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TESTBERICHT: LG Flatron W2363D Teil 13


Antwortzeit bei einem Wechsel von Schwarz zu Weiß (RGB 0 zu RGB 255).

Das verwendete Panel ist für 120Hz nicht optimal geeignet: schon im 60Hz-Betrieb (markiert durch gelbe Pfeile) reicht die Framezeit von 16,7 Millisekunden nur knapp für einen vollständigen Schwarz-Weiß-Wechsel aus. Im 120Hz-Betrieb ist die halbierte Framezeit von nur 8,3 Millisekunden (gepunktete Pfeile) zu kurz: in dieser Zeitspanne schafft es das Panel beim Bildwechsel nur noch auf 75 Prozent der Endhelligkeit. Bei normaler Betrachtung wird dies keine Einschränkung darstellen, im 3D-Modus hingegen schon. Jedes Auge bekommt hier nur die Hälfte der Frames zu sehen, deshalb sollte ein 120Hz-3D-Frame nicht schlechter ausfallen als ein 60Hz-2D-Frame.

Eine Bewegungsunschärfe tritt bei TFT-Monitoren physikalisch bedingt grundsätzlich auf. Durch kurze Reaktionszeiten der Flüssigkeitskristalle kann sie aber in einem akzeptablen Rahmen gehalten werden. Im praktischen Versuch mit Spielen und Videomaterial zeigte der W2363D diese Unschärfe nicht anders als andere aktuelle TN-Panels auch.

Inputlag

Neben der Reaktionszeit, die für den schnellen Bildaufbau notwendig ist, ist auch die Verzögerungszeit (Latenz) eines Monitors von Bedeutung. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Vergeht zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Mit Hilfe des Oszilloskops haben wir den W2363D gegen einen Elsa Ecomo 19H98 Röhrenmonitor antreten lassen. Durch die optische Analyse der beiden synchronisierten Helligkeitssignale wurde die Verzögerungszeit ermittelt. Dieses Verfahren ist genauer als die verbreitete Fotomethode.

Erläuterung der Darstellung: Die gelbe Kurve zeigt den Verlauf der gemessenen Helligkeit eines LCD-Pixels über der Zeit, während die beiden Monitore mit einer Folge von je zwei weißen und einem schwarzen Bild gespeist werden. Die Lage der Bildwechsel ist erkennbar durch einen markanten kurzen Ausschlag der gelben Linie nach oben: dieser Zacken wird durch das Aufleuchten des entsprechenden Pixels auf dem Röhrenmonitor hervorgerufen. Die Latenzzeit des LCD ergibt sich, indem man die Verzögerung zwischen dem Bildwechsel und dem Helligkeitsanstieg des LCD ausmisst.

Der W2363D hat eine sehr geringe Verzögerungszeit.

Diese Untersuchung zeigt, dass der LCD-Monitor dem Röhrenmonitor praktisch ohne Verzögerung folgt: die Verzögerungszeit des W2363D ist nahezu Null. Interessant in diesem Zusammenhang ist die von LG als "Thru-Mode" bezeichnete Möglichkeit, den Bildzwischenspeicher im Game-OSD zu deaktivieren. Die Aktivierung des Thru-Mode bleibt jedoch wirkungslos, da schon ohne Thru-Mode keine Verzögerung auftritt. Eine interne Bildzwischenspeicherung findet in beiden Einstellungen offensichtlich nicht statt. Dies ist für Gamer natürlich sehr erfreulich.

DVD und Video

Der W2363D kann gleichzeitig mit drei digitalen Zuspielern verbunden werden. Die Bild-in-Bild-Funktion unterstreicht seine Multimediatauglichkeit. Weitere Features wie ein integrierter DVB-Tuner oder auch nur einfache Lautsprecher fehlen allerdings. Neuere Konsolen wie die Playstation 3 oder XboX 360 können direkt an den HDMI-Eingang angeschlossen werden. Kopiergeschützte Inhalte kann der W2363D durch HDCP-Unterstützung an den digitalen Eingängen problemlos wiedergeben.

Am PC sollte der Monitor stets in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videoplayer wie VLC, PowerDVD oder Windows Media Player wählen dann automatisch das richtige Bildformat und verhindern dadurch eine beschnittene oder verzerrte Videowiedergabe. Abweichende Bildformate werden mit schwarzen Streifen oben und unten bzw. links und rechts aufgefüllt.

Szene aus "Inglorious Basterds".

Der W2363D bietet zwar einen Film-Modus an, doch war – wie bei vielen anderen Monitoren dieser Preisklasse – schon nach einem kurzen Test klar, dass diese „Optimierung“ keinesfalls für jedes Filmmaterial gut geeignet ist. Geeigneter ist die Einstellung „sRGB“, bei der allerdings die Zeichnung in den hellsten und dunkelsten Bildanteilen unnötigerweise beeinträchtigt wird, auch ist die Farbtemperatur etwas zu hoch. Falls eine Kalibrierung nicht möglich ist, raten wir dazu die Regler für Kontrast und Blau etwas zurück zu nehmen.

Wir haben die DVD am PC im kalibrierten Zustand, aber bei höherer Helligkeit betrachtet (H80 / K60). Auch wenn der W2363D keinen erweiterten Farbraum hat, zeigt das scharfe Bild doch natürlich wirkende und kräftige Farben, auch Hauttöne werden gut dargestellt. In dunklen Szenen ist die Detailzeichnung gut, in sehr hellen Bildbereichen geht jedoch einiges an Zeichnung und Farbe verloren. Schlieren oder Bewegungsunschärfe treten auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht auf.

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