Test Monitor Samsung U32D970Q
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Natural Color Expert

Hardware-Kalibrierung

Samsung legt dem Monitor die Software „Natural Color Expert“ bei, die eine Hardware-Kalibrierung ermöglicht. Die Software dürfte durch die meisten Nutzer intuitiv bedienbar sein, da sie auch einen Modus besitzt, der fast jede Einstellung mit einem Beispielbild und einer Kurzerläuterung anzeigt. Grundsätzlich werden in der Software Ziele definiert, ein Colorimeter auf den Monitor gesetzt und der Software anschließend die Arbeit überlassen.

Wir beschreiben nachfolgend kurz den Ablauf für das Anlegen eines neuen Ziels mit manueller Eingabe der Daten. Alternativ können auch bereits vorhandene Ziele verändert oder theoretisch auch farbmetrische Daten aus ICC-Profilen ausgelesen werden. Wieso dies in der Praxis kaum Relevanz haben wird, beschreiben wir in dem folgenden Abschnitt.

Samsung U32d970q Monitor Natural
Einstellmöglichkeiten im Profimodus.

Gewählt haben wir als Basis den nativen Monitorfarbraum, um flexibel mit Farbmanagement-fähigen Programmen umgehen zu können. Alternativ können aber spezielle Farbmodi gewählt oder eine Vorgabe bei den xy-Normfarbwertanteilen eingegeben werden.

Anschließend können die Helligkeit, der Schwarzpegel, der Weißpunkt und der Gammawert gewählt werden. Die von uns gewählten Einstellmöglichkeiten sollten auf dem Screenshot ablesbar sein, so dass wir diese hier nicht erneut aufgelistet haben.

Die Einstellungen werden nach der anschließenden Kalibrierung in einem ICC-Profil gespeichert, bei dem keine weiteren Auswahlmöglichkeiten bestehen; auch LUT-Profile werden nicht generiert. Es kann außerdem zwischen drei Speicherplätzen im OSD gewählt werden, in dem die ermittelten Werte hinterlegt werden. Nachträgliche Anpassungen im OSD sind nicht möglich. Wird zum Beispiel das Profil „Kalibrierung 1“ ausgewählt, kann die Helligkeit dort nicht mehr angepasst werden. Anpassbar ist diese nur durch eine komplett neue Kalibrierung, die über die Software aber vergleichsweise schnell durchführbar ist.

Farbraum-Emulationen

Wie oben beschrieben, lassen sich für die Farbraum-Emulation theoretisch ICC-Profile einlesen. Dies funktionierte mit verschiedenen getesteten Profilen allerdings nicht. Es erschien immer die Meldung „Ausgewählte Datei ist ein ungültiges NEC-Profil“. Wir gehen daher davon aus, dass nur Profile eingelesen werden können, die das Programm vorher selber erstellt hat, wodurch in der Praxis kaum ein Vorteil entsteht. Durch Drittprogramme erstellte fertige Transformationen lassen sich ebenfalls nicht über das Programm in die LUT des Monitors laden.

Eine Farbraum-Emulation kann daher nur durch die vorgegebenen Profile oder eine manuelle Eingabe der xy-Normfarbwertanteile erfolgen. Den sonst üblich vermessenen Farbraum ECI-RGB 2.0 konnten wir entsprechend nicht emulieren, wir haben stattdessen aber den vorhandenen Modus Rec.709 vermessen.

Nachfolgend haben wir die Farbraum-Emulation für die Simulationen von sRGB, AdobeRGB und Rec.709 genutzt. Die Messungen gegen den jeweiligen Arbeitsfarbraum werden ohne Farbmanagement durchgeführt. Ein CMM kommt also nicht zum Einsatz.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Samsung U32d970q Monitor Simulationsrgb
 

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der AdobeRGB-Emulation mit AdobeRGB

Samsung U32d970q Monitor Simulationargb
 

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der Rec.709-Emulation mit Rec.709

Samsung U32d970q Monitor Simulation709
 

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Wie die drei obigen Grafiken zeigen, wurden die Farbraumtransformationen perfekt umgesetzt. Dadurch werden definierte Darstellungen auch ohne den Einsatz von ICC-Profilen ermöglicht und damit die Freiheiten des Anwenders vergrößern.

