Test 21:09 Curved Monitor ViewSonic VP3881
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Bedienung

Die Bedienung des Gerätes erfolgt über vertikal angebrachte Multifunktionstasten auf der Rückseite des Gerätes (seitlich rechts). Die Tasten haben eine angenehme Größe und einen klaren Druckpunkt.

Vertikale Multifunktionstasten auf der Rückseite
Vertikale Multifunktionstasten auf der Rückseite

Gegen eine vertikale Anordnung gibt es grundsätzlich nichts einzuwenden. Bei Geräten anderer Hersteller konnte uns dieses Konzept durchaus überzeugen. ViewSonic gelang dies allerdings bereits beim VP2785-4K mit horizontal an der Rahmenunterseite angebrachten Touch-Tasten so gar nicht. Das liegt weniger an den Tasten, sondern vor allem an den Schwächen der OSD-Umsetzung. Beim VP3881 kommen diese durch die unkonventionelle Tastenanordnung noch viel stärker zum Tragen.

Uns ist es auch regelmäßig passiert, dass wir als Erstes unabsichtlich die Power-Taste erwischt haben. Da das Gerät beim Ein- bzw. Ausschalten auch nicht gerade das Schnellste ist, kann das ziemlich nerven. Auch bei den anderen Tasten haben wir uns schnell angewöhnt, jedes Mal von oben nach unten abzuzählen, da ein falscher Tastendruck beim ViewSonic schnell zu unerwünschten Ergebnissen führt. Intuitiv ist auf jeden Fall was anderes.

Da das Gerät trotz seiner sonst sehr massiven Bauweise oben und seitlich mit einem sehr schmalen Rahmen auskommt, wäre es auch sehr gut für Multi-Monitor-Systeme geeignet.

Nahezu nahtloses Multi-Monitor-Setup
Nahezu nahtloses Multi-Monitor-Setup (Foto: ViewSonic)

Der Hersteller bewirbt diese Möglichkeit auch ausdrücklich. Man fragt sich da unweigerlich, ob das im Produktmanagement auch mal wirklich jemand ausprobiert hat. Eine Bedienung der Tasten ist bei mindestens zwei der Geräte dann jedenfalls nicht mehr möglich. Eine Software zur Kontrolle der OSD-Funktionen via Maus und Tastatur bietet ViewSonic aber im Gegensatz zu Wettbewerbsmodellen von Dell und LG nicht an. Das auf der CD befindliche Tool hilft nur beim Splitscreen.

Splitscreen-Tool
Splitscreen-Tool (Screenshot Software ViewSonic)

In anderen Tests sind wir bereits sehr ausführlich darauf eingegangen, dass ein derartiges Tool zur besseren Bildschirmaufteilung gerade bei einem extrabreiten 38-Zoll-Monitor einen erheblichen Nutzen darstellen kann. Im Prinzip kann man problemlos drei oder vier Dokumente in voller DIN-A4-Höhe nebeneinander darstellen, nur geben die Bordmittel von Windows 10 das so nicht her. Doch auch dem Tool von ViewSonic fehlt leider die wichtige Dreiteilung. Es scheint eher unadaptiert von anderen Geräten übernommen worden zu sein und wirkt ein wenig unfertig. Besser als der Wettbewerb ist es allerdings bei der Rahmenbreite, da hier für die verschiedenen Fenster kein Platz verschwendet wird.

OSD

Die Beschreibung des OSDs im Handbuch (auch im englischen) ist recht spärlich. Daher können wir hier auch nur mit drei Screenshots aufwarten.

Ein beliebiger Tastendruck bringt zunächst eine Schnellauswahl zum Vorschein, mit der sich Bildmodus, Kontrast/Helligkeit und die Eingabequelle auswählen lassen. Das eigentliche OSD ist auf sechs Hauptmenü-Ebenen verteilt, die horizontal angeordnet sind. Die Unterpunkte befinden sich dann in der Vertikalen.

Die Aufteilung der Unterpunkte ist überwiegend gut gewählt. Im Detail verbergen sich aber einige Tücken, die zumindest reichlich gewöhnungsbedürftig sind. Beispielsweise hat der ViewModus mit dem sonst üblichen Bildmodus als Ausgangspunkt nichts gemein und ist ab Werk ausgeschaltet. Professionelle Benutzermodi verbergen sich hinter dem auch über die Schnellauswahl verfügbaren Punkt „Standard Color“. Im Hauptmenü muss man zunächst in die Rubrik „Color Adjust“ wechseln. Während in der Schnellauswahl auch die drei Speicherplätze für die Kalibration aufgerufen werden können, ist das im Menü ein eigener Punkt: „Color Calibration“.

OSD Einstieg
OSD Einstieg (Screenshot Handbuch ViewSonic)
OSD Signaleingänge
OSD Signaleingänge (Screenshot Handbuch ViewSonic)

Hinter „ViewModus“ verbirgt sich eine Art Presets. Teilweise mit Einstellungs-Unterpunkten, die auch unter „Color Adjust“ oder „Manuel Image Adjust“ vorhanden sind, teilweise mit Einstellungsmöglichkeiten wie „UltraClear“, „Advanced Gamma“ oder „Advanced Sharpness“, die nur hier zu finden sind. Helligkeit und Kontrast kann man anpassen, muss dazu aber in das Menü „Color Adjust“ wechseln. Ändert man hier andere Einstellungen außer Helligkeit, Kontrast oder Color-Format, wird man ohne Rückmeldung wieder in den „ViewModus“ geworfen. Also Helligkeit und Kontrast dürfen dort angepasst werden, der Farbraum aber nicht – sonst wird der ViewModus wieder ausgeschaltet und man landet in einem … ja, wo genau eigentlich?

