Test TV Sharp LC-32LE700E
4/5

0
1983

Bildqualität

In seiner nativen Full-HD-Auflösung und bei gleichzeitig aktiviertem 1:1-Pixelmapping zeigte der Sharp LC32Le700E Blu-ray-Inhalte mit brillanter Schärfe, wozu die relativ kleine Bilddiagonale auch ihr Übriges tut. Das Bild wirkt klar und stabil, gutes Antialiasing macht Treppeneffekte aus einer Distanz von mehr als 30 cm unsichtbar.

Die subjektive Farbdarstellung, insbesondere von Grün und Rot, ist gelungen und bestätigt unsere Messergebnisse.

Das festgestellte Kontrastverhältnis von 2.200:1 trägt außerdem viel zu einem guten Gesamtbild bei. Vom guten Schwarzwert und der Qualität der Schattendetails überzeugten wir uns anhand der BD- Titel „Batman: The Dark Knight“ und „Harry Potter: Prisoner of Azkaban“.

Filmfreunde werden die Tatsache begrüßen, dass der LC32Le700E 24p-Material korrekt wiedergibt. Die 100-Hertz-Option haben wir in Filmen ausprobiert, waren aber schon bald gezwungen, sie abzuschalten: Nicht nur, dass bewegte Objekte beschleunigt wurden, sondern es kam auch zur Artefaktbildung.

Sharp Lc 32le700e Fernseher Lc32le700e Bd1
Blue-ray Test

Apropos bewegte Objekte – hier kommen wir zum Hauptmanko des Panels, unabhängig davon, ob 100 Hertz eingestellt sind oder nicht: Die Reaktionszeit des LC32LE700E ist enttäuschend. Unser Test mit 720 Zeilen Bewegtbildauflösung führte zu einer gut wahrnehmbaren Bewegungsunschärfe, die zu betrachten die Augen anstrengt.

Besonders deutlich wurde dieses Problem während des mit unserer FPD-Blu-ray-Testscheibe, speziell in Test Nummer vier (Hängematte). In dieser Szene ist gut erkennbar, dass die Gesichtsfarbe des Mädchens in Bereichen, deren Pixel hautfarben sein sollten, kurz nachdem dort das Schwarz ihres Haars dargestellt wurde, eine Rotfärbung aufweist. Daran ist nur die schlechte Reaktionszeit des LC32Le700E schuld.

Sharp Lc 32le700e Fernseher Lc32le700e Bd2
Bild aus: „Harry Potter – Prisoner of Azkaban“

Bemerkung zur verbauten LED-Technologie

Sharp setzt in seinem Panel LED-Beleuchtung über den gesamten Panelhintergrund ein. Gegenüber LED-LCDs mit lokaler Verdunklung unterscheidet sich diese Beleuchtungsvariante in der Art, wie die Helligkeit verändert wird: Das Sharp-Panel schwächt bzw. erhöht die Leuchtkraft der Lämpchen über die ganze Bildschirmfläche hinweg, nicht bloß in einzeln ansteuerbaren Feldern. So erhält man ein Display, was gleichmäßiger beleuchtet ist, weil es die Nachteile separat verdunkelter Bereiche ausschließt.

Als Beispiel soll eine Nachthimmel-Szene mit Mond und Sternen dienen. Auf Panels mit „local dimming“ erstrahlt der Mond mit voller Helligkeit, weil der dahinterliegende Einzelbereich der LED-Beleuchtungs-Matrix direkt angesteuert und erhellt werden kann. Allerdings leuchtet das ihn umgebende Schwarz heller als an anderen Stellen des Displays, zum Beispiel dort, wo die Sterne zu sehen sind. Die LED-Areale hinter den Sternen sind völlig verdunkelt und zeigen ein schönes Tiefschwarz, nehmen jedoch dadurch den Sternen etwas Helligkeit weg.

Das unten stehende Bild veranschaulicht die beschriebene Szene:

Sharp Lc 32le700e Fernseher Lc32le700e Led Backlight
Bild: Man beachte das Viereck rund um den Mond – es wirkt heller als der übrige Nachthimmel. Die Sterne erscheinen dunkler als sie eigentlich sein sollten.

Eine alternative LED-Beleuchtungsart ist die sogenannte „Edge-type-LED“-Bauweise, wo sich LEDs seitlich im Gehäuse befinden. Ihr Licht gelangt durch kleine Kanäle und mittels Spiegeln auf den gesamten Panelhintergrund. Auf diese Weise lassen sich flachere Displays bauen, deren Helligkeit aber nicht so gleichmäßig ausfällt. Im Gegenteil stören häufig die sogenannten Lichthöfe, Stellen, an denen das von beiden Seiten einstrahlende Licht hindurchscheint.

