Test Projektoren & Beamer InFocus IN8606HD
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Subjektive Beurteilung

Der InFocus IN8606HD ist zweifelsohne preislich ein sehr attraktives Gerät. Der Projektor wäre trotzdem teuer, wenn er nach der anfänglichen Begeisterung über das große Bild dann doch weitgehend ungenutzt in der Ecke steht, weil die Bildqualität nicht gut genug ist.

Infocus In8606hd Beamer Kino 1
Großes Kino mit anständigem Kontrast und natürlicher Farbdarstellung.

Wir haben im Technik-Teil gerade bei diesem Gerät besonders deutlich gesehen, dass man aufgrund von Prospektdaten und Zahlenkolonnen alleine keine Kaufentscheidung treffen sollte. Aus unserer Sicht ist deshalb auch die Kontrolle der Messwerte an Hand von realen Bildern sehr wichtig.

Im „Film-Modus“ gelingt dem IN8606HD bereits „Out-of-the-Box“ eine natürliche Farbdarstellung. Dass die Farbtemperatur im Vergleich zur D65-Norm eigentlich deutlich zu kühl dargestellt wird, fällt kaum auf. Unser Auge gewöhnt sich sehr schnell an unterschiedliche Farbtemperaturen. Rot- und Gelb-Töne kommen subjektiv sehr plausibel rüber.

Kräftiges Blau wie bei der Tagesschau wirkt etwas heller und kräftiger als gewohnt – ohne dabei in irgendeiner Weise zu stören. Auch die wichtigen Hauttöne stellt der IN8606HD sehr ordentlich und natürlich da. Die größte Schwäche hinsichtlich Farbdarstellung hat der IN8606HD bei der Darstellung von kräftigen Grün-Tönen.

Infocus In8606hd Beamer Kino 2
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Grün-Sättigung kommt etwas blass, Gelb recht plausibel rüber.

Vermutlich aufgrund unserer Vorgeschichte als Jäger und Sammler reagieren die meisten Menschen auf unnatürliche Grüntöne recht empfindlich. Bei vielen Geräten, die auf den ersten Blick noch „tolle Farben“ verheißen, werden Grün-Töne dann entweder regelrecht „giftig“ oder in Richtung „neon-gelb“ dargestellt.

Nichts davon ist beim IN8606HD der Fall. In Kauf nehmen muss man lediglich, das kräftige Grün-Töne etwas blasser wirken, als sie eigentlich sein sollten. Eine besonders herausfordernde Szene, die schnell die Spreu vom Weizen trennt, ist hierzu der Anfang des Kapitels 2 in „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“. Selbst ansonsten gute Projektoren kommen hier schnell ins Schleudern. Nicht so der InFocus IN8606HD: den unterschiedlichen Grün-Abstufungen in Wald und Wiesen fehlt es zwar etwas an Kraft und Differenzierung, sie bleiben aber stets natürlich. Aus dem Filmgeschehen reißt es den Betrachter damit wahrlich nicht.

Wir haben im Technik-Teil auch gesehen, dass der InFocus IN8606HD bei Schwarzwert und Kontrast keine Rekorde aufstellt, und auch die Differenzierung in dunklen Szenen nicht zu seinen Stärken gehört. Aber nicht alle Filme bestehen aus 2-stündigen Nachtszenen. Beispielsweise der Film „Oblivion“ erfordert in vielen Szenen einen ausgewogenen Dynamikumfang. Aber auch Szenen mit schwarzem All und funkelnden Sternen werden noch anständig dargestellt. Wirklich gefehlt, um den Film zu genießen, hat uns hier nichts.

„Underworld – Aufstand der Lykaner“ fordert den IN8606HD hinsichtlich Differenzierung in dunklen Szenen schon mehr heraus. Doch auch hier gelingt dem IN8606HD eine durchaus passable Darstellung. Echte K.O.-Kriterien können wir nicht ausmachen.

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Schwarzwert und Detailzeichnung in dunklen Szenen könnte besser sein.

Auch hinsichtlich des Reaktionsverhaltens waren im Praxistest bei Spielen und Videos keine ungewöhnlichen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfe zu sehen. Beides macht mit dem IN8606HD durchaus Spaß. Gerade für Spieler ist die DLP-Technik mit ihren blitzschnellen Reaktionszeiten gut geeignet. Problematisch ist hier aber, dass man den Raum schon weitgehend abdunkeln muss. Für Spiele bei Tageslicht reicht Licht- und Kontrastleistung nicht aus.

Für Sport-Freunde – also beispielsweise für die nächste Fußball-WM – wäre der IN8606HD auch eine Überlegung wert, um möglichst günstig an ein großes Bild zu kommen. Da es hier auf Farbechtheit und Kontrast in der Regel nicht so sehr ankommt, sollte man dank des Modus „Hell“ auch ohne vollständige Abdunkelung des Raumes auskommen.

Das vermutlich größte Manko des IN8606HD ist durch die DLP-Technik generell bedingt, tritt beim IN8606HD aber trotz 6-Segment-Farbrad besonders stark auf: der sogenannte Regenbogen-Effekt. Er entsteht, wenn Farben nicht gleichzeitig, sondern durch Projektion der Einzelfarben rasch nacheinander dargestellt werden.

Der Regenbogen-Effekt lässt sich zwar bei Projektoren mit Ein-Chip-DLPs nicht vollständig vermeiden, tritt beim IN8606HD aber besonders stark auf und ist am Anfang schon recht gewöhnungsbedürftig. Hier muss jeder potentielle Käufer individuell für sich eine Grundsatz-Entscheidung treffen, ob er auf Dauer damit leben kann oder nicht. Im Laufe der 3-wöchigen Testphase haben sich selbst die Augen unserer beiden ansonsten recht DLP-empfindlichen Test-Probanden daran gewöhnt. Um das herauszufinden muss man das Gerät aber schon ein paar Tage zur Verfügung haben.

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