Test Philips 436M6VBPAB – Monitor für Konsolenspieler
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Graustufen

In der subjektiven Beurteilung der Graustufen und des Grauverlaufs finden wir eine deutliche Diskrepanz zu den später recht überzeugenden Messwerten.

In unserem Testbild ist das auf den ersten Blick nicht gleich zu sehen, sondern erst, wenn man von der mittigen Blickposition abweicht. Bei Grau- und Farbverläufen über den kompletten Bildschirm (wie im EIZO-Tool) werden auch in mittiger Sitzposition deutliche Farbschimmer und Banding-Effekte sichtbar. Insgesamt wirken die Verläufe auch nicht sonderlich gleichmäßig.

Auch die Graustufen wirken nur in unserem Standard-Testbild einigermaßen neutral. Die hellsten Stufen sind nahezu vollständig zu erkennen. In den dunkelsten Stufen stimmt aber ganz offensichtlich etwas nicht: Stufe 8 wirkt heller als Stufe 9, Stufe 5 dunkler als Stufe 4 etc.

Graustufendarstellung des Philips 436M6VBPAB
Graustufen

In anderen Testbildern ist es auch mit der Farbneutralität vorbei. Die Stufen wirken hier abwechselnd rötlich und grünlich. Hinsichtlich der Blickwinkel-Abhängigkeit werden auch bei den Graustufen bereits die Schwächen des MVA-Panels sichtbar. Die Zeichnung bleibt in den helleren Bereichen ganz gut erhalten, die dunklen Bereiche hellen aber sehr schnell und stark auf, wenn man von der mittigen Sitzposition abweicht.

Graustufen-Testbild des EIZO-Monitor-Tool
Graustufen-Testbild EIZO-Monitor-Tool

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Im Schwarzbild stören zwar keine starken Randeinstrahlungen, dafür sind über die ganze Fläche wolkige Aufhellungen sichtbar. Zur HDR-Wiedergabe verfügt der Philips 436M6VBPAB auch über die Fähigkeit zum „Local Dimming“ – allerdings nur in 32 unabhängig voneinander steuerbaren Zonen. Vermutlich ist hier auch die Ursache für die fleckigen Aufhellungen zu suchen.

Verlässt man die mittige Sitzposition, ist es leider auch mit dem tollen Schwarzwert schnell vorbei, da sich der Bildschirm über die ganze Fläche deutlich aufhellt. Die Aufhellung ist aber nicht stärker, sondern eher gleichmäßiger als bei den meisten IPS-Panels. Negativ fällt jedoch auch hier das Thema Farbneutralität auf. Bereits bei leicht schrägen Blickwinkeln bekommen die fleckigen Aufhellungen teils rötliche, teils grünliche Einschläge.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 436M6VBPAB
Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 436M6VBPAB

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 680 cd/m². Das liegt mit 6 % nur knapp unter der Herstellerangabe von 720 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 92 cd/m². Aufgrund des bereits in Werkseinstellung sehr präzisen Weißpunktes auf D65 bleiben die Ergebnisse hier auch nach der Kalibrierung selbstredend gleich.

Das Kontrastverhältnis des MVA-Panels (White LED) gibt der Hersteller mit 4000:1 an. Gemäß unseren Messungen wird die Herstellerangabe sogar noch leicht übertroffen. Der Wert liegt nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei exzellenten 4019:1.

Bildhomogenität

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 10,35 % und einer Maximalabweichung von 16 % zwar noch zufriedenstellend, auf die Farbhomogenität trifft das aber leider beim besten Willen nicht mehr zu. Die Messungen bestätigen unseren bereits geschilderten subjektiven Eindruck. Das Delta C ist im Durchschnitt mit 2,38 schlecht, die Maximalabweichung mit 4,82 % sogar sehr schlecht zu werten.

Aufgrund des schlechten Abschneidens waren wir natürlich gespannt, ob sich die Gleichförmigkeit mit der entsprechenden SmartImage-Einstellung „Smart Uniformity“ verbessern lässt. Hier ist allerdings auch echte Technik gefragt und nicht die gebetsmühlenartige Wiederholung des Wortes „Smart“.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Nach unseren Messungen ist die Funktion „Smart Uniformity“ schlichtweg Unsinn, da sich jetzt auch die Helligkeitsverteilung katastrophal verschlechtert. Eine Maximalabweichung von knapp 46 % schlägt so ziemlich alles, was wir bislang im Test hatten. Auch die Farbhomogenität bleibt unverändert bei ihrem sehr schlechten Ergebnis.

16 KOMMENTARE

  1. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen wie der Philips BDM4350UC ?
    Würde ihn gern zum zocken mit dem der PS4 nehmen aber da ich auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich nicht sehr toll wenn er da das gleiche Problem wie der oben genannte Phillips hätte.

    Ps Sorry falsch der Post doppelt kommt, kam ein Fehler nach dem Senden und ich habe ihn nochmal geschrieben.

  2. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen was bei dem Philips BDM4350UC häufiger reklamiert wurde ? Würde den Monitor gerne zum zocken mit der PS4 nehmen, da ich aber auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich sehr blöd sollte das bei diesem auch der Fall sein.

  3. Hallo. In den technischen Daten steht die HDMI Version 2.0. Die ist aber nicht HDR fähig. Ist das ein Fehler oder handelt es sich tatsächlich „nur“ um 2.0 ohne a oder b dahinter? Der Zuspieler müsste dann also zwingend über DP 1.4 angeschlossen werden um HDR sehen zu können?

    • Genau so steht es auf der Herstellerseite. Ich habe leider auf die Schnelle per Google auch keine andere Info gefunden. Also ich denke das geht nur über DisplayPort.

  4. Does it have RGB sub-pixel structure or BGR like most 40″-43″ current monitors?
    ( which makes them not really usable for accurate line reproduction, CAD, graphics etc?)

      • Thank you for the prompt reply!
        Any recommendation for 40-43 inch display that have proper RGB structure and subpixels for secondary colors?

        • This is exactly my curent problem, too. It seems there is only 2 different flat 4K panels of that size worldwide in production:
          – This one, a VA-panel, which is 43inch in diagonal and this suffers from BGR-constellation with text and lines in everey installment (this philips 436…, ausus PQ43.., acer CG7)
          – Another one, IPS-panel, which is 42.5inch in diagonal and that suffers from burn-in/afterglow effects ( e.g. the philips 435…, acer ET0 ET430…, iiyama X43…, Dell U4320Q) with static content like button-bars, window-edges etc.

          havent found an acceptable compromise for CAD at a reasonable price yet 🙁

  5. Wir vermuten, dass hier zu einem technischen Kniff gegriffen wurde, um die hohe Maximalhelligkeit des Philips 436M6VBPAB zu ermöglichen. Das wird meiner Meinung nach die Quantum Dot Technologie sein.
    00 und 01 sind das gleiche Gerät Herr Badder. 00 ist die Bezeichnung Für die Region(Europa).

  6. Welchen Typ des Philips Momentum Monitors haben Sie getestet ?
    436M6VBPAB/00 Ultra Wide Color-Technologie
    436M6VBPAB/01 mit Quantum Dot color

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