Test MSI MPG Artymis 323CQR: Gaming mit 1000-R-Wölbung
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DisplayHDR 400

Der MSI MPG 323CQR unterstützt „High Dynamic Range“ (HDR) und ist DisplayHDR-400-zertifiziert. Im OSD kann die Option „HDCR“ und damit HDR aktiviert werden. Die Aktivierung von HDCR hat allerdings zur Folge, dass MPRT, Helligkeit und „Auto Brightness Control“ deaktiviert werden. Die Hintergrundbeleuchtung wird dabei auf den maximalen Wert eingestellt. Da der Helligkeitsregler deaktiviert ist, bleibt nur die Möglichkeit, als Farbtemperatur „Anpassung“ auszuwählen, was die Helligkeit reduziert. Weiterhin verfügbar bleiben Adaptive Sync und alle anderen Gaming-Funktionen wie Reaktionszeit und Nachtsicht sowie sämtliche Bildmodi.

Subjektiv kann HDCR keine erkennbaren Vorteile bringen – die viel zu hohe Helligkeit macht diesen Modus, außer durch den Einsatz in sehr heller Umgebung, sogar nahezu unbrauchbar.

Auto Brightness Control

Eine brauchbarere Funktion ist hingegen die automatische Helligkeitsregelung, „Auto Brightness Control“ genannt. Es stehen die Optionen „Auto“, „Anpassen“ und „Aus“ zur Auswahl. Werkseitig ist die automatische Helligkeitsregelung deaktiviert. Das Problem einer sich anpassenden Hintergrundbeleuchtung ist oft die, dass sich die Helligkeit in einem spärlich beleuchteten Raum zu stark reduziert. Das kann beim MSI MPG 323CQR nicht passieren, denn die Option „Anpassen“ bietet die Möglichkeit, eine minimale Helligkeit einzustellen. Somit reduziert sich die Helligkeit nicht unter diesen Wert. Sehr praktisch.

Ambient RGB Light

Wenn „Ambient RGB Light“ aktiviert ist, passt sich der Weißpunkt an die aktuelle Lichtsituation an. Bei wenig Licht wird die Farbtemperatur wärmer, was sich in einem leichten Gelbstich äußert. Unter Tageslicht hingegen verschiebt sich die Farbtemperatur und wird kälter, was zu einem leichten Blaustich führt. Die Helligkeit bleibt dabei unverändert. Wenn es darum geht, in Spielen die beste subjektive Bildqualität zu genießen, sind „Ambient RGB Light“ und „Auto Brightness Control“ ein unschlagbares Duo.

Gaming OSD 2.0

Laut Produktinformation gibt es eine App, mit der sich das OSD steuern, der Bildschirm in mehrere Bereiche einteilen und die Bildwiederholfrequenz optimieren lässt. Der MSI MPG 323CQR besitzt auf der Gehäuserückseite oberhalb des Fünf-Wege-Joysticks sogar eine eigene Taste, mit der sich die App öffnen lässt. Allerdings funktionierte der Download zum Zeitpunkt der Test-Erstellung weder auf der Produktseite des Monitors noch auf der eigens für diese App erstellten Seite. Daher müssen wir einen Test derzeit leider schuldig bleiben.

Gaming OSD 2.0: Es stehen umfangreiche Funktionen zur Auswahl
Gaming OSD 2.0: Es stehen umfangreiche Funktionen zur Auswahl
Auch ein Screensplitting ist möglich
Auch ein Screensplitting ist möglich

Hinweis: Diese Bilder sind als Screenshots von der MSI-Website entnommen worden.

Sound

Der MSI MPG 323CQR besitzt einen Kopfhörerausgang, Lautsprecher sind keine eingebaut. Die gelieferte Lautstärke ist allerdings zu leise, und es gibt auch keinen Lautstärkeregler. Somit ist die Tonqualität vom verwendeten Kopfhörer abhängig.

