Test Monitor Samsung U32D970Q
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Overdrive „Standard“

Wir ermitteln den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 13,9 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 8,1 Millisekunden. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 12,4 Millisekunden. Der CtC-Wert ist mit 8,6 Millisekunden bereits schnell. Der Helligkeitsverlauf (GtG 80-50 %) zeigt bereits deutliche Ausschläge. Doppelkonturen und Artefakte können teilweise wahrgenommen werden. Leider gibt es keine Möglichkeit, den Overdrive komplett abzuschalten. Das verwundert bei einem Monitor, der für die Bildbearbeitung konzipiert wurde, dann doch etwas.

Samsung U32d970q Monitor Schaltzeiten Overdrive Standard
Samsung U32d970q Monitor Gtg Overdrive Standard
Mittlere Schaltzeiten und bereits kräftige Überschwinger.

Overdrive „Schneller“

Mit dem Anschalten der Pixelbeschleunigung auf „Schneller“ kommt das PLS-Panel mehr in Fahrt. Der Schwarz-Weiß-Wechsel erhöht sich auf 16,1 Millisekunden. Den schnellsten Grauwechsel messen wir mit 6,8 Millisekunden und der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 11,7 Millisekunden. Der CtC-Wert erreicht in dieser Stellung schnelle 5,6 Millisekunden. Der Helligkeitsverlauf (GtG 80-50 %) verändert sich zum Modus „Standard“ kaum, auch in dieser Stellung sind Artefakte und Doppelkonturen zu beobachten.

Samsung U32d970q Monitor Schaltzeiten Overdrive Schneller
Samsung U32d970q Monitor Gtg Overdrive Schneller
Etwas beschleunigte Schaltzeiten und deutliche Überschwinger.

Overdrive „Schnellstens“

Mit dem Anschalten der Pixelbeschleunigung „Schnellstens“ nimmt der Samsung U32D970Q richtig Fahrt auf. Der Schwarz-Weiß-Wechsel beträgt jetzt 12 Millisekunden. Der schnellste Grauwechsel beträgt 1,8 Millisekunden und der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte halbiert sich auf 5,2 Millisekunden. Der CtC-Wert sinkt auf extrem schnelle 1 Millisekunde. Hier hat Samsung allerdings den Overdrive klar zu sehr ausreizen wollen. Das Ergebnis ist schlecht und die Überschwinger sprengen komplett unsere Grafik. Artefakte und Doppelkonturen sind sehr deutlich auszumachen. Dieser Modus ist faktisch für niemanden wirklich sinnvoll nutzbar.

Samsung U32d970q Monitor Schaltzeiten Overdrive Schnellstens
Samsung U32d970q Monitor Gtg Overdrive Schnellstens
Schnellere Schaltzeiten bei extremen Überschwingern.

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Samsung U32d970q Monitor Netz Overdrive Standard
Samsung U32d970q Monitor Netz Overdrive Schneller
Reaktionszeiten Overdrive „Standard“ (links) und „Schneller“ (rechts).
Samsung U32d970q Monitor Netz Overdrive Schnellstens
Reaktionszeiten Overdrive „Schnellstens“.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim Samsung U32D970Q messen wir mit 36 Millisekunden eine sehr lange Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 2,6 Millisekunden sehr schnell. Insgesamt beträgt der Gesamtwert für die mittlere Gesamtlatenz allerdings hohe 38,6 Millisekunden.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des Samsung U32D970Q arbeitet mit GB-r-LEDs. Die Helligkeit wird mit dem verbreiteten PWM-Verfahren (Pulsweitenmodulation) gesteuert. Zwar sind auch bei 100 % Helligkeit auf dem Digitaloszilloskop Pulse mit einer Frequenz von 167 Hz messbar, jedoch sind diese sehr kurz und vom Auge nicht erfassbar. Auch bei reduzierter Helligkeit sollte die Hintergrundbeleuchtung für die Augen nicht anstrengend sein.

Samsung U32d970q Monitor Backlight
LED-Backlight mit PWM-Verfahren (Pulsweitenmodulation).

Subjektive Beurteilung

Die Reaktionszeit liegt auf der schnellsten Stufe in einem Bereich von einem Profi-Gaming-Monitor. Je nach Spiel wirkt diese allerdings eher so, als ob mit einem uralten Monitor mit VA-Panel gespielt würde, da sichtbare Doppelkonturen auftreten, die wie starke Schlieren wirken. In der Praxis ist dieser Modus daher nur in Ausnahmefällen einsetzbar. Die hohe Latenzzeit würde das Gerät für Hardcore-Spieler aber auch ohne diesen Effekt fast unbrauchbar machen.

Gelegenheitsspieler sollten das Gerät auf der kleinsten Overdrive-Stufe betreiben, da auch dort schon eine ausreichend schnelle Reaktionszeit geboten wird. Die hohe Latenz dürfte diese Gruppe zudem deutlich weniger stören. Die üblichen Schlieren, die bei Geräten ohne 120- oder 144-Hz-Modus auftreten, sollten von dieser Gruppe ebenfalls tolerierbar sein.

Für ein paar Spielchen zwischendurch ist das Gerät daher für Gelegenheitsspieler auch geeignet, diese benötigen für die hohe Auflösung aber zusätzlich eine sehr potente Grafikkarte. Durch die gute Interpolationsleistung beziehungsweise das genaue Verhältnis von 4:1 gegenüber der Full-HD-Auflösung sind Spiele ohne große Einbußen bei der Darstellungsqualität aber auch in dieser Auflösung spielbar.

Sound

Soundsignale können per HDMI oder DisplayPort zugespielt werden. Ausgegeben werden können sie nur über den Kopfhörerausgang, da das Gerät keine internen Lautsprecher besitzt. Anpassbar ist im OSD daher auch nur die Lautstärke.

DVD und Video

Der Monitor besitzt einen HDMI-Anschluss, über den wir den Blu-ray-Player für die meisten nachfolgenden Tests angeschlossen haben.

Bei jedem Anschluss kann definiert werden, ob dieser im PC- oder AV-Modus betrieben werden soll. Wird der AV-Modus gewählt, ändern sich die wählbaren Farbprofile. Auswählbar sind dann die Profile „Dynamisch“, „Standard“, „Film“ und „Benutzerdefiniert“. Der Filmmodus zeigt das Bild weicher und mit mehr Kontrasten an, was uns für diesen Einsatzzweck sehr gut gefallen hat.

Die Größe des Bildschirms und das 16:9-Format ermöglichen es, das Gerät auch als TV-Ersatz nutzen zu können. Der Bild-in-Bild-Modus bringt in diesem Bereich zudem zusätzlich einen Bonuspunkt.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Wird in den AV-Modus gewechselt, erscheint bei der Bilddarstellung zusätzlich die Option 4:3, wodurch sich auch diese Auflösungen unverzerrt darstellen lassen. Kleinere 16:9-Auflösungen wie 1.920 x 1.080 und 1.280 x 720 können erwartungsgemäß auf das Vollbild gestreckt ohne Verzerrungen angezeigt werden. Zu beachten ist dabei aber eine Besonderheit. Neben der Darstellung 4:3 stehen 16:9 und „Bildanpassung“ zur Auswahl.

Die Darstellung 16:9 gibt Kinoformate zwar unverzerrt wieder, beschneidet diese aber seitlich, um die schwarzen Balken im oberen und unteren Bereich verkleinern zu können. Der Modus wirkt also wie ein eingebauter Overscan-Effekt. Anwender, die mit etwas größeren schwarzen Balken leben können und dafür auch die äußeren Bereiche des Bildes angezeigt bekommen möchten, müssen die Einstellung „Bildanpassung“ wählen. Bei dieser Option wird das Bild im Original-Seitenverhältnis ohne Abschnitte an den Seiten angezeigt.

Das Gerät besitzt noch nicht den aktuellen HDMI-2.0-, sondern nur den 1.4-Anschluss, wodurch Material mit der vollen UHD-Auflösung nur mit maximal 30 Hz zugespielt werden kann. Filme in Full-HD-Auflösung lassen sich dagegen auch bei 60 Hz anzeigen. Eine Darstellung mit 50 Hz ist ebenfalls möglich, der Judder-Test konnte unter dieser Einstellung allerdings nicht bestanden werden.

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... ist seit 2010 im Team und verfasst Testberichte für Monitore. Neben seinen Vorlieben für die Fotografie und der koreanischen Küche hatte er schon immer eine Leidenschaft für Computerspiele. Früher als reiner PC-Spieler und heute als Gamerscore-Jäger auf der Xbox.

1 KOMMENTAR

  1. Ich sitze mal wieder vor diesem Monitor und bin entsetzt über die mangelhafte Schärfe. Das Bild ist einfach super-unscharf für die angebliche Pixeldichte. Wenn man die Schärfe auf 0 herunter regelt, sieht das Bild extrem verwaschen aus. Ich habe mir den Spass erlaubt und die Pixel mit einem anderen Monitor gleicher Größe und Auflösung anhand von Fotos verglichen und erhalte ein seltsames Ergebnis. Was an Monitor 1 mit 19 Pixeln dargestellt wird, ist auf dem Samsung mit 12 Pixeln zu sehen. Allerdings wechselt die Pixelgröße am Samsung reihenweise: Kleiner, deutlich größer aber mit einem verwaschenen Strich in der Mitte. Samsung verkauft hier eine Mogelpackung und ich kann nicht fassen, dass das niemandem auffällt. Gilt übrigens auch für Farbunreinheiten an den Rändern, die ganz offensichtlich sind.

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