Test Philips 436M6VBPAB – Monitor für Konsolenspieler
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Subjektive Beurteilung

Verglichen mit einem Allround-Monitor schneidet der Philips 436M6VBPAB bei der Gaming-Performance überdurchschnittlich gut ab. Das gilt erst recht, wenn man ihn mit den üblichen TV-Geräten vergleicht. Im Vergleich zu IPS- und TN-Panels zeigen sich bei VA-Panels in Spielen oft gewisse Tearing- und Trailing-Effekte bei bewegten Pixeln. Erfreulicherweise sind diese Schwächen beim Philips 436M6VBPAB praktisch kaum zu beobachten.

Dazu kommt, dass das Gerät über die Adaptive-Sync-Technologie verfügt, um eine flüssige und störungsfreie Leistung bei unterschiedlichen Bildraten zu ermöglichen. Aktuell funktioniert das allerdings nur im Zusammenspiel mit PCs und der Xbox One X – und beim Philips 436M6VBPAB zudem nur im Bereich von 48 bis 60 Hz. Sofern man die Voraussetzungen beim Zuspieler erfüllen kann, ist dadurch trotzdem zweifellos ein Mehrwert zu erkennen.

Das macht den Philips 436M6VBPAB sicherlich vor allem für Konsolenspieler zu einem interessanten Konkurrenten von herkömmlichen TV-Geräten – nicht zuletzt auch angesichts des günstigen Preises. Falls aber bereits ein gutes Smart-TV-Gerät im Wohnzimmer steht, ist der Unterschied subjektiv nicht so deutlich wahrnehmbar, dass man gleich das Bankkonto plündern muss.

Geht es um Reaktionsschnelligkeit und Spiele, die sensibel auf kleine Verzögerungen reagieren, muss man schon zu einem Gaming-Monitor mit 144 Hz greifen, um ein eindeutig spürbares Aha-Erlebnis zu bekommen. Der Philips 436M6VBPAB kann dafür noch mit HDR-Unterstützung aufwarten, die natürlich auch entsprechenden Spielen zugutekommt. Darauf gehen wir im Videokapitel noch gebündelt ein.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird abhängig von der eingestellten Helligkeit gepulst. Bei typischer Arbeitshelligkeit von 140 cd/m2 beträgt die Frequenz 200 bis 205 kHz. Insbesondere bei niedriger Helligkeit kann das die Augen schon sehr beanspruchen.

LED-Backlight mit PWM
LED-Backlight mit PWM

Sound

Der Philips 436M6VBPAB verfügt über zwei Stereo-Lautsprecher mit DTS-Sound und je 7 Watt Ausgangsleistung. Von außen sind sie nicht sichtbar. Der Klang liegt auf jeden Fall weit über dem Niveau gängiger Monitor-Lautsprecher. Insbesondere Tiefen und Volumen sind vergleichsweise beeindruckend. Das Klangniveau ist vergleichbar mit Smart-TVs und reicht aus unserer Sicht für Spiele und Filme bei Zimmerlautstärke bereits sehr gut aus. Dreht man die Lautstärke allerdings zu weit auf, dröhnen die Lautsprecher etwas.

Video, externe Player und HDR

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des Philips 436M6VBPAB angeschlossen werden. Der Ton wird wahlweise an die integrierten Lautsprecher oder an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.
Auf eine spezielle Bildmodus-Voreinstellung für Filme verzichtet der Philips. Ständiges Hin-und-her-Schalten ist auch nicht nötig, da das Gerät bereits ab Werk sehr gut auf alle Unterhaltungsbelange abgestimmt ist.

Wir haben uns zunächst ein HD-Video am PC in den oben beschriebenen, kalibrierten Einstellungen angeschaut. Die Darstellung war auf Anhieb sehr beeindruckend, vor allem aufgrund des hohen Kontrasts und satten Schwarzwertes. Negativ fiel zunächst allerdings auf, dass dunkle Bereiche so dunkel wurden, dass Details zum Teil verloren gingen. Wir haben den Philips beim Gamma wieder auf Werkseinstellungen zurückgesetzt, schon war das Problem behoben.

Insgesamt kann die Videowiedergabe auch ohne HDR bereits begeistern. Das liegt nicht nur an dem hohen Kontrast und dem tiefen Schwarz, sondern auch an den kräftigeren Farben dank des größeren DCI-P3-Farbraums.

