Test 21:09 Curved Monitor ViewSonic VP3881
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Farbraum-Emulationen

Farbraum-Emulationen dienen dazu, den Farbraum des Monitors auf einen gewünschten Zielfarbraum zu begrenzen. Das ist immer dann notwendig, wenn eine genaue Farbwiedergabe gefordert ist, aber die verwendeten Anwendungen bzw. Signalquellen kein Farbmanagement unterstützen. Das wären z. B. Office-Anwendungen, die meisten Internetbrowser oder externe Signalquallen wie BD-Player.

Mit den Werks-Presets für sRGB und Rec. 709 bringt der VP3881 bereits zwei Farbraum-Emulationen ab Werk mit, um den Standard-Farbraum abzubilden. Wir haben im Folgenden getestet, ob sich diese mit Hilfe von Color Navigator noch einmal verbessern lassen.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Das ist auch tatsächlich der Fall. Zwar ist die Graubalance aufgrund der etwas höheren Range nicht ganz so gut, dafür erhöht sich die Farbraumabdeckung von 96 % auf 99 % – bei nach wie vor sehr geringen Farbabweichungen. Vor allem wird hier aber wieder ein ordentliches Kontrastverhältnis (771:1) geliefert.

Der Kurvenverlauf entspricht sehr gut der Norm. Im Schnitt liegt das Gamma mit 2,14 aber zu niedrig und zeigt nicht so ganz die Präzision, die man von einem Profigerät erwartet.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden

Reaktionsverhalten

Den ViewSonic VP3881 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Hier gibt es die Stellungen „Standard“, „Erweitert“ und „Ultraschnell“. In der Werkseinstellung ist die Option „Standard“ aktiviert.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

60 Hz, Overdrive „Standard“

In der Werksvorgabe „Standard“ ist der Overdrive praktisch abgeschaltet, und die Reaktionszeiten werden nicht gekürzt. Den Schwarz-Weiß-Wechsel messen wir mit 23,5 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 21 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte ist mit 30,8 ms genauso gemächlich wie der CtC-Wert mit 16 ms.

Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral. Da die Reaktionszeiten – soweit für uns ersichtlich – praktisch überhaupt nicht gekürzt werden, erscheint die Bezeichnung „Standard“ wenig sinnvoll.

60 Hz (Overdrive "Standard") mit langsamen Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Standard“) mit langsamen Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive "Standard") mit neutralem Helligkeitsverlauf
60 Hz (Overdrive „Standard“) mit neutralem Helligkeitsverlauf

60 Hz, Overdrive „Erweitert“

In der Stellung „Erweitert“ werden die Schaltzeiten dagegen schon effektiv verkürzt. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 22,6 ms und den schnellsten Grauwechsel mit flotten 10,8 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 17 ms. Der CtC-Wert liegt mit 8 ms auf jeden Fall bereits auf einem guten Niveau.

Überschwinger sind dennoch nur minimal auszumachen. Die Abstimmung bleibt weitgehend neutral bei gleichzeitig bereits ganz ordentlichen Bildaufbauzeiten – das wäre eigentlich die richtige Standardeinstellung ab Werk.

60 Hz (Overdrive "Erweitert") ordentliche Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Erweitert“) ordentliche Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive "Erweitert") geringfügige Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Erweitert“) geringfügige Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

In der höchsten Stellung „Ultraschnell“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 20,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 8,8 ms. Auch der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte hat sich mit 12,6 ms noch mal verbessert. Ein CtC-Wert von 5,4 ms ist ebenfalls sehr kurz.

Kritische Farbübergänge stellen für den ViewSonic bereits in der Einstellung „Erweitert“ keine zusätzlichen Hürden dar. Auch bewegte Farbkanten werden daher messerscharf abgebildet.

Allerdings zeigen sich in der Overdrive-Stellung „Ultraschnell“ leider auch deutliche Überschwinger bzw. Doppelkonturen.

Wir empfehlen, das Modell in der Einstellung „Ultraschnell“ zu betreiben, um die kürzeste Reaktionszeit zu erreichen. In dieser Einstellung ist der Monitor auch für schnelle Spiele geeignet, jedoch büßt man durch die entstehenden Überschwinger und Doppelkanten etwas Qualität ein. Wer etwas mehr auf Qualität achtet, sollte auf „Erweitert“ zurückschalten.

60 Hz (Overdrive "Ultraschnell") nochmals verbesserte Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Ultraschnell“) nochmals verbesserte Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive "Ultraschnell") mit deutlichen Überschwingern
60 Hz (Overdrive „Ultraschnell“) mit deutlichen Überschwingern

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

60 Hz, Overdrive "Standard"
60 Hz, Overdrive „Standard“
60 Hz, Overdrive "Erweitert"
60 Hz, Overdrive „Erweitert“
60 Hz, Overdrive "Ultraschnell"
60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Die Signalverzögerung mit 13,6 ms und die mittlere Bildwechselzeit von 8,5 ms addieren sich zu einer Gesamtlatenz von 22,1 ms.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und falls doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.
PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz
Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p @ 60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert. Deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern), und der Monitor ist auch für ermüdungsfreies Arbeiten bei reduzierter Helligkeit geeignet.

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

7 KOMMENTARE

  1. Leute, so etwas darf auf einer Seite wie Prad nicht passieren. Und dann auch noch ganz groß in der Überschrift 😉
    Das ist kein 21:9 Monitor. 3840×1600 ergeben ein 24:10 Format.
    Für mich persönlich übrigens DIE ideale Auflösung, selbst vor 4k.

    • Ja ist merkwürdig und Du hast da natürlich Recht. ViewSonic hat den Monitor allerdings selbst als 21:9 Monitor vermarktet und das haben wir so übernommen. Den ganzen Test möchte ich jetzt nicht ändern, habe aber einen Absatz in der Einleitung zugefügt.

  2. Hat das gleiche LG LM375QW1-SSA1-Panel wie LG 38UC99, LG 38WK95C-W, Dell U3818DW, Acer XR2, HP Z38c: graue Ränder, weil das Backlight nicht die ganze Fläche abdeckt. Wer mag sehe sich die Amazon-Bewertung zum LG 38WK95C-W an (die mit 2 Sternen, ich weiß nicht, ob ich hier verlinken darf).

  3. Hier würde jetzt mein sorgfältig formulierter Kommentar stehen, hätte Prad ihn gespeichert und nicht ohne Vorwarnung verworfen weil ich vergessen hatte meine Email-Adresse anzugeben (ein Feld das nicht als Pflichtfeld ausgewiesen wird)

    • In der Tat nicht sehr anwenderfreundlich. Bringt Dir Dein Posting nicht zurück, aber immerhin wird sich das ändern. Sorry für die Umstände.

  4. Danke für den Test! Der Monitor wirbt mit HDR10-Unterstützung. Wie ist Euer Eindruck davon (trotz einer Helligkeit von nur 300cd/​m²)? Können auch andere Geräte mit diesem Panel genauso HDR10-Inhalte wieder geben, ober muss eine explizite Hardware/Firmware-Unterstützung vorhanden sein? Danke!

    • Ich war ebenfalls betroffen, dass mein Kommentar verschwand nachdem ich im 1. Versuch keine E-Mailadresse angab. Dennoch habe ich nochmal getippt, weil mich diese Frage beschäftigt. Umso weniger schön ist es, dass von Euch keine Antwort kommt, obwohl mein Frage die einzige zu diesem Artikