Test ViewSonic VX2785-2K-MHDU: Monitor für Entertainment und Office
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Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 40
Kontrast: 70
Gamma eingestellt: nicht vorhanden
Gamma gemessen: 2.20
Farbtemperatur: Benutzereinstellung
RGB: 98/96/100
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: nicht vorhanden
Schärfe: nicht einsehbar
Reaktionszeit: Standard

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung des Profils
Validierung des Profils

Bei der Profilvalidierung treten keine unschönen Nichtlinearitäten auf. Der Range-Wert fällt für eine sehr gute Benotung etwas zu hoch aus, ansonsten gibt es keinen Anlass zur Kritik.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.

Nach der Kalibrierung liegen alle Bereiche auf einem guten Niveau. Der Range-Wert ist auch in diesem Bereich etwas höher, und es gibt eine kleinere Spitze bei den Farbwerten. Der Durchschnitt bei den Farbabweichungen liegt nun allerdings bei einem Delta von nur noch 0,5, was ein sehr guter Wert ist. Die Gammakurve verläuft ebenfalls fast genau auf der Ideallinie, und der Weißpunkt und der Kontrast liefern sehr gute Ergebnisse. Werden nur diese Eigenschaften betrachtet, wäre nach einer Kalibrierung auch die Bildbearbeitung im Amateurbereich zu empfehlen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den ViewSonic VX2785-2K-MHDU haben wir in nativer Auflösung am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Auf der Hersteller-Homepage wird eine bestmögliche Reaktionszeit von 5 ms (GTG) genannt. Der ViewSonic VX2785-2K-MHDU besitzt drei Overdrive-Stufen („Response Time“: „Standard“, „Erweitert“, „Ultraschnell“). In der Werkseinstellung ist die Option „Standard“ aktiviert.

60 Hz, Overdrive „Standard“

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz ("Standard"): sehr langsame Schaltzeiten
60 Hz („Standard“): sehr langsame Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Standard"): keine Überschwinger
60 Hz („Standard“): keine Überschwinger

In der kleinsten Overdrive-Einstellung „Standard“ liegt der Durchschnitt unserer Messpunkte bei über 20 ms. Der Übergang bei den Mischfarben übersteigt diesen Wert ebenfalls. Selbst ein Grauwechsel erreicht über 15 ms. Überschwinger sind dagegen nicht auszumachen. Für Gamer ist dieser Betrieb jedoch trotzdem nicht zu empfehlen.

60 Hz, Overdrive „Erweitert“

Auf der mittleren Overdrive-Stufe liegt der Durchschnitt bei rund 15 ms. Die Mischfarben verbessern sich etwas und erreichen 13 ms. Die minimalen Überschwinger spielen auf dieser Stufe keine Rolle. Für Gamer sind die Werte aber weiterhin nicht ideal.

Diagramm 60 Hz ("Erweitert"): angemessene Schaltzeiten
60 Hz („Erweitert“): angemessene Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Erweitert"): minimale Überschwinger
60 Hz („Erweitert“): minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

Auf der höchsten Overdrive-Stufe liegen die Mischfarben unter, aber die Grauwerte über 10 ms. Dies ist selten der Fall, da der GtG-Wert in der Regel die besten Ergebnisse liefert und die Hersteller häufig auch mit diesem werben. Die von ViewSonic versprochenen 4 ms bei GtG können wir aber leider in keiner Stufe bestätigen. Der Durchschnitt unserer Messungen beträgt zudem 13,4 ms, was keinen Gamer beeindrucken wird. Die Latenz fällt vergleichsweise gering aus, und die Überschwinger treten ebenfalls nur minimal auf. Für den Dauerbetrieb können wir diese Einstellung empfehlen, da auch keine optisch sichtbaren negativen Effekte aufgefallen sind.

Diagramm 60 Hz ("Ultraschnell"): gute Schaltzeiten
60 Hz („Ultraschnell“): gute Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Ultraschnell“): leichte Überschwinger
60 Hz („Ultraschnell“): leichte Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Standard"
60 Hz, Overdrive „Standard“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Erweitert"
60 Hz, Overdrive „Erweitert“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Ultraschnell"
60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

Latenzzeit

Die Latenzzeit fällt (im Modus „Ultraschnell“) bei 60 Hz mit 3,6 ms gering (kürzester Messwert aus mehreren Versuchen) aus. Wird bei dieser Overdrive-Einstellung die halbe mittlere Bildwechselzeit hinzugerechnet, werden allerdings knapp über 10 ms erreicht. Dies dürfte für Gelegenheitsspieler völlig ausreichend sein. Hardcore-Gamer werden generell zu einem auf Gaming spezialisierten Gerät zurückgreifen und nicht als Zielgruppe dieses ViewSonic-Modells gelten.

2 KOMMENTARE

    • Nach meiner Kenntnis kann er Daisy Chain über DisplayPort, dazu muss im OSD DisplayPort 1.2 MST aktiviert werden. Es können aber keine 4K Monitore eingebunden werden.

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