etwas ungewöhnlich ist, dass sich die Latenz in den einzelnen Overdrive-Positionen verändert. So beträgt die Latenz 25,2 Millisekunden bei „Standard“, 13,2 Millisekunden bei „Schneller“ und 10,8 Millisekunden bei „Schnellstens“.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des Samsung U28D590P arbeitet mit White-LEDs. Die Helligkeit wird mit dem verbreiteten PWM-Verfahren (Pulsweitenmodulation) gesteuert. Nur bei 100 % Helligkeit leuchtet die Hintergrundbeleuchtung kontinuierlich.

Bei 140 cd/m² Helligkeit beträgt die Frequenz 244 Hz. In der Regel sollte mit dieser Frequenz noch kein Bildflimmern wahrnehmbar sein.

Samsung U28d590d Monitor Backlight
LED-Backlight mit PWM Helligkeitsregelung.

Subjektive Beurteilung

Die native Auflösung benötigt bei aktuellen Spielen und mittleren Details schon sehr leistungsfähige Grafikkarten. Wir haben daher mit Counterstrike Source ein nicht mehr ganz so aktuelles und damit auch nicht so grafiklastiges Spiel im Betrieb mit einer Radeon R9 270 getestet. Obwohl die Grafikkarte laut Überwachungsprogramm noch nicht mit ihrer maximalen Leistung lief, hatten wir im Spiel häufige Bildaussetzer, also das Anzeigen von einem schwarzen Bildschirm für etwa eine Sekunde. Mit dem Strategiespiel Starcraft 2 haben wir diesen Effekt überprüft.

Eingestellt haben wir die native Auflösung und ansonsten alle Grafikeinstellungen auf den niedrigsten Wert gesetzt. Gespielt haben wir auf einer kleinen Map gegen den Computer und mussten schon nach wenigen Sekunden den ersten Bildaussetzer feststellen. Die Bildaussetzer häuften sich im Verlauf des Spieles und die Grafikkarte erreichte auch häufiger ihre Maximalleistung. Beide Spiele liefen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln dagegen auch mehrere Stunden problemlos und ohne Bildaussetzer. Dank der guten Interpolationsleistung muss dabei auch kaum mit Abstrichen gelebt werden, so dass auch Anwender, die keine absoluten High-End-Karten besitzen, das Gerät für Spiele verwenden können.

Der Spielemodus ist, anders als vom Hersteller auf der Website beschrieben, nicht mit einem Klick aktivierbar. Es muss daher erst das Menü aufgerufen und der entsprechende Punkt ausgewählt werden. Nach der Aktivierung wirken helle Bereiche heller und dunkle Bereiche dunkler. Spiele wirken so sehr ansprechend, allerdings zeigen unsere Messungen in einem früheren Abschnitt des Testes, dass dieser Modus sehr stark in die Darstellung des Gerätes eingreift und von einer natürlichen Farbdarstellung nicht mehr gesprochen werden kann.

Minimale Schlieren waren bei dem Monitor ansonsten in jedem Modus ausmachbar, diese sind aber bei allen Geräten sichtbar, die nicht auf mindestens 120 Hz setzen. Die Unterschiede in der Latenz und bei der Reaktionsgeschwindigkeit werden wohl nur Hardcoregamer feststellen können, subjektiv empfanden wir keinen Schnelligkeitsunterschied zwischen „Schneller“ und „Schnellstens“ und würden den ersten Modus daher für den Dauerbetrieb empfehlen, da dieser weniger Artefakte oder Doppelkonturen zeigt.

Sound

Tonsignale können per HDMI oder DisplayPort zugespielt werden. Lautsprecher besitzt der Monitor keine, die Tonsignale müssen daher über den Audioausgang an einen Kopfhörer oder externe Boxen weitergeleitet werden. Einstellbar ist im Menü daher auch nur die Lautstärke der Ausgabe.

DVD und Video

Der Monitor besitzt zwei HDMI-Anschlüsse, die wir für die Verbindung mit dem Blu-Ray-Player genutzt haben. Die volle Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln lässt sich über diesen Anschluss nur mit 30 Hz darstellen. Die kleinere Auflösung 1.920 x 1.080 kann dagegen wie gewohnt auch mit 60 Hz betrieben werden. Der HDMI-Anschluss sollte daher nur für die Filmwiedergabe genutzt werden, für einen Anschluss an den PC empfehlen wir den DisplayPort.

Ein 28 Zoll Gerät mit einer 16:9 Auflösung bietet sich auch für die Betrachtung von Filmen an. Die richtige Sitzposition sollte bei einem Gerät mit TN-Panel aber nicht unterschätzt werden, vor allem weil sich die Position des Monitors kaum verstellen lässt. Gerade aus einer niedrigeren Position, wie zum Beispiel einem Sofa oder Bett, treten sehr schnell Farbverfälschungen auf, die auch von ansonsten unkritischen Personen wahrgenommen werden sollten.

Der Monitor besitzt einen Modus für Filme, von dem wir aber ganz klar abraten. Das Bild zeigt nach der Aktivierung zu starke Kontraste, erzeugt damit harte Schatten und wirkt zudem stark überschärft.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

1080p und 720p Auflösungen konnten bildschirmfüllend und ohne Verzerrungen auf dem Gerät dargestellt werden. 4:3 Auflösungen ließen sich ebenfalls seitengerecht darstellen, allerdings nur mit schwarzen Balken an den Seiten. Im Bild-in-Bild Modus wurde ein 4:3 Bild entsprechend an den Seiten verkleinert dargestellt, also keine seitlichen schwarzen Balken angezeigt. Die Auswahl 4:3 bei der Bilddarstellung ist allerdings nur auswählbar, wenn das Signal des externen Zuspielers im OSD des Monitors auf AV umgestellt wird.

Samsung U28d590d Monitor 24hz
Samsung U28d590d Monitor 50hz
24 Hz und 50Hz Signale können dargestellt werden.

Bei der Bildrate war das Gerät sehr flexibel, beachten werden sollte aber die Beschränkung auf maximal 30 Hz bei der Zuspielung per HDMI und nativer Auflösung. Eine 1080p Auflösung konnte dagegen mit 24, 50 und 60 Hz wiedergegeben werden und genau diese Werte waren per DisplayPort und nativer Auflösung auch über den Grafikkartentreiber einstellbar. Der Juddertest konnte allerdings nur bei 60 Hz bestanden werden.

Wir vermuten, dass das Gerät keinen Deinterlacer besitzt. Ein Zittern im Menü war ebenfalls nicht auszumachen und auch abgespielte Videos zeigten nur teilweise ein leichtes Stocken.

Overscan

Das Gerät besitzt keine Overscaneinstellung. Wird eine externe Quelle im AV Modus betrieben, kann das gesamte Bild aber jeweils drei Stufen nach oben, unten, links oder rechts geschoben werden. Abgeschnitten wird das Bild dabei nicht, sondern als gesamte Einheit in die gewünschte Richtung verschoben.

Christian Kraft

... ist seit 2010 im Team und verfasst Testberichte für Monitore. Neben seinen Vorlieben für die Fotografie und der koreanischen Küche hatte er schon immer eine Leidenschaft für Computerspiele. Früher als reiner PC-Spieler und heute als Gamerscore-Jäger auf der Xbox.

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