Test Philips 436M6VBPAB – Monitor für Konsolenspieler
4/7

16
57 315

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des Philips 436M6VBPAB
Coating des Philips 436M6VBPAB
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der Philips besitzt eine Oberfläche, die nur sehr gering abgestumpft und mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion versehen ist.

Das ist an sich nicht ungewöhnlich, das erkennbare Raster der Subpixel ist beim Philips 436M6VBPAB aber erkennbar auffällig. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob das Display über zusätzliche Subpixel für die Farben Gelb und Cyan verfügen würde. Normal sind je drei Subpixel für die drei Primärfarben Rot, Grün und Blau. Tatsächlich sind die Subpixel in der Reihenfolge Rot, Blau, Grün statt Rot, Grün, Blau angeordnet, und jedes zweite blaue, grüne oder rote Subpixel wechselt sich hell und dunkel ab. Hier sind also nicht Subpixel für Sekundärfarben (Cyan, Gelb) zu sehen, sondern Hellgrün, Hellblau, und Hellrot.

Wir vermuten, dass hier zu einem technischen Kniff gegriffen wurde, um die hohe Maximalhelligkeit des Philips 436M6VBPAB zu ermöglichen. Für eine genaue Antwort warten wir aber noch auf Rückmeldung des Herstellers.

Update 15.08.2018: Die unterschiedlichen Helligkeiten der Subpixel sind laut MMD (Lizenznehmer der Marke Philips im Bereich Monitore) eine Produkteigenschaft des Panel und hat nichts mit der HDR1000-Spezifizierung und der damit verbundenen hohen Helligkeit zu tun. Detailliertere Informationen hat man uns leider nicht zur Verfügung gestellt.

Blickwinkel

MMD hat im Philips 436M6VBPAB ein MVA-Panel verbaut. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte, die zumindest bei IPS-Panels auch regelmäßig nachvollziehbar sind.

Zwar hat Samsung beim C27F396F gezeigt, dass sich auch mit MVA-Panels eine recht brauchbare Blickwinkelneutralität erreichen lässt, beim Philips 436M6VBPAB können wir die Hersteller-Angaben aber keinesfalls bestätigen.
Das Foto zeigt den Bildschirm des Philips 436M6VBPAB bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des Philips 436M6VBPAB
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Vor allem bei den horizontalen Blickwinkeln wird sehr schnell das MVA-typische Verblassen der Farben sichtbar. Gleichzeitig ändert sich die Farbtemperatur deutlich. Die Farben sind ebenso zumindest teilweise nicht mehr akkurat im Farbton. Die Aufhellung der dunklen Bildbereiche führt zu einem massiven Kontrasteinbruch bei den Graustufen und der Farbsättigung.

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung 50 haben wir für den Test so belassen.

Auffällig ist beim Philips 436M6VBPAB, dass man aus normalem Schreibtisch-Abstand bereits sehr deutlich das Pixelraster erkennen kann. Dass die 4K-Auflösung allein noch keine Rückschlüsse auf die Schärfe eines Displays zulässt, sondern vielmehr immer in Relation zur Display-Größe gesehen werden muss, haben wir in unserem Grundlagen-Artikel Auflösung – welche ist die richtige? schon einmal ausführlich erläutert.

Angesichts des riesigen 43-Zoll-Displays hat man es beim Philips 436M6VBPAB also „nur“ mit einer Pixeldichte von 102 ppi zu tun. Das ist minimal weniger als bei einem 27-Zöller mit WQHD-Auflösung, aber auf jeden Fall deutlich mehr als bei einem 24-Zöller mit Full-HD-Auflösung (92 ppi).

Obwohl den Philips 436M6VBPAB wohl kaum jemand ernsthaft auf seinen Schreibtisch stellen will, verwundert die deutliche Sichtbarkeit des Pixelrasters daher schon.

Nichtsdestoweniger ist die Schärfe bei nativer Auflösung erwartungsgemäß sehr gut. Beim Herunterskalieren auf die Full-HD-Auflösung hat der Philips aufgrund des ganzzahligen Teilers natürlich leichtes Spiel. Doch auch andere 16:9-Auflösungen wie 720p gelingen sehr gut.

Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Zur Skalierung bietet das OSD die Optionen „Panel Size“, „1:1“ und „Aspect“ an. Eine unskalierte Wiedergabe ist also in jedem Fall möglich. Die Option „Aspect“ (verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe) führte dagegen nicht immer zum gewünschten Ergebnis:

1600 x 1200 (4:3) nicht maximale Höhe und verzerrt
1920 x 1200 (16:10) nicht maximale Höhe und verzerrt

In der Praxis dürfte das aber kaum jemanden stören bzw. nur von Wenigen benötigt werden.

16 KOMMENTARE

  1. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen wie der Philips BDM4350UC ?
    Würde ihn gern zum zocken mit dem der PS4 nehmen aber da ich auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich nicht sehr toll wenn er da das gleiche Problem wie der oben genannte Phillips hätte.

    Ps Sorry falsch der Post doppelt kommt, kam ein Fehler nach dem Senden und ich habe ihn nochmal geschrieben.

  2. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen was bei dem Philips BDM4350UC häufiger reklamiert wurde ? Würde den Monitor gerne zum zocken mit der PS4 nehmen, da ich aber auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich sehr blöd sollte das bei diesem auch der Fall sein.

  3. Hallo. In den technischen Daten steht die HDMI Version 2.0. Die ist aber nicht HDR fähig. Ist das ein Fehler oder handelt es sich tatsächlich „nur“ um 2.0 ohne a oder b dahinter? Der Zuspieler müsste dann also zwingend über DP 1.4 angeschlossen werden um HDR sehen zu können?

    • Genau so steht es auf der Herstellerseite. Ich habe leider auf die Schnelle per Google auch keine andere Info gefunden. Also ich denke das geht nur über DisplayPort.

  4. Does it have RGB sub-pixel structure or BGR like most 40″-43″ current monitors?
    ( which makes them not really usable for accurate line reproduction, CAD, graphics etc?)

      • Thank you for the prompt reply!
        Any recommendation for 40-43 inch display that have proper RGB structure and subpixels for secondary colors?

        • This is exactly my curent problem, too. It seems there is only 2 different flat 4K panels of that size worldwide in production:
          – This one, a VA-panel, which is 43inch in diagonal and this suffers from BGR-constellation with text and lines in everey installment (this philips 436…, ausus PQ43.., acer CG7)
          – Another one, IPS-panel, which is 42.5inch in diagonal and that suffers from burn-in/afterglow effects ( e.g. the philips 435…, acer ET0 ET430…, iiyama X43…, Dell U4320Q) with static content like button-bars, window-edges etc.

          havent found an acceptable compromise for CAD at a reasonable price yet 🙁

  5. Wir vermuten, dass hier zu einem technischen Kniff gegriffen wurde, um die hohe Maximalhelligkeit des Philips 436M6VBPAB zu ermöglichen. Das wird meiner Meinung nach die Quantum Dot Technologie sein.
    00 und 01 sind das gleiche Gerät Herr Badder. 00 ist die Bezeichnung Für die Region(Europa).

  6. Welchen Typ des Philips Momentum Monitors haben Sie getestet ?
    436M6VBPAB/00 Ultra Wide Color-Technologie
    436M6VBPAB/01 mit Quantum Dot color

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!