Test Projektoren & Beamer InFocus IN8606HD
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Bildqualität

Für den Test am PC haben wir den Projektor am HDMI-Anschluss in der nativen Auflösung betrieben. Zudem wurde der Projektor mit einem Reset auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Die Farbmessungen haben wir mit einem i1 Display Pro von X-Rite durchgeführt.

Infocus In8606hd Beamer MainTestScreen
Main Test-Screen.

Zur Durchführung der Messungen sowie der Erstellung des Videos und der Fotos vom projizierten Bild wurde der Projektor waagerecht ausgerichtet und im Abstand von ca. 2,7 Metern auf eine Leinwand mit GAIN-Faktor 1 ausgerichtet. Die Raumbeleuchtung wurde dabei vollständig abgedunkelt, die eingestellte Projektionsfläche betrug 1,69 x 0,95 Meter.

Auflösung

Der InFocus IN8606HD kann mit seinen nativen 1.920 x 1.080 Bildpunkten die volle HD-Auflösung ohne Umrechnung wiedergeben. Die eingebaute Skalierungseinheit verarbeitet auch zahlreiche andere PC- und AV-Formate: SDTV (480i/480p/576i/576p) und HDTV (720p/1.080i/1.080p). Am PC sind Auflösungen von 640 x 400 bis 1.920 x 1.200 möglich.

In der nativen Auflösung 1.080p verträgt der IN8606HD praktisch alle relevanten Bildwiederholfrequenzen: 24, 25, 30, 50 und 60 Hz.

Die möglichen Auflösungen sind in einer Liste im Handbuch zusammengestellt. Skalierungsverluste führen allerdings grundsätzlich bei jedem Gerät zu Einbußen bei der Bildqualität. Die native Auflösung ist daher immer die beste Wahl.

Das Pixelgitter ist nur sichtbar, wenn man sehr nahe an das Bild herangeht. Bei normalen Betrachtungsabständen ist es praktisch nicht auszumachen. Pixelfehler traten bei unserem Testgerät nicht auf.

Bildschärfe und Konvergenz

Infocus In8606hd Beamer Gitter Nativ
Infocus In8606hd Beamer Text Nativ
Bildschärfe und Darstellung von Grafik und Text ist in der Bildmitte ausgezeichnet.

Die einpixeligen Strukturen unseres Testgitters kann der InFocus IN8606HD ausgezeichnet wiedergeben. Senkrechte und waagrechte Linien sowie feine Strukturen werden akkurat dargestellt. Das Gleiche gilt für die Darstellung von Texten.

Die Interpolation von niedriger aufgelöstem Eingangsmaterial stellt den IN8606HD ebenfalls vor keine Probleme. Man muss schon die Lupe bemühen, um zu erkennen, dass die Interpolations-bedingte Verdickung der Linien nicht überall zu 100% gleichmäßig ist. Farbsäume sind ebenfalls kaum zu beobachten. Insgesamt ein sehr gutes Ergebnis.

Infocus In8606hd Beamer Gitter 720p
Infocus In8606hd Beamer Text 720p
Das Ergebnis der Interpolation von 720p ist sehr gut.
Infocus In8606hd Beamer Gitter 720p
Auch die DVD-Auflösung 576p wird hervorragend interpoliert.
Infocus In8606hd Beamer Text 576p
Auch die DVD-Auflösung 576p wird hervorragend interpoliert.

Die Zuspielung von 576p-Material mit Streckung auf das 16:9-Format kann ebenfalls überzeugen. Der IN8606HD bietet zudem bei jeder Auflösung die Möglichkeit auf die Interpolation zu Verzichten und stattdessen eine pixelgenauen 1:1-Darstellung (mit entsprechenden kleinerem Bild) zu wählen.

Vorsicht ist lediglich beim Schärfe-Regler geboten, denn der wirkt auch am Digital-Eingang. In der Voreinstellung ab Werk konnten wir aber in keinem der Presets ein übertriebenes Nachschärfen beobachten.

Positiv überrascht hat uns der IN8606HD auch bei der Schärfeverteilung. In dieser Preisklasse wird häufig am Objektiv gespart, so dass die Leistung der Elektronik am Ende nicht bzw. nicht gleichmäßig auf der Leinwand ankommt. Nicht so beim IN8606HD.

Die folgende Abbildungsserie zeigt unser Testbild, bei dem auf die Mitte fokussiert wurde, in der Gesamtansicht und jeweils Ausschnitte aus dem Originalbild von der Mitte und den Ecken.