Unser Sharp Aquos-LED-Fernseher weist solche Helligkeitssprünge nicht auf, weil die Leuchtdioden in einem gleichmäßigen Muster hinter dem Panel verteilt liegen.

Digitales HD- and SD-Material

Eune leichte Bildunschärfe und leichte Artefakte sind insbesondere dann zu beobachten, wenn aus der Nahdistanz ferngesehen wird. Außer diesem Nachteil haben wir an den die Bildqualität beeinflussenden Faktoren nichts auszusetzen: Der Fernseher überzeugt mit präziser Farbwiedergabe und tiefem Schwarz – dank LED-Hintergrundbeleuchtung über das gesamte Panel hinweg.

Nutzer des LC32Le700E können überdies auf ausgereifte Formatumschaltungen zurückgreifen: SD-Programme können im Seitenverhältnis von 4:3 angeschaut werden oder, wenn schwarze Balken um das Bild herum stören, ohne Qualitätsverlust ins 14:9-Format konvertiert werden. Über eine automatische Formatumschaltung, die das Seitenverhältnis an das entsprechende Bildmaterial anpasst, verfügt der Sharp nicht; wir haben diese Option aber auch nicht vermisst.

Sharp Lc 32le700e Fernseher Lc32le700e Tv1
SD Programme können in 4:3 oder 14:9 geschaut werden.

Obschon der LC32Le700e digitales Rauschen effektiv reduziert, wirkt der Deinterlacer bei SD-Signalen auf dem Full-HD-Panel keine Wunder und beseitigt nicht alle Artefakte und Verpixelungen. Wir empfehlen daher einen Sehabstand von zwei bis zweieinhalb Metern.

Sharp Lc 32le700e Fernseher Lc32le700e Tv2
SD Bild (TV).

Einen hervorragenden Eindruck machte der HRT-HD-Promokanal, vor allem die Aufnahmen von Zagreb bei Nacht. Hier werden die Vorteile der LED-Technologie, kombiniert mit korrekter Helligkeit voll ausgespielt.

Filme auf DVD

Unser DVD-Film, Transformers, machte sich auf dem Sharp-Panel gut: Scharf war das Bild, lobenswert das Antialiasing von diagonalen Linien und die Farbwiedergabe ließ im Großen und Ganzen auch keine Wünsche offen. Aber auch hier patzte die Bewegtbildauflösung: Gerade in einem solch hochdynamischen Titel fallen Schlieren eklatant auf. Wie schon beim digitalen SD-Signal empfehlen wir, aus zwei bis zweieinhalb Metern Entfernung zuzuschauen.

Sharp Lc 32le700e Fernseher Lc32le700e Dvd
Flime von DVD empfehlen wir aus zwei bis zweieinhalb Metern Entfernung anzuschauen.

LC32LE700E als PC-Monitor

Mittels DVI-auf-HDMI-Kabel schlossen wir unser Panel an den Grafikausgang einer Nvidia Geforce 7900GT an. Ein wenig Einstellarbeit im „Nvidia Control Panel“ bescherte uns ein 1:1-Full-HD-Desktopbild ohne Flackern, das mit 1,5 Meter Abstand gut ablesbar war. Alle Presets außer dem Spiele-Modus hatten 0,1 Sekunde Inputlag, wie wir bei genauer Beobachtung des Mauszeigers feststellten. Für unseren Spieletest kam ergo nur der „Game-mode“ infrage.

Sharp Lc 32le700e Fernseher Lc32le700e Latenz
PC-Modus: Inputlag.

Im Online-Fantasy-Game Guildwars hatten wir unsere wahre Freude an der – im Vergleich zum sonst gewöhnten 20-Zoll-Dell-Monitor – riesigen Bildschirmfläche. Spiele im Breitbildmodus auszuführen, bringt nicht nur mehr Spielinhalte auf den Horizontalbereich, sondern verschafft dem Zocker auch eine bessere Übersicht über das virtuelle Schlachtfeld.

Sharp Lc 32le700e Fernseher Lc32le700e Pc
PC-Modus: „Guild Wars“.

Normalanwender werden sich an den durchschnittlich 30 ms Inputlag nicht stören, professionelle Spieler hingegen schon. Surfen im Internet und die Benutzung von Officeanwendungen war problemlos möglich, genau, wie wir es erwartet hatten. Somit können wir den LC32LE700E eine gute Eignung als PC-Monitor attestieren.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!