Sehr schade ist aber, dass der Philips 436M6VBPAB die 24p-Wiedergabe nicht unterstützt. Als Bildwiederholraten stehen primär 60 Hz und 50 Hz zur Verfügung. Bei langsamen Kamerafahrten ist daher in 24p-Spielfilmen das übliche Mikroruckeln deutlich sichtbar.

Die HDR-Wiedergabe hat in unserem Test problemlos funktioniert. Wenn man noch nie einen HDR-Film auf einem 1000-nits-Display gesehen hat, ist der Effekt zweifelsohne beeindruckend. Allerdings gelingt dem Philips 436M6VBPAB das vor allem durch seinen hohen nativen Kontrast und seine hohe Helligkeit und weniger durch eine echte Erhöhung des Dynamik-Umfangs. Das liegt daran, dass das dazu notwendige lokale Dimming lediglich mit 32 sehr großflächigen Zonen umgesetzt ist.

HDR-Nachleuchten Philips 436M6VBPAB

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Video: Großflächiges Nachleuchten im HDR-Betrieb

Zum Vergleich: Der ASUS PA32UC-K, den wir Anfang des Jahres im Test hatten, verfügt für die HDR-Wiedergabe über eine stolze 384-Zonen-Matrix. Stellt man die beiden Geräte nebeneinander, kann der Philips 436M6VBPAB mit dem äußerst beeindruckenden Herausblitzen heller Effekte beim ASUS sicher nicht mithalten. Allerdings kostet der ASUS PA32UC rund 2.300 EUR und ist mit 32 Zoll deutlich kleiner. Ferner wird man so oder so den Eindruck nicht los, dass das Thema HDR von den Herstellern zwar gepusht wird, aber letztlich noch in den Kinderschuhen steckt.

HDR hin oder her – sofern man mit den im Test beschriebenen Schwächen bei der Bildhomogenität leben kann, lässt sich der Philips 436M6VBPAB für Unterhaltungszwecke sehr gut nutzen und hat dann ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Falls nicht bereits ein AV-Receiver vorhanden ist, bleibt noch Luft, um den Sound auf das Niveau des großen Displays zu heben. Dann mag man dem Philips auch die magere Ausstattung mit nur einem HDMI-Anschluss verzeihen, denn der AV-Receiver fungiert sowieso als Schaltzentrale zum Anschluss sämtlicher HDMI-Quellen.

Bewertung

ab 723,74 €
3.7

(GUT)
Philips 436M6VBPAB/00 108 cm (42,5 Zoll) Konsolen Monitor (HDMI, USB Typ-C, USB Hub, 4ms Reaktionszeit, DisplayPort, Mini DisplayPort, 60 Hz, 3840x2160, Ambiglow) schwarz
(154 Kundenrezensionen)
Preis: 723,74 €
(Stand von: 29.07.2021 10:19 - Details
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Fazit

Auf den ersten Blick ist der Philips 436M6VBPAB ein TV-Gerät – nur eben ohne TV-Funktionalität – und damit auf jeden Fall eine Anomalie im Monitor-Universum. Sein Schwerpunkt liegt klar im Unterhaltungsbereich. Den Standardsatz auf der Philips-Website, das Gerät würde zugleich auch hohe Ansprüche im Bereich professioneller CAD-Lösungen erfüllen, sollte man geflissentlich ignorieren. Dazu ist das Produkt weder gedacht noch geeignet.

Im Test des Philips 436M6VBPAB konnten wir insgesamt viel Licht und auch einige Schatten erkennen – und das nicht nur bezogen auf das Thema HDR. Zunächst beeindruckt das MVA-Panel mit einem enorm hohen nativen Kontrast und einem satten Schwarzwert. Auch eine Maximalhelligkeit von 680 cd/m² über die gesamte Display-Fläche (außerhalb von HDR) stellt einen deutlichen Rekord in unserer Testdatenbank auf.

Natürlich darf man sich fragen, wozu man Letzteres braucht. Für das Wohnzimmer am Abend ist das entschieden zu hell. Bei HDR dagegen geht es weniger um die dauerhafte Maximalhelligkeit des gesamten Displays, sondern vielmehr um Spitzenhelligkeiten in begrenzten Bereichen bei gleichzeitig sehr hohem Kontrast durch annähernd schwarze Bereiche drumherum. Das dazu aktuell technisch noch zwingend erforderliche „Local Dimming“ beherrscht der Philips aber nur mit 32 recht großen Zonen.

Aufgrund des ohnehin sehr hohen nativen Kontrasts ist die HDR-Wiedergabe des Philips 436M6VBPAB dennoch beeindruckend und auf jeden Fall ein Mehrwert, auch wenn sie mit erheblich teureren Geräten nicht mithalten kann. Bereits bei normalen Filmen und Spielen kann das Modell mit den kräftigen Farben seines großen DCI-P3-Farbraums begeistern. Die Werksabstimmung ist in puncto Farben und Graubalance zumindest messtechnisch sehr gut gelungen.

Hier sollte man sich aber von der Bewertungstabelle nicht täuschen lassen. Beides wird in der Bildschirmmitte gemessen. Neben der suboptimalen Blickwinkelneutralität ist es vor allem die Bildhomogenität, die die Bildqualität insgesamt erheblich schmälert und auch die Graustufen über die gesamte Bildfläche nicht als neutral erscheinen lässt.

Das muss einen im Unterhaltungsbereich und beim Spielen nicht unbedingt stören. Angesichts der überdurchschnittlich guten Reaktionszeiten wird das Gerät seiner Hauptzielgruppe, den Konsolenspielern, sehr gut gerecht – und das zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Prad Testlogo Philips 436M6VBPAB

 

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16 KOMMENTARE

  1. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen wie der Philips BDM4350UC ?
    Würde ihn gern zum zocken mit dem der PS4 nehmen aber da ich auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich nicht sehr toll wenn er da das gleiche Problem wie der oben genannte Phillips hätte.

    Ps Sorry falsch der Post doppelt kommt, kam ein Fehler nach dem Senden und ich habe ihn nochmal geschrieben.

  2. Hat der Monitor auch das Problem mit dem Einbrennen was bei dem Philips BDM4350UC häufiger reklamiert wurde ? Würde den Monitor gerne zum zocken mit der PS4 nehmen, da ich aber auch öfters Stream anschaue wäre das natürlich sehr blöd sollte das bei diesem auch der Fall sein.

  3. Hallo. In den technischen Daten steht die HDMI Version 2.0. Die ist aber nicht HDR fähig. Ist das ein Fehler oder handelt es sich tatsächlich „nur“ um 2.0 ohne a oder b dahinter? Der Zuspieler müsste dann also zwingend über DP 1.4 angeschlossen werden um HDR sehen zu können?

    • Genau so steht es auf der Herstellerseite. Ich habe leider auf die Schnelle per Google auch keine andere Info gefunden. Also ich denke das geht nur über DisplayPort.

  4. Does it have RGB sub-pixel structure or BGR like most 40″-43″ current monitors?
    ( which makes them not really usable for accurate line reproduction, CAD, graphics etc?)

      • Thank you for the prompt reply!
        Any recommendation for 40-43 inch display that have proper RGB structure and subpixels for secondary colors?

        • This is exactly my curent problem, too. It seems there is only 2 different flat 4K panels of that size worldwide in production:
          – This one, a VA-panel, which is 43inch in diagonal and this suffers from BGR-constellation with text and lines in everey installment (this philips 436…, ausus PQ43.., acer CG7)
          – Another one, IPS-panel, which is 42.5inch in diagonal and that suffers from burn-in/afterglow effects ( e.g. the philips 435…, acer ET0 ET430…, iiyama X43…, Dell U4320Q) with static content like button-bars, window-edges etc.

          havent found an acceptable compromise for CAD at a reasonable price yet 🙁

  5. Wir vermuten, dass hier zu einem technischen Kniff gegriffen wurde, um die hohe Maximalhelligkeit des Philips 436M6VBPAB zu ermöglichen. Das wird meiner Meinung nach die Quantum Dot Technologie sein.
    00 und 01 sind das gleiche Gerät Herr Badder. 00 ist die Bezeichnung Für die Region(Europa).

  6. Welchen Typ des Philips Momentum Monitors haben Sie getestet ?
    436M6VBPAB/00 Ultra Wide Color-Technologie
    436M6VBPAB/01 mit Quantum Dot color

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