Test NEC EA271Q – Monitor beeindruckt bei Bildqualität
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Diagramm: Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 98 % 99 %
Adobe RGB 69 %
ECI-RGB v2 61 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 90 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: „FULL (VOLLBILD)“, DV-Modus: Standard (statt Dynamisch)
Helligkeit: 67 %
Kontrast: 50 %
Gamma: keine Einstellmöglichkeit
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: 255/255/255
Color-Gamut: k. A
DUE Priority: Aus
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Ein

Abweichend von den Werkseinstellungen haben wir für unsere Messungen den DV-Modus von „Dynamisch“ auf „Standard“ gesetzt, um inkonsistente Ergebnisse zu vermeiden. Der zusätzliche Bildmodus steht ab Werk auf „Vollbild“. Damit ist gemeint, dass der native Farbraum voll ausgenutzt wird. Diese Einstellung haben wir so belassen.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "FULL (VOLLBILD)", DV-Modus „Standard“ (statt „Dynamisch“)
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „FULL (VOLLBILD)“, DV-Modus „Standard“ (statt „Dynamisch“)

Die Graubalance des NEC EA271Q ist ab Werk ausgezeichnet – sowohl im Durchschnitt als auch bei der Range. Die Farbtemperatur ist mit 6900 K nur leicht kühler als die sRGB-Vorgabe. Der Gammawert liegt bei 2,33 und ist im OSD leider nicht regelbar.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

In den Bildmodi gibt es auch eine Voreinstellung für sRGB. Die Graubalance ist hier sogar noch mal etwas besser. Das durchschnittliche Delta C liegt bei nur 0,27 und die Range bei sehr guten 0,68. Auch die Farbwerte sind sehr gut. Der Gammawert erfüllt im Durchschnitt mit 2,18 jetzt das Soll, und der Verlauf ist passabel an die Normkurve angepasst.

Kritikwürdig ist hier lediglich die merklich zu kühle Farbtemperatur von 7000 K. Für einen unkalibrierten Monitor, der eigentlich fürs Büro gedacht ist, ist das auf jeden Fall ein bemerkenswertes Ergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: „FULL (VOLLBILD)“, DV-Modus: Standard (statt Dynamisch)
Helligkeit: 28 %
Kontrast: 50 %
Gamma: keine Einstellmöglichkeit
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: 255/254/250
Color-Gamut: k. A
DUE Priority: Aus
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Ein

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der NEC EA271Q zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut, die Farbwerte sind sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Auch wenn sich das Ergebnis im Vergleich zum sRGB-Modus ab Werk bei den Graustufen etwas verschlechtert hat, ist es insgesamt gut bis sehr gut.

Die Farbwerte sind uneingeschränkt sehr gut und ohne nennenswerte Auffälligkeiten. Auch die größten Abweichungen kommen kaum über die 1,5-Marke hinaus.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den NEC EA271Q haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 6 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Der als „Antwortzeiten zu verbessern“ benannte Regler kennt nur die Stellungen „Ein“ und „Aus“ und ist ab Werk eingeschaltet.

3 KOMMENTARE

  1. … gut den Input Lag spürt man nicht. Aber leider sind die Monitore nicht ansatzweise so gut wie im Test beschrieben. Insgesamt liefern sie ein matschiges Bild und ich habe keine Ahnung wie der Autor des Tests zu dem Ergebnis kommt, dass diese Monitore zu empfehlen wären? Wenn man scrollt oder Fenster verschiebt bildet sich ein eigenartiges und unschönes Ghosting. Schrift wird generell matschig dargestellt und man hat den Eindruck dass wirklich gar nichts scharf dargestellt wird.
    Alles in allem ein absolute enttäuschender Kauf und ich sag mal: Reingefallen auf die Prad-Bewertung!

    Hirschferkel

  2. Hallo,

    ich habe aufgrund des guten Testergebnisses nun zwei von den Monitoren des NEC EA271Q bestellt. Allerdings bin ich eben noch einmal über eine Angabe gesolpert, die mich stuzig macht: Der Input-Lag von 32ms!

    Das hatte ich überlesen und im Fazit wurde davon nichts mehr erwähnt. Auf der Seite, auf der ihr die Messung eines Input-Lags erklärt schreibt der Autor, dass bei Input Lags der Klasse 3 Verzögerungen tatsächlich wahrnehmbar sind. Wie verhält es sich nun mit dem NEC EA271Q wenn man keine Spiele spielt, aber den Monitor im Office und für gestalterische Arbeiten einsetzen will? Bedeutet das, dass man die Maus mit diesem Monitor dann förmlich immer hinterher schleift? Das würde dann aber auch irgendwie dem insgesamt super Test-Urteil wiedersprechen in dem ihr den Monitor explizit empfehlt?

    Schönen Gruß, Hirschferkel

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