Test NEC EA271Q – Monitor beeindruckt bei Bildqualität
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Overdrive

60 Hz, Overdrive „Aus“

Schaltet man den Overdrive aus, ist die Abstimmung zwar völlig neutral, doch werden im Gegenzug die Reaktionszeiten sehr träge.

Den Schwarz-Weiß-Wechsel und den schnellsten Grauwechsel messen wir mit jeweils 19,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt langsame 29,4 ms. Auch der CtC-Wert ist mit 21,6 ms schon bedenklich hoch.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Ein“

Mit dem ab Werk aktiven Overdrive kann der NEC EA271Q die Reaktionszeiten ganz massiv verbessern.

Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 16,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,4 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 11 ms. Ein CtC-Wert von 4,4 ms ist jetzt kurz. Zumindest die reinen Reaktionszeiten sind damit schon voll spieletauglich.

Der Blick auf den Input-Lag macht die Freude leider wieder zunichte. Auch die Überschwinger sind schon bedenklich und kratzen an der Obergrenze unserer Grafik. Der Overdrive des NEC EA271Q hinterlässt damit einen etwas unausgewogenen Eindruck. Was fehlt, ist eine sinnvolle Mittelstellung.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Ein“): schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Ein“): schnelle Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Ein“): bedenkliche Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Ein“): bedenkliche Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Aus"
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Ein"
60 Hz, Overdrive „Ein“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Mit Overdrive kann der NEC EA271Q zwar spieletaugliche Reaktionszeiten erzielen, die aber durch die ausgeprägte Signalverzögerung von 32 ms wieder relativiert werden.

Das Umschalten der sechs DV-Modi („Standard“, „Text“, „Film“, „Spiel“, „Foto“, „Dynamisch“) ändert an der hohen Latenz leider nichts. Die halbe mittlere Bildwechselzeit von nur 5,5 ms kann das nicht retten. Insgesamt macht das 37,5 ms.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des NEC EA271Q arbeitet mit „White LED“ und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längeres Arbeiten geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

In Büro- und EBV-Anwendungen, für die der NEC EA271Q konzipiert ist, konnten wir im subjektiven Test hinsichtlich Reaktionszeiten und Input-Lag keine Auffälligkeiten feststellen.

Sound

Der NEC EA271Q hat auch zwei Stereo-Lautsprecher integriert, die von außen nicht sichtbar sind. Die Nennleistung liegt bei je 1 Watt. Damit ist das Volumen natürlich begrenzt. Der Klang ist aber dank genügend Resonanzraum auf der Rückseite überdurchschnittlich gut und reicht zumindest für die Systemklänge und informative Videos aus.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des EA271Q angeschlossen werden, der Ton wird an den Kopfhörerausgang weitergeleitet. Beim Anschluss eines PCs werden Tonsignale auch am DisplayPort und USB-C-Eingang entgegengenommen.

Beim NEC EA271Q kann im OSD zum einen ein DV-Modus gewählt werden, zum anderen eine „Voreinstellung“ in einem anderen Hauptmenü. Beides sieht nach den geläufigen Bildmodi aus. Bei den DV-Modi gibt es auch das Preset „Film“. Er soll dunkle Farbtöne verstärken und sich besonders für Filme eignen. Diese Presets sind aber nicht unabhängig von dem OSD-Menü „Voreinstellungen“. Hierunter verbergen sich laut Handbuch ebenfalls Bildmodi.

Nach der Software-Kalibrierung ist der DV-Modus „Film“ daher unbrauchbar, da das Bild völlig gelbstichig wird. Aber auch nach Rücksetzen auf Werkseinstellungen konnten wir dem DV-Modus „Film“ nicht viel abgewinnen. Man kann hier natürlich mit den verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten nach Herzenslust herumexperimentieren. Aus unserer Sicht ist das aber völlig unnötig, da die Bildqualität in den Werks- bzw. von uns für die Kalibrierung gewählten Einstellungen (DV-Modus „Standard“, Bildmodus „Vollbild“) auch für die Videowiedergabe sehr gut ist.

Laut Handbuch kann der NEC EA271Q am HDMI-Eingang auch YUV-Signale verarbeiten. Im OSD haben wir jedoch keine Option zur Auswahl des Farbmodells gefunden. Der Schwarzwert kann aber angepasst werden. Sofern notwendig, kann der Bildschirm alle wesentlichen Videoformate auch selbst seitengerecht und verzerrungsfrei skalieren. Die 24p-Wiedergabe beherrscht der Proband wiederum nicht. Mikroruckler waren für uns im subjektiven Test überdurchschnittlich deutlich sichtbar.

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