Infocus In8606hd Beamer Schaerfeverteilung Gesamt
Infocus In8606hd Beamer Schaerfeverteilung Mitte
Links: Testbild komplett, Rechts: 100%-Ausschnitt Mitte.
Infocus In8606hd Beamer Schaerfeverteilung Links Oben
Infocus In8606hd Beamer Schaerfeverteilung Rechts Oben
Links: 100%-Ausschnitt links-oben, Rechts: 100%-Ausschnitt rechts-oben.
Infocus In8606hd Beamer Schaerfeverteilung Links Unten
Infocus In8606hd Beamer Schaerfeverteilung Rechts Unten
Links: 100%-Ausschnitt links-unten, Rechts: 100%-Ausschnitt rechts-unten.

Die bei fotografischen Objektiven auch, lässt bei jedem Objektiv die Abbildungsleistung zu den Rändern nach, am stärksten tritt dieser Effekt in den extremen Ecken zu Tage (schließlich ist ein Objektiv rund). Der Abfall der Schärfe ist in unseren Testgrafiken am stärksten rechts-oben und rechts-unten zu beobachten.

Insgesamt trotzdem ein sehr gutes Ergebnis, das man aber nur zu sehen bekommt, wenn man den Projektor lotrecht zur Leinwand ausrichtet und auf die elektronische Trapezkorrektur verzichtet.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Wir messen die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.

Die Helligkeit gibt InFocus mit 2.500/2.000 (Normal-/Ecomodus) ANSI Lumen an. Der dynamische Kontrast soll 10.000:1 erreichen. Auf die Stärke des Lichtstroms wirkt sich beim IN8606HD primär die Einstellung „Lampenleistung“ aus. Aber auch der gewählte Bildmodus hat Auswirkungen. Daher haben wir die wichtigsten Presets jeweils mit Lampenleistung „normal“ und „Eco“ durchgemessen.

Den höchsten Lichtstrom messen wir erwartungsgemäß im Modus Hell-normal mit 2.044 Lumen unterhalb der Bildmitte und 1.844 ANSI-Lumen wie üblich gemittelt über die gesamte Bildfläche. Messtechnisch kann der IN8606HD also überraschenderweise sogar den kürzlich getesteten und fast 3-Mal so teuren W7500 von BenQ übertrumpfen. Die Herstellerangabe erscheint also auf den ersten Blick noch gar nicht mal so übertrieben.

Die Praxis sieht jedoch ganz anders aus: mit den damit verbundenen Farbverschiebungen mag man vielleicht noch leben können, der Kontrastverlust im Bild ist jedoch so erheblich, dass viele Details einfach untergehen. Der Modus „Hell“ ist damit nur sehr eingeschränkt verwendbar. Eine echte Tageslichttauglichkeit können wir dem IN8606HD daher – trotz der auf dem Papier hohen Messwerte – nicht attestieren.

Auch die Effizienz ist mit 6,5 Lumen/Watt im Modus „Hell“ am besten, aber aus besagten Gründen eher ein Papier-Tiger. Im insgesamt interessantesten „Film-Modus-Eco“ bleiben nur noch mäßige 2 Lumen/Watt übrig. Die Lichtleistung erreicht nur noch 465 ANSI-Lumen, im Modus „Kino normal“ sind es 624 ANSI-Lumen.

Bei abgedunkeltem Raum ist dennoch der leise Modus Kino-Eco ausreichend, um eine 2 Meter breite 16:9-Leinwand bis zu 2 Metern Breite ausreichend mit Licht zu versorgen. Ein deutlich größeres Bild würden wir nicht mehr empfehlen und soweit möglich auch auf den lauteren Normal-Modus verzichten.

Bei der Anzeige eines schwarzen Bildes dürfte ein Projektor im Optimalfall überhaupt kein Licht mehr abstrahlen. Das schafft Stand heute so gut wie kein Gerät, zumindest nicht in dieser Preisklasse. Auch beim IN8606HD kommt noch deutlich sichtbar Restlicht durch. Schwarze Flächen erscheinen somit subjektiv eher wie ein dunkles Grau. Der gemessene Schwarzwert liegt immerhin bei 0,78 Lumen im empfehlenswerten „Film-Eco-Modus“. Für das statische Kontrastverhältnis (full on/off) finden Sie die Messdaten in folgender Tabelle.

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