Test MSI MPG Artymis 323CQR: Gaming mit 1000-R-Wölbung
6/8

0
6115

Subjektive Beurteilung

Gerade beim Gaming spielt das stark gewölbte Display des MSI MPG 323CQR seine Stärken aus. Man fühlt sich mittendrin im Geschehen. Zu nah sollte man aber auch wieder nicht sitzen, ansonsten lässt sich nicht mehr der gesamte Bildschirminhalt auf einen Blick erfassen. Die Pixelbeschleunigung kann problemlos auf die höchste Stufe „Am schnellsten“ eingestellt werden, da es keinen negativen Einfluss auf die Bildqualität gibt. Wegen der WQHD-Auflösung ist zudem der Anspruch an die PC-Hardware nicht so groß, und es können je nach Spiel auch mit älterer Hardware hohe Frameraten erreicht werden.

Spielszene aus dem Ego-Shooter Call of Duty: Modern Warfare
Spielszene aus dem Ego-Shooter Call of Duty: Modern Warfare

Gaming-Funktionen

Adaptive Sync (FreeSync Premium) und MPRT

Um Tearing zu verhindern (das horizontale Zerreißen der Bildanzeige), ist die Synchronisation der Bildwiederholfrequenz des Monitors mit der Bildrate, die von der Grafikkarte geliefert wird, sehr wichtig. Allerdings haben Bildschirme früher nur entweder FreeSync und damit die Synchronisierung mit einer AMD-Grafikkarte oder G-Sync in Kombination mit einer NVIDIA-Grafikkarte unterstützt. Damit ein Display nicht mehr nur auf einen Grafikkartentyp eingeschränkt ist, wurde Adaptive Sync eingeführt – eine Technologie, die beide Welten bedienen kann.

Wenn der MSI MPG 323CQR an einer AMD-Grafikkarte betrieben wird, unterstützt der Monitor laut Datenblatt FreeSync Premium. Leider besitzt der Proband keine NVIDIA-Verifizierung und bietet somit keinen G-Sync-Support. Stattdessen wird in diesem Fall V-Sync unterstützt.

G-Sync Pendulum Demo: Wegen fehlender Zertifizierung kein G-Sync-Support
G-Sync Pendulum Demo: Wegen fehlender Zertifizierung kein G-Sync-Support

Mit der „G-Sync Pendulum Demo“ haben wir das Verhalten des MSI MPG 323CQR mit unterschiedlichen Frequenzeinstellungen getestet. Auch mit V-Sync wird Tearing verhindert, und das bereits ab 20 Hz. Allerdings hat V-Sync den Nachteil, dass die Bilder der Grafikkarte auf die maximale Bildwiederholfrequenz des Monitors begrenzt werden. Das mag in der heutigen Zeit, wo Gaming-Monitore bereits eine hohe Bildwiederholfrequenz unterstützen, kein Nachteil mehr sein – ist es aber doch. Denn wenn die Grafikkarte nicht in der Lage ist, die Bilder zu liefern, die der Bildschirm maximal anzeigen kann, muss dieser auf die Anlieferung der Bilder warten, was sich wiederum in Tearing niederschlägt. Außerdem erhöht V-Sync den Input-Lag, was in schnellen Spielen ebenfalls nicht optimal ist.

Der MSI MPG 323CQR bietet auch noch die Option „MPRT“ („Motion Picture Response Time“). Wenn MPRT im OSD des Monitors aktiviert wird, deaktiviert sich automatisch Adaptive Sync. Zudem sind Reaktionszeit, Helligkeit, HDCR und „Auto Brightness Control“ abgeschaltet, und auch der Spielmodus ist auf „Nutzer“ beschränkt. Immerhin bleibt die Farbtemperatur als Auswahl noch verfügbar, sodass die Helligkeit zumindest durch eine andere Auswahl als „Anpassung“ erhöht werden kann. In der Praxis konnten wir keinen nennenswerten Unterschied zwischen Adaptive Sync und MPRT feststellen.

