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TESTBERICHT: BenQ BL2400PT Teil 6


Blickwinkel

Das Datenblatt nennt für den BL2400PT einen horizontalen und vertikalen Blickwinkel von 178 Grad bei einem Kontrastverhältnis von mindestens 10:1. VA-Panels erreichen bei der Bildqualität allerdings nicht die Ergebnisse der IPS-Panels.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des BenQ BL2400PT.

Hier macht auch der BenQ BL2400PT keine Ausnahme. Den besten Farbeindruck erhält man, wenn man frontal oder unter kleinen Winkeln bis etwa 25 Grad auf den Bildschirm schaut. Ab etwa 35 Grad lassen die Farben nach, das Bild verblasst zunehmend. Bei etwa 60 Grad und mehr bleibt der Bildeindruck dann wieder konstant. Das Foto zeigt den Bildschirm bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 70 Grad und vertikalen von +60 und -45 Grad.

Im Vergleich mit anderen (deutlich teureren) VA-Panels kann das Resultat nicht überzeugen: die Farben verblassen stark, der Kontrast leidet sehr. Die Farbverschiebungen sind gering, weiß wird jedoch leicht silbrig. Insgesamt bewegt sich die Blickwinkelstabilität nur auf befriedigendem Niveau. Dennoch ist dieses Ergebnis deutlich besser als bei TN-Panels.

Für die Fotobearbeitung ist der BL2400PT damit höchstens im Amateurbereich eingeschränkt tauglich, bei Blickwinkeln oberhalb von etwa 25 Grad sollte man diese Schwächen unbedingt kennen. Für das Teamwork im Büro oder den gemeinsamen Filmspaß mit Freunden ist die gebotene Farbstabilität allemal gut genug.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben den BenQ BL2400PT vor und nach der Kalibration und Profilierung umfangreich vermessen und die Ergebnisse ausgewertet. Die Ergebnisse sind insbesondere für die Bildverarbeitung interessant. Für die TV- und Videowiedergabe, aber auch für den Einsatz im Office und für Spiele ist zumindest eine ausreichende Neutralität des Bildschirms wichtig. Die Messungen werden in einer eigenen Software ausgewertet, was eine exakte und detaillierte Aussage zum vorliegenden Testgerät ermöglicht.

Farbraumvergleich in Lab (D50)

Zunächst haben wir ermittelt, wie gut der Monitor verschiedene Farbräume abdeckt. Als Referenz nutzen wir den Arbeitsfarbraum sRGB. Zusätzlich haben wir mit dem Profil ISOcoated V2 verglichen. Es basiert auf den FOGRA39-Charakterisierungsdaten und repräsentiert die Standard-Druckbedingungen für den Offset-Druck auf bestimmten Papiertypen. Die exakten Bedingungen können als PDF-Dokument angesehen werden. Mit AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 haben wir nicht verglichen, weil dieser Monitor nicht über einen erweiterten Farbraum verfügt.

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zum Funktionieren der sRGB-Kette ohne Farbmanagement sollten allerdings alle beteiligten Komponenten die Spezifikationen möglichst exakt erfüllen, oder selbständig geeignete Transformationen durchführen. Für einen modernen Tintenstrahldrucker, der meist einen deutlich größeren Farbraum abdecken kann, bedeutet dies, dass treiberseitige Umrechnungen vorgenommen werden müssen. Ein Bildschirm mit erweitertem Farbraum muss einen brauchbaren sRGB-Modus besitzen.

3D-Farbraumvergleich

Eine Erläuterung der 3D Ansichten und Informationen zu ihrer Erstellung haben wir hier zusammengefasst. Wie gut der BenQ BL2400PT diese beiden wichtigsten Farbräume abdeckt, zeigt unsere nachstehende Analyse.

ISOcoated V2 (FOGRA39): 83 % Abdeckung

sRGB: 84 % Abdeckung

Der Farbumfang des BL2400PT fällt sehr bescheiden aus: 83 Prozent Abdeckung bei ISOcoated V2 (FOGRA39) und 84 Prozent bei sRGB-Farbraum sind wirklich wenig. Dabei wäre es technisch durchaus möglich, den sRGB-Farbraum mit einer White-LED-Hintergrundbeleuchtung nahezu vollständig abzudecken. Für ernsthafte Bildbearbeitung hat sich dieser Monitor damit disqualifiziert, da viele Farbketten auch in ungemanagter Umgebung sich auf sRGB verlassen.

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