DVD und Video

Um einen Monitor auch mit externen Zuspielgeräten wie Blu-ray-Playern und Multimedia-Konsolen verbinden zu können, wird eine HDMI- oder DisplayPort-Schnittstelle benötigt. Der MSI MPG 323CQR besitzt zwei HDMI-Anschlüsse und einen DisplayPort. Somit lassen sich bis zu drei Geräte mit dem Bildschirm verbinden – für ein hohes Maß an Flexibilität.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Wird über den PC zugespielt, gibt es durch die Verwendung einer guten Videoplayer-Software ausreichende Einstellmöglichkeiten, um die fehlende Flexibilität des Monitors zu kompensieren. Anders sieht es jedoch bei externer Zuspielung aus. Ein Blu-ray-Player oder auch eine Spielekonsole bietet nicht den Funktionsumfang eines PCs, und es kommt nun auch auf den Bildschirm an und welche Skalierungsoptionen verfügbar sind.

Im OSD des MSI MPG 323CQR stehen mit dem Menüpunkt „Bildschirmgröße“ drei Einstellungsoptionen zur Verfügung, mit denen Einfluss auf das Seitenverhältnis genommen werden kann, und zwar „Auto“, „4:3“ und „16:9“. Damit ist der Monitor in der Lage, jedes zugespielte Signal mit korrektem Seitenverhältnis zur Anzeige zu bringen – sogar ein 4:3-Signal wird korrekt angezeigt. Lediglich eine pixelgenaue Anzeige ist nicht möglich.

 Signal Unverzerrte Wiedergabe
SD (16:9 – anamorph) ja
SD (4:3) ja
HD (720p) ja
HD (1080p) ja

TFT-Monitore arbeiten üblicherweise mit 60 Hz. Um DVD-Filme ruckelfrei wiedergeben zu können, sollte jedoch eine 50-Hz-Unterstützung vorhanden sein. Inhalte auf Blu-ray-Disc wiederum werden mit 24 Hz (oder einem Vielfachen davon) judderfrei wiedergegeben. Im Gegensatz zu TV-Geräten ist es nicht selbstverständlich, dass Displays eine 24-Hz-Unterstützung bieten – auch dann nicht, wenn sie höhere Frequenzen als 60 Hz unterstützen.

DVD-Filme werden vom MSI MPG 323CQR korrekt mit 50 Hz wiedergegeben. Eine 24-Hz-Wiedergabe, damit auch Blu-ray-Filme ruckelfrei abgespielt werden, bietet der Proband leider nicht und schaltet auf 60 Hz um.

Da ein LC-Display immer vollbildbasiert (progressiv) arbeitet, muss ein eingebauter Deinterlacer aus eingehenden Halbbildern (interlaced) eine Vollbildfolge erstellen.

Wir überprüfen das Deinterlacing mit Halbbildfolgen im 3:2- und 2:2-Rhythmus und spielen danach noch echtes Videomaterial mit nicht zusammenhängenden Halbbildern zu. Im Optimalfall kann der Deinterlacer in den beiden ersten Fällen die Originalvollbildfolge verlustfrei rekonstruieren.

Immer weniger TFT-Bildschirme besitzen einen Deinterlacer, da es so gut wie gar nicht mehr vorkommt, dass Halbbilder zugespielt werden müssen. So fehlt auch beim MSI MPG 323CQR ein Deinterlacer. Halbbilder werden zwar zur Anzeige gebracht, allerdings entsprechend verlustbehaftet.

Overscan

Eine Overscan-Einstellung steht beim MSI MPG 323CQR nicht zur Verfügung.

Unterstützte Farbmodelle und Signallevel

Beim Signallevel-Test zeigt der Monitor unabhängig davon, ob „RGB 0–255“ oder „RGB 16–235“ im Blu-ray-Player eingestellt wird, dieselbe Darstellung. Der Signallevel scheint aber korrekt zu sein. Um die Abstufungen im Schwarzbereich besser sichtbar zu machen, kann die Option „Nachtsicht“ unterstützend hinzugeschaltet werden. Mit der Einstellung „A.I.“ verbessert sich die Schwarzabstufung, allerdings zulasten des Kontrastes. Die Farbmodelle YCbCr 4:2:2 und YCbCr 4:4:4 werden vom MSI MPG 323CQR unterstützt und korrekt zur Anzeige gebracht.

Die Wichtigkeit des abgestimmten Videolevels in der Zuspielung wird gern unterschätzt, dabei ist das ein entscheidendes Kriterium für die korrekte Darstellung. Kommt es hier zu Abstimmungsproblemen, resultiert dies entweder in einem stark reduzierten Tonwertumfang oder einem ausgewaschenen, matten Bild ohne volles Weiß und Schwarz.

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