Test ViewSonic VX2785-2K-MHDU: Monitor für Entertainment und Office
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Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Diagramm: Gemittelte Helligkeitsverteilung
Gemittelte Helligkeitsverteilung
Diagramm: Gemittelte Farbreinheit
Gemittelte Farbreinheit

Die Lichthöfe des Monitors liegen zu nahe am Rand, um bei unseren Messungen berücksichtigt zu werden. Unsere Messungen zeigen daher auch Abweichungen, die in der Realität nicht direkt ins Auge springen, aber trotzdem vorhanden sind. Diese Abweichungen können vor allem bei der Bildbearbeitung wichtig sein. Bei üblichen Office-Arbeiten dürfte es keine große Rolle spielen, dass der ViewSonic bei der Helligkeitsverteilung nicht mehr gut abschneidet. Die maximale Abweichung in einem Messfeld liegt bei 17 %, und auch die durchschnittliche Abweichung mit rund 8 % wäre allein betrachtet keine gute Note mehr wert.

Bei der Farbreinheit zeigt sich ein ähnliches Bild. Sowohl eine maximale Abweichung von 3,5 Delta als auch die durchschnittliche Abweichung mit einem Delta von 1,9 verhindern gute Benotungen in diesem Bereich.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic VX2785-2K-MHDU
Coating des ViewSonic VX2785-2K-MHDU
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der Monitor besitzt eine dezent stumpfe Oberfläche mit ganz leichten, mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Aus allen vier unterschiedlichen Blickwinkeln wird das Bild etwas dunkler dargestellt, als es bei einer frontalen Sicht der Fall ist. Farbverfälschungen oder einen deutlich abnehmenden Kontrast konnten wir dagegen nicht beobachten. Der Monitor eignet sich daher auch für die Betrachtung von Inhalten mit mehreren Personen. Durch die Einstellbarkeit der Neigung kann der Effekt zudem abgeschwächt werden, wenn zum Beispiel ein Film von einem niedrigeren Blickpunkt wie einem Sofa geguckt werden soll.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom IPS-Panel des ViewSonic VX2785-2K-mhdu
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Interpolation

Der ViewSonic VX2785-2K-MHDU besitzt vier Einstelloptionen, um kleinere Auflösungen als die native darzustellen. Möglich sind Seitenverhältnisse von 4:3, 5:4, 16:9 oder 16:10. Bei diesen Einstellungen wird jeweils eine seitengerechte Vergrößerung vorgenommen. Bei der Auswahl von 16:9 erfolgt entsprechend eine Streckung auf Vollbild. Ein 1:1-Betrieb ist dagegen nicht möglich.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Unter Windows 10 sind wir es bei unserem Testrechner gewohnt, dass die Einstellungen im OSD des Monitors überschrieben werden und alle Auflösungen seitengerecht vergrößert dargestellt werden. Beim aktuellen Probanden war dies allerdings nicht notwendig, da die Einstellung des Seitenverhältnisses als auch der Schärferegler im OSD ausgegraut dargestellt und damit nicht ausgewählt werden konnte. Beim Anschluss eines BD-Players konnten beide Einstellungen dagegen angewandt werden.

Wir haben der nativen Auflösung wie üblich das kleinere 16:9-Format mit 1280 x 720 Pixeln bildlich gegenübergestellt. Die Darstellung des Bildes war angenehm, und es wurde nur eine leichte Unschärfe angezeigt. Diese konnte über den ausgegrauten Schärferegler auch nicht angepasst werden. Nach wenigen Minuten war diese allerdings nicht mehr wahrnehmbar, sodass sowohl bei Desktop-Arbeiten als auch in Spielen eine längere Zeit mit der kleineren Auflösung gearbeitet bzw. gespielt werden konnte, ohne dass negative Effekte zu beobachten waren. Es kann daher insgesamt eine gute Interpolationsleistung erzielt werden.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1Display Pro und das Spektrofotometer X-Rite i1Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Eine sRGB-Farbraumabdeckung von 97 % führt zu einer sehr guten Benotung. Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse nach der Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen.

Farbraum Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 97 %
Adobe RGB 71 %
ECI-RGB v2 65 %
DCI-P3 RGB 74 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 89 %

Bildmodus „Standard“, Farbtemperatur „Native“ (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung
Graubalance in der Werkseinstellung

Bei den Abweichungen der Grauwerte zeigt der Monitor in der Werkseinstellung bereits sehr gute Ergebnisse. Sowohl der Range-Wert als auch der Durchschnitt der Abweichungen liegen auf einem sehr guten Niveau. Der Weißpunkt beträgt ziemlich genau 6500 Kelvin und der Kontrast hohe 990:1. Die Gammakurve verläuft dagegen nicht optimal.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe im sRGB-Modus
Farbwiedergabe im sRGB-Modus

Einen sRGB-Bildmodus gibt es nicht, wir haben daher die Farbtemperatur von der Werkseinstellung „Native“ auf „sRGB“ geändert und damit die Messungen durchgeführt. Verändert wurde dabei zum Beispiel auch die Helligkeit auf 29, die aber manuell noch angepasst werden kann. Andere Einstellungen wie zum Beispiel der Kontrast sind ausgegraut und können nicht mehr geändert werden.

Die Abweichungen bei den Grauwerten bleiben auf einem guten Niveau, und auch die restlichen Werte wie Gammakurve, Kontrast und Weißpunkt bleiben nahezu identisch. Die durchschnittlichen Abweichungen bei den Farbwerten übersteigen allerdings ein Delta von 4, wodurch in diesem Bereich die schlechteste Note vergeben werden musste. Für farbkritische Arbeiten ist der Monitor mit dieser Einstellung daher nicht zu empfehlen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des Standardmodus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe im Standardmodus
Farbwiedergabe im Standardmodus

Wir haben gehofft, dass die Farbabweichungen in der Werkseinstellung nicht so stark ausfallen. Das Ergebnis ist aber sehr ähnlich, und der Durchschnitt der Abweichungen liegt auch in diesem Modus bei einem Delta von über 4.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

2 KOMMENTARE

    • Nach meiner Kenntnis kann er Daisy Chain über DisplayPort, dazu muss im OSD DisplayPort 1.2 MST aktiviert werden. Es können aber keine 4K Monitore eingebunden werden.

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