Richtig, in einem Standard-Color-Modus. Passend zum Einsatzzweck gibt es in den ViewModi auch Modi für Designer und Fotografen. Für Letztere sind die Unterpunkte „Retro“, „Photo“, „Landscape“, „Porträt“ und „Monochrome“ vorhanden. Nach welcher Logik hier der Punkt „Photo“ hineinpasst, erschließt sich uns nicht. Das englische „Landscape“ ist im Deutschen mit „Querformat“ übersetzt, was irgendwie so gar keinen Sinn ergibt. Unter „Porträt“ kann man dann doch tatsächlich Schärfe, Hauttöne, TrueTone und Schwarzwert anpassen.

Wer also seine Bildbearbeitung lieber im OSD-Menü des Monitors als im EBV-Programm macht, der wird sich freuen. Aus unserer Sicht haben solche Spielereien auf einem Gerät mit professionellem Anspruch schlichtweg nichts zu suchen.

OSD Systemeinstellungen
OSD Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch ViewSonic)

Die Bedienlogik weist leider auch sonst teilweise gefährliche Lücken auf. Oft ist nicht ganz klar, ob eine Veränderung von Reglerpositionen sofort übernommen wird oder erst noch eine Bestätigung braucht. Hinter dem Punkt „Alles abrufen“ im Systemmenü verbirgt sich die Komplettrücksetzung des Gerätes auf Werkseinstellung – ohne weitere warnende Nachfrage. Die englische Übersetzung „All Recall“ ist auch nicht viel besser, so dass der Punkt nicht nur von uns in früheren Tests, sondern auch weltweit von anderen Testseiten moniert wurde. Doch ViewSonic zeigt sich hier sehr kritikresistent.

Die Kapitel könnte man jetzt noch beliebig fortsetzen, aber das Fazit bleibt das Gleiche: Die Bedienung und vor allem das OSD des ViewSonic VP3881 sind angesichts der Preisklasse und der Zielgruppe schlichtweg mangelhaft. Im Gegensatz zum ViewSonic VP2785-4K mit erweitertem Farbraum muss man bei einem sRGB-Monitor wie dem VP3881 allerdings das OSD nicht zwangsläufig so häufig aufsuchen.

Bildqualität

Sowohl der Panel-Rahmen als auch die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugen nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein, die für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet wurden.

Bildmodus: Angepasst
Helligkeit: 100
Kontrast: 70
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: Native
RGB: 100/98/100
Color-Gamut: Native bzw. Custom
DUE Priority: k.A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Standard

Graustufen

Die Graubalance macht bereits in der Werkseinstellung einen ausgezeichneten Eindruck. Grauverlauf und Graustufen wirken vollständig farbneutral – allenfalls einen Tick zu kühl.

Grauverlauf und Graustufen
Grauverlauf und Graustufen

Die Graustufen (Streifen oben und unten in der Abbildung) können in den hellsten Stufen vollständig differenziert werden. Die dunkelsten Stufen sind mit gutem Auge bis Stufe 4 noch zu unterscheiden. Dabei ist die Blickwinkelneutralität sehr gut.

7 KOMMENTARE

  1. Leute, so etwas darf auf einer Seite wie Prad nicht passieren. Und dann auch noch ganz groß in der Überschrift 😉
    Das ist kein 21:9 Monitor. 3840×1600 ergeben ein 24:10 Format.
    Für mich persönlich übrigens DIE ideale Auflösung, selbst vor 4k.

    • Ja ist merkwürdig und Du hast da natürlich Recht. ViewSonic hat den Monitor allerdings selbst als 21:9 Monitor vermarktet und das haben wir so übernommen. Den ganzen Test möchte ich jetzt nicht ändern, habe aber einen Absatz in der Einleitung zugefügt.

  2. Hat das gleiche LG LM375QW1-SSA1-Panel wie LG 38UC99, LG 38WK95C-W, Dell U3818DW, Acer XR2, HP Z38c: graue Ränder, weil das Backlight nicht die ganze Fläche abdeckt. Wer mag sehe sich die Amazon-Bewertung zum LG 38WK95C-W an (die mit 2 Sternen, ich weiß nicht, ob ich hier verlinken darf).

  3. Hier würde jetzt mein sorgfältig formulierter Kommentar stehen, hätte Prad ihn gespeichert und nicht ohne Vorwarnung verworfen weil ich vergessen hatte meine Email-Adresse anzugeben (ein Feld das nicht als Pflichtfeld ausgewiesen wird)

    • In der Tat nicht sehr anwenderfreundlich. Bringt Dir Dein Posting nicht zurück, aber immerhin wird sich das ändern. Sorry für die Umstände.

  4. Danke für den Test! Der Monitor wirbt mit HDR10-Unterstützung. Wie ist Euer Eindruck davon (trotz einer Helligkeit von nur 300cd/​m²)? Können auch andere Geräte mit diesem Panel genauso HDR10-Inhalte wieder geben, ober muss eine explizite Hardware/Firmware-Unterstützung vorhanden sein? Danke!

    • Ich war ebenfalls betroffen, dass mein Kommentar verschwand nachdem ich im 1. Versuch keine E-Mailadresse angab. Dennoch habe ich nochmal getippt, weil mich diese Frage beschäftigt. Umso weniger schön ist es, dass von Euch keine Antwort kommt, obwohl mein Frage die einzige zu diesem Artikel ist.

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