Test Philips 436M6VBPAB – Monitor für Konsolenspieler
6/7

16
57 276

Reaktionsverhalten

Den Philips 436M6VBPAB haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Der Philips besitzt vier Reglerpositionen für seine „SmartResponse“ genannte Overdrive-Funktion („Aus“, „Schnell“, „Schneller“, „Am schnellsten“). In der Werkseinstellung ist die Option „Aus“ aktiviert. Hier werden die Reaktionszeiten nicht gekürzt. Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 4 ms für GtG genannt.

60 Hz, Overdrive „Aus“

Selbst mit abgeschaltetem Overdrive erreicht der Philips 436M6VBPAB bereits rechte gute Reaktionszeiten. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 11,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 9,2 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 16,1 ms, und der CtC-Wert wird mit 11 ms ermittelt.

Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral. Kritische Farbübergänge stellen für den Philips selbst bei abgeschaltetem Overdrive keine Hürde dar. Auch bewegte Farbkanten werden messerscharf abgebildet.
Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

60 Hz (Overdrive „Aus“): bereits erstaunlich gute Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): bereits erstaunlich gute Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): neutrale Abstimmung ohne Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Aus“): neutrale Abstimmung ohne Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schneller“

In der Overdrive-Einstellung „Schneller“ legt der Philips 436M6VBPAB noch einmal ordentlich zu, ohne die Abstimmung überzogen zu strapazieren. Zu starke Überschwinger werden noch sehr gut vermieden.

Die Schaltzeiten werden dafür effektiv auf ein sehr gutes Niveau gekürzt. Den Schwarz-Weiß-Wechsel messen wir mit 8,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 6,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt schnelle 9,2 ms. Ein CtC-Wert von 5,6 ms ist ebenfalls kurz.

60 Hz (Overdrive „Schneller“): schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schneller“): schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schneller“): kontrollierte Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schneller“): kontrollierte Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

In der höchsten Stellung „Am schnellsten“ kann der Philips noch weiter zulegen und erreicht exzellente Schaltzeiten: 6,4 ms für den Schwarz-Weiß-Wechsel, 5 ms für den schnellsten Grauwechsel und 6,8 ms für unseren Durchschnittswert. Auch der CtC-Wert ist mit 3,8 ms mehr als respektabel.

Allerdings nehmen die Überschwinger hier extrem zu und sprengen unsere Grafik am oberen Rand. Wir empfehlen daher, den Philips zum Spielen in der Einstellung „Schneller“ zu betreiben. Hier sind die Reaktionszeiten bereits sehr gut, während zu starke Überschwinger gleichzeitig vermieden werden.

60 Hz (Overdrive „Am schnellsten“): sehr schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Am schnellsten“): sehr schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Am schnellsten“): extreme Überschwinger, die unsere Grafik sprengen
60 Hz (Overdrive „Am schnellsten“): extreme Überschwinger, die unsere Grafik sprengen

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Aus“
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Schneller“
60 Hz, Overdrive „Schneller“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“
60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit.

Erfreulicherweise bleibt beim Philips 436M6VBPAB auch der Input-Lag mit 14 ms in einem annehmbaren Bereich. In der empfohlenen Einstellung „Schneller“ kommen für die halbe mittlere Bildwechselzeit noch einmal 4,6 ms hinzu. In der maximalen Overdrive-Stellung sind es 3,4 ms. Die Latenz beträgt somit 18,6 bzw. 17,4 ms.

Verglichen mit einem spezialisierten Gaming-Monitor werden diese Werte zwar Hardcore-Gamer nicht in Begeisterungsstürme versetzen. Seinen Einsatzzweck als großes Konsolen-Display erfüllt der UHD-Monitor-TV-Hybrid aber ganz ausgezeichnet.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Diagramm: Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz
Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

16 KOMMENTARE

  1. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen wie der Philips BDM4350UC ?
    Würde ihn gern zum zocken mit dem der PS4 nehmen aber da ich auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich nicht sehr toll wenn er da das gleiche Problem wie der oben genannte Phillips hätte.

    Ps Sorry falsch der Post doppelt kommt, kam ein Fehler nach dem Senden und ich habe ihn nochmal geschrieben.

  2. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen was bei dem Philips BDM4350UC häufiger reklamiert wurde ? Würde den Monitor gerne zum zocken mit der PS4 nehmen, da ich aber auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich sehr blöd sollte das bei diesem auch der Fall sein.

  3. Hallo. In den technischen Daten steht die HDMI Version 2.0. Die ist aber nicht HDR fähig. Ist das ein Fehler oder handelt es sich tatsächlich „nur“ um 2.0 ohne a oder b dahinter? Der Zuspieler müsste dann also zwingend über DP 1.4 angeschlossen werden um HDR sehen zu können?

    • Genau so steht es auf der Herstellerseite. Ich habe leider auf die Schnelle per Google auch keine andere Info gefunden. Also ich denke das geht nur über DisplayPort.

  4. Does it have RGB sub-pixel structure or BGR like most 40″-43″ current monitors?
    ( which makes them not really usable for accurate line reproduction, CAD, graphics etc?)

      • Thank you for the prompt reply!
        Any recommendation for 40-43 inch display that have proper RGB structure and subpixels for secondary colors?

        • This is exactly my curent problem, too. It seems there is only 2 different flat 4K panels of that size worldwide in production:
          – This one, a VA-panel, which is 43inch in diagonal and this suffers from BGR-constellation with text and lines in everey installment (this philips 436…, ausus PQ43.., acer CG7)
          – Another one, IPS-panel, which is 42.5inch in diagonal and that suffers from burn-in/afterglow effects ( e.g. the philips 435…, acer ET0 ET430…, iiyama X43…, Dell U4320Q) with static content like button-bars, window-edges etc.

          havent found an acceptable compromise for CAD at a reasonable price yet 🙁

  5. Wir vermuten, dass hier zu einem technischen Kniff gegriffen wurde, um die hohe Maximalhelligkeit des Philips 436M6VBPAB zu ermöglichen. Das wird meiner Meinung nach die Quantum Dot Technologie sein.
    00 und 01 sind das gleiche Gerät Herr Badder. 00 ist die Bezeichnung Für die Region(Europa).

  6. Welchen Typ des Philips Momentum Monitors haben Sie getestet ?
    436M6VBPAB/00 Ultra Wide Color-Technologie
    436M6VBPAB/01 mit Quantum Dot color

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!