Test NEC EA271Q – Monitor beeindruckt bei Bildqualität
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 361 cd/m². Das liegt mit 3 % sogar minimal über der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 48 cd/m². Diese Werte bleiben auch nach der Kalibrierung praktisch unverändert.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des NEC EA271Q
Helligkeits- und Kontrastverlauf des NEC EA271Q

Das Kontrastverhältnis des PLS-TFT-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei 932:1.

Der NEC EA271Q verfügt auch über eine Option zur Verbesserung der Bildhomogenität. Wie üblich werden dadurch im Gegenzug Kontrast und Maximalhelligkeit reduziert. Beides ist aber auch dann immer noch sehr ordentlich. Die Maximalhelligkeit liegt so bei 272 cd/m² und das Kontrastverhältnis bei 727:1.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des NEC EA271Q mit Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeits- und Kontrastverlauf des NEC EA271Q mit Gleichförmigkeitskorrektur

Bildhomogenität

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 15 bis 20 %.
Selbst ohne Gleichförmigkeitskorrektur ist die Bildhomogenität des NEC EA271Q bereits sehr gut. Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 3,78 % zumindest gut. Die Maximalabweichung können wir mit 8,31 % als sehr gut bewerten. Auch die Farbreinheit ist schon ab Werk uneingeschränkt sehr gut.

Mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur kann der NEC EA271Q noch mal gehörig zulegen. Die Abweichung bei der Helligkeitsverteilung liegt jetzt im Durchschnitt nur noch bei 1,81 %. Die Maximalabweichung ist auf geringe 3,98 % gesunken. Selbst die bereits sehr gute Farbhomogenität kann sich noch mal spürbar verbessern und ist jetzt eindeutig erstklassig.

Der NEC EA271Q liegt bei der Bildhomogenität damit auf einem Niveau, das sonst nur hochpreisige Grafikmonitore erreichen.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des NEC EA271Q
Coating des NEC EA271Q
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der NEC EA271Q besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Beim EA271Q setzt NEC auf ein PLS-Panel – also im Prinzip auf IPS-Technologie.

Das Foto zeigt den Bildschirm des EA271Q bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Bei extremeren Blickwinkeln sind wie üblich vor allem ein Helligkeits- und Kontrastverlust festzustellen. Die Farben bleiben dagegen auch bei extremen Blickwinkeln völlig stabil, und die Sättigung konstant. Bei extremen horizontalen Blickwinkeln scheint die Farbtemperatur minimal wärmer zu werden. Mit freiem Auge ist das aber kaum zu sehen.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom Panel des NEC EA271Q
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Auch die Zeichnung bleibt in hellen wie in dunklen Bereichen selbst bei extremeren Blickwinkeln gut erhalten. Der NEC EA271Q ist zwar kein spezieller Grafikmonitor, aber damit auf jeden Fall auch für die großflächige Bearbeitung bzw. Wiedergabe farbkritischer Inhalte sehr gut geeignet.

Interpolation

Wir empfehlen generell, einen Monitor immer in der nativen Auflösung zu betreiben. Die Skalierungsfähigkeiten eines Bildschirms sind im Digitalzeitalter eigentlich nur noch beim Anschluss von Geräten aus der Unterhaltungs-Industrie interessant, da am Windows-PC oder Mac auch die Grafikkarte die Skalierung übernehmen kann.

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen und steht ab Werk auf Stufe 50. Diese Voreinstellung scheint uns gut gewählt. Für die EBV (und die meisten Anwendungsszenarien) ist ein Nachschärfen über die Bildschirm-Elektronik nicht sinnvoll. Nach Augenschein ist das bei Stufe 50 auch nicht der Fall.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Die Skalierungsoptionen des NEC EA271Q sind im OSD unter dem Regler „Ausdehnung“ zu finden. Es gibt die Optionen „Vollbild“ (Vollbilddarstellung unabhängig von der Auflösung, ggfls. mit Verzerrung), „Format“ (seitengerechte Skalierung auf maximale Größe) und „Aus“. Eine pixelgenaue 1:1-Option gibt es nicht.

 Signal Verzerrungsfreie, maximal
flächenfüllende Wiedregabe
Unskalierte Wiedergabe
480p  ja nein
576p ja nein
HD (1080p) ja nein
HD (720p) ja nein
PC (5:4) ja nein
PC (4:3) ja nein
PC (16:10) teilweise nein
PC (16:9) ja nein

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

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