Test Philips 436M6VBPAB – Monitor für Konsolenspieler
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Sofern der Monitor eine vollwertige Hardware-Kalibration besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB und Adobe RGB

Die ersten beiden Grafiken zeigen den Philips 436M6VBPAB in Werkseinstellung mit der Zusatzoption „Farbtemperatur auf sRGB“. Das entspricht im Prinzip einem sonst in den Bildmodi zu findenden sRGB-Modus.

In dieser (etwas schwer zu findenden) Einstellung beschränkt der Philips seinen großen Farbraum tatsächlich recht gut auf den sRGB-Farbraum.

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die beiden nächsten Grafiken zeigen den Philips 436M6VBPAB nach der Software-Kalibrierung in seinem nativen Farbraum im Vergleich zu Adobe RGB.

Laut Hersteller soll das Gerät folgende Farbraumabdeckungen bieten: BT. 709: 100 %, DCI-P3: 97,6 %, NTSC: 119 %, sRGB: 145 %.

Der DCI-P3-Farbraum ist ähnlich groß wie der Adobe-RGB-Farbraum und etwas in Richtung Rot verschoben. Das ist in den nachfolgenden Grafiken gut zu sehen. An der einen Stelle kommt es im Verglich zu Adobe RGB daher zu Unterdeckungen, dafür in Richtung Rot zu einer deutlichen Überdeckung.

Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 90 % 99 %
Adobe RGB 92 %
ECI-RGB v2 84 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 98 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Aus
Helligkeit: 60
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500
RGB: k. A.
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Aus

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Aus“
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Aus“

Bei den Graustufen liefert der Philips 436M6VBPAB in der Werkseinstellung anscheinend ein gutes Ergebnis. Der Durchschnittswert ist sehr gut, die Range immerhin gut. Die Farbtemperatur liegt mit 6600 K fast punktgenau bei den gewünschten 6500 K. Der Gammawert entspricht aber nicht den eingestellten 2,2 – wir messen im Durchschnitt lediglich ein Gamma von 2,10.

Die deutliche Diskrepanz der Messwerte zu unserer bereits geschilderten subjektiven Graubalance-Beurteilung lässt sich leicht erklären. Bei der Messung wird nur an einer Stelle des Gerätes gemessen. Ob der Proband in der Lage ist, verschiedene Graustufen gleichzeitig neutral über den gesamten Bildschirm darzustellen, wird dabei nicht berücksichtigt.

Das erklärt, wieso unsere subjektive Beurteilung der Bildqualität erheblich schlechter ausfällt, als es die Messwerte hier vermuten lassen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Den sonst oft üblichen Bildmodus „sRGB“ sucht man beim Philips 436M6VBPAB zunächst vergeblich. Stattdessen kann man in den Einstellungen zur Farbtemperatur den Wert „sRGB“ verwenden. Wie wir in der Farbraumbetrachtung gezeigt haben, hat das nicht nur Auswirkungen auf die Farbtemperatur (die ja eh schon auf 6500 K eingestellt ist), sondern schränkt den nativen Farbraum des Gerätes tatsächlich auf sRGB ein.

Disgramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Die Farbraumabdeckung liegt dann allerdings lediglich bei 90 %. Kein sonderlich guter Wert. Die Farben wirken zumindest nach dem Umschalten auch eher blass.

Ansonsten kann der Philips 436M6VBPAB in diesem Modus mit einer sehr guten Graubalance aufwarten (Delta-C-Average: 0.59, Delta-C-Range: 0.94).

Die Farbtemperatur wird mit 6700 K zwar geringfügig kühler, liegt aber dennoch nahe beim Soll. Die Farbabweichungen sind gerade noch als gut zu werten. Das Gamma liegt mit 2,05 im Durchschnitt aber deutlich zu niedrig, und der Kurvenverlauf ist alles andere als normgerecht.

Wer seinen Monitor nicht kalibriert, sollte sich dennoch für diesen Modus entscheiden, wenn er Bilder in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen (z. B. im Browser) beurteilen will.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Aus
Helligkeit: 8
Kontrast: 50
Gamma eingestellt: 2,4
Gamma gemessen: 2,27
Farbtemperatur: 6500
RGB: unverändert
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Aus

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der Philips 436M6VBPAB zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut, und die Farbwerte sind sogar sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. In der Grafik sind keine nennenswerten Auffälligkeiten sichtbar. Insgesamt ist das Ergebnis sowohl bei den Farbwerten als auch bei den Grauwerten sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)
Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Da der Philips 436M6VBPAB auf den DCI-P3-Farbraum und nicht auf den Adobe-RGB-Farbraum abzielt, kann man ihm hier gewisse Abweichungen nicht verübeln. Dennoch liegt die Farbraumabdeckung immerhin bei 92 %. Graubalance und Farbwerte sind gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

16 KOMMENTARE

  1. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen wie der Philips BDM4350UC ?
    Würde ihn gern zum zocken mit dem der PS4 nehmen aber da ich auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich nicht sehr toll wenn er da das gleiche Problem wie der oben genannte Phillips hätte.

    Ps Sorry falsch der Post doppelt kommt, kam ein Fehler nach dem Senden und ich habe ihn nochmal geschrieben.

  2. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen was bei dem Philips BDM4350UC häufiger reklamiert wurde ? Würde den Monitor gerne zum zocken mit der PS4 nehmen, da ich aber auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich sehr blöd sollte das bei diesem auch der Fall sein.

  3. Hallo. In den technischen Daten steht die HDMI Version 2.0. Die ist aber nicht HDR fähig. Ist das ein Fehler oder handelt es sich tatsächlich „nur“ um 2.0 ohne a oder b dahinter? Der Zuspieler müsste dann also zwingend über DP 1.4 angeschlossen werden um HDR sehen zu können?

    • Genau so steht es auf der Herstellerseite. Ich habe leider auf die Schnelle per Google auch keine andere Info gefunden. Also ich denke das geht nur über DisplayPort.

  4. Does it have RGB sub-pixel structure or BGR like most 40″-43″ current monitors?
    ( which makes them not really usable for accurate line reproduction, CAD, graphics etc?)

      • Thank you for the prompt reply!
        Any recommendation for 40-43 inch display that have proper RGB structure and subpixels for secondary colors?

        • This is exactly my curent problem, too. It seems there is only 2 different flat 4K panels of that size worldwide in production:
          – This one, a VA-panel, which is 43inch in diagonal and this suffers from BGR-constellation with text and lines in everey installment (this philips 436…, ausus PQ43.., acer CG7)
          – Another one, IPS-panel, which is 42.5inch in diagonal and that suffers from burn-in/afterglow effects ( e.g. the philips 435…, acer ET0 ET430…, iiyama X43…, Dell U4320Q) with static content like button-bars, window-edges etc.

          havent found an acceptable compromise for CAD at a reasonable price yet 🙁

  5. Wir vermuten, dass hier zu einem technischen Kniff gegriffen wurde, um die hohe Maximalhelligkeit des Philips 436M6VBPAB zu ermöglichen. Das wird meiner Meinung nach die Quantum Dot Technologie sein.
    00 und 01 sind das gleiche Gerät Herr Badder. 00 ist die Bezeichnung Für die Region(Europa).

  6. Welchen Typ des Philips Momentum Monitors haben Sie getestet ?
    436M6VBPAB/00 Ultra Wide Color-Technologie
    436M6VBPAB/01 mit Quantum Dot color

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