Test ViewSonic VP2756-4K: 4K-Grafik-Monitor mit USB-C
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2756-4K
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2756-4K

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 400 cd/m². Das liegt sogar 14 % über der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 34 cd/m².

Auch nach der Kalibrierung ändern sich die Werte für die Maximal- und Minimalhelligkeit nicht erwähnenswert. Der ViewSonic VP2756-4K ist somit sehr universell in ganz dunklen wie auch sehr hellen Umgebungen einsetzbar.

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei guten 931:1. Bemerkenswert ist dabei, dass das Kontrastverhältnis im Bereich der typischen Arbeitshelligkeiten am besten abschneidet. In der Endwertung reicht es daher noch für ein „Sehr gut“.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Diagramm der Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Diagramm der Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 6,17 % zufriedenstellend. Der Maximalwert ist mit 12,91 % bereits als gut zu werten. Auch die Farbhomogenität kann durchweg zufriedenstellen (Delta-C-Average: 1,71, Delta-C-Maximum: 3,70).

Das ist ein für Allrounder typisches Ergebnis, für einen Grafikspezialisten dagegen eher mittelprächtig. Eine spezielle Ausgleichsfunktion zur Verbesserung der Bildhomogenität besitzt der ViewSonic VP2756-4K nicht.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic VP2756-4K
Coating des ViewSonic VP2756-4K
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic VP2756-4K besitzt eine dezent stumpfe Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des VP2756-4K bei horizontalen Blickwinkeln von ±60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom IPS-Panel des ViewSonic VP2756-4K
Horizontale und vertikale Blickwinkel

ViewSonic verwendet auch beim VP2756-4K ganz offensichtlich ein hochwertiges IPS-Panel. Die Blickwinkelneutralität ist damit erwartungsgemäß sehr gut. Auch bei extremeren Blickwinkeln bleiben die Farben zuverlässig stabil. Selbst bei der Farbtemperatur können wir keine nennenswerten Abweichungen erkennen. Zu beobachten ist zwar der übliche Helligkeits- und damit Kontrastverlust, der fällt beim ViewSonic VP2756-4K aber überdurchschnittlich gering aus.

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen und steht ab Werk auf Stufe 50. Wir haben für unseren Test die Einstellung so belassen.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Proband mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern der Bildschirm eine vollwertige Hardware-Kalibration besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung nach der Software-Kalibration:

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Der native Farbraum des ViewSonic VP2756-4K ist ein gutes Stück größer als der sRGB-Farbraum, der dabei nahezu vollständig umschlossen wird. Die Herstellerangaben werden somit sehr gut eingehalten.

Außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen kann die oben zu sehende Überdeckung allerdings auch nachteilig sein, zum Beispiel in der Videobearbeitung. Interessant ist daher auch der Blick auf das sRGB-Werks-Preset.

Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Preset, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Preset, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Preset, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Preset, 3D-Schnitt 2

Tatsächlich wird hier der Farbraum effektiv zurechtgestutzt, um die Überdeckungen zu vermeiden. Das gelingt dabei bemerkenswert gut, da im Gegenzug kaum etwas vom Zielfarbraum verloren geht.

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach der Software-Kalibrierung zusammen:

Farbraum Hersteller-Angabe Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 100 % 98 % 99 %
Adobe RGB 78 % 73 %
ECI-RGB v2 k. A. 66 %
DCI-P3 RGB 80 % 76 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) k. A. 90 %

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