Interpolation

Im PC-Betrieb können Auflösungen, die kleiner als die native Darstellung mit 3.840 x 2.160 Pixeln sind, auf Vollbild gestreckt oder seitengerecht vergrößert dargestellt werden. Eine 1:1-Darstellung ist über das OSD nicht möglich und muss bei Bedarf über den Grafikkartentreiber erzwungen werden.

Wir haben verschiedene Auflösungen durchprobiert und bei keiner dieser Auflösungen Probleme bei der Darstellung gehabt. Sie wurden im Gegenteil alle sehr scharf dargestellt, ohne dass dafür im OSD weitere Einstellungen verändert werden musste. Auch die beiden von uns gegenübergestellten Auflösungen mit 1.920 x 1.080 und 1.280 x 720 Pixeln erreichten perfekte Ergebnisse.

Dass vor allem die Full-HD-Auflösung sehr gut abschneidet, hat uns wenig verwundert, da sie genau ein Viertel der UHD-Auflösung beträgt und damit im eigentlichen Sinne nicht interpoliert werden muss. Aber auch die kleinere 16:9-Auflösung zeigte eine sehr gute Darstellung und nur minimale Unschärfen, so dass auch in dieser Auflösung problemlos lange Zeit gearbeitet werden kann.Für Spieler dürften diese Eigenschaften ebenfalls wichtig sein, da diese selten in der nativen Auflösung spielen können, weil für aktuelle Games bei der hohen Auflösung eine sehr potente Grafikkarte benötigt wird.

Samsung U32d970q Monitor Gitter2160
Samsung U32d970q Monitor Gitter1080
Samsung U32d970q Monitor Gitter1080
Testgrafik; links: native, mittig: 1.920 x 1.080, rechts 1.280 x 720.
Samsung U32d970q Monitor Text2160
 
Samsung U32d970q Monitor Text1080
 
Samsung U32d970q Monitor Text720
Textwiedergabe; oben: native, mittig: 1.920 x 1.080, rechts 1.280 x 720.

Reaktionsverhalten

Den Samsung U32D970Q haben wir in der nativen Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 8 Millisekunden (GtG) angegeben. Die Overdrive-Funktion besitzt drei Reglerpositionen: „Standard“, „Schneller“ und „Schnellstens“. In der Werkseinstellung ist die Reglerposition „Schneller“ aktiviert.

Der Color-to-Color (CtC) Messwert geht über die herkömmlichen Messungen von reinen monochromatischen Helligkeitssprüngen hinaus, schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunkts gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

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... ist seit 2010 im Team und verfasst Testberichte für Monitore. Neben seinen Vorlieben für die Fotografie und der koreanischen Küche hatte er schon immer eine Leidenschaft für Computerspiele. Früher als reiner PC-Spieler und heute als Gamerscore-Jäger auf der Xbox.

1 KOMMENTAR

  1. Ich sitze mal wieder vor diesem Monitor und bin entsetzt über die mangelhafte Schärfe. Das Bild ist einfach super-unscharf für die angebliche Pixeldichte. Wenn man die Schärfe auf 0 herunter regelt, sieht das Bild extrem verwaschen aus. Ich habe mir den Spass erlaubt und die Pixel mit einem anderen Monitor gleicher Größe und Auflösung anhand von Fotos verglichen und erhalte ein seltsames Ergebnis. Was an Monitor 1 mit 19 Pixeln dargestellt wird, ist auf dem Samsung mit 12 Pixeln zu sehen. Allerdings wechselt die Pixelgröße am Samsung reihenweise: Kleiner, deutlich größer aber mit einem verwaschenen Strich in der Mitte. Samsung verkauft hier eine Mogelpackung und ich kann nicht fassen, dass das niemandem auffällt. Gilt übrigens auch für Farbunreinheiten an den Rändern, die ganz offensichtlich sind.

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