Hinweis zur Funktion MPRT

Hierbei handelt es sich wohl um eine Art „Black Frame Insertion“. Sie ist nur mit hoher Bildrate (z. B. bei 165 Hz) aktivierbar und reduziert die Bildhelligkeit auf weniger als rund ein Drittel von 418 auf 130 cd/m² (wenn als Farbtemperatur „Anpassung“ ausgewählt wurde). Schnell bewegte Motive verschmieren weniger und erscheinen für das Auge schärfer. Die Signalflanken sind extrem steil (< 1 ms), werden aber stets von rund 4 ms langen Dunkelphasen unterbrochen. Die Anstiegszeit lässt sich so kaum noch messen, beträgt aber inklusive Dunkelphase mindestens 4 ms (siehe Bild unten).

Diagramm: Helligkeitsverlauf MPRT „On“
Helligkeitsverlauf MPRT „On“

Native 165 Hz und dreistufige Reaktionszeit

Auch ohne Übertakten ermöglicht der MSI MPG 323CQR eine Bildwiederholfrequenz von 165 Hz. Durch diesen hohen Wert werden selbst schnelle Bewegungen scharf und flüssig zur Anzeige gebracht – vorausgesetzt natürlich, die Grafikkarte kann eine ausreichend hohe Bildrate liefern. Hier kommt der Grafikkarte die moderate Auflösung des Monitors zur Hilfe. Eine 4K-Auflösung wäre zwar bei 32 Zoll durchaus möglich, stellt aber auch hohe Anforderungen an die PC-Hardware, wenn man aktuelle Spiele mit möglichst hoher Framerate spielen möchte.

Im OSD des MSI MPG 323CQR gibt es die Option „Reaktionszeit“, hinter der sich eine dreistufige Pixelbeschleunigung verbirgt. Werkseitig ist sie bereits auf „Schnell“ eingestellt und bietet damit eine gute Ausgangsbasis für die meisten Anwendungen. Für die maximale Performance lässt sich bei dem Modell aber auch die schnellste Pixelbeschleunigung „Am schnellsten“ ohne große Einbußen bei der Bildqualität gut verwenden.

Nachtsicht („Night Vision“)

Um die Sicht in dunklen Spielszenen zu verbessern, bietet inzwischen jeder bessere Gaming-Monitor eine Möglichkeit an, Schwarzstufen zu optimieren. Bei MSI nennt sich diese Funktion „Nachtsicht“ oder „Night Vision“. Der MSI MPG 323CQR stellt fünf Optionen zur Auswahl: „Aus“ (das ist die Werkseinstellung), „Normal“, „Stark“, „Am stärksten“ und „A.I.“. Letzteres ist eine dynamische Anpassung. MSI hat hier gute Arbeit geleistet, da „Night Vision“ nicht einfach nur die Schwarzstufen aufhellt. Wie im nachfolgenden Vergleich zu sehen ist, bleiben bestimmte Bildinhalte weiterhin schwarz. Dadurch lassen sich Konturen und Objekte besser erkennen, ohne dass die Darstellung zu sehr an Kontrast verliert.

Dunkle Szene mit "Night Vision" auf "Aus"
Dunkle Szene mit „Night Vision“ auf „Aus“
Dunkle Szene mit höchster Night-Vision-Einstellung “Am stärksten”
Dunkle Szene mit höchster Night-Vision-Einstellung “Am stärksten”

Smart Crosshair, Bildfrequenz- und Alarmuhr-Anzeige

Der MSI MPG 323CQR bietet neben den bereits genannten Optionen noch weitere hilfreiche Funktionen für Gamer. Eine davon ist „Smart Crosshair“. Zur Auswahl stehen sieben unterschiedliche Fadenkreuz-Symbole, das Fadenkreuz kann in den Farben Weiß, Rot oder „Auto“ angezeigt werden. Letzteres passt die Farbe je nach Hintergrund dynamisch an, sodass das Fadenkreuz immer gut sichtbar ist. Eine geniale Funktion, die wir so bisher noch bei keinem anderen Monitor gesehen haben. Zudem lässt sich noch die Position des Fadenkreuzes verändern.

Darüber hinaus gibt es eine Anzeige für die Bildwiederholfrequenz des Monitors und eine Alarmuhr, die Vorgabewerte anbietet, aber auch völlig individuell eingestellt werden kann. Beide Optionen lassen sich obendrein in der Position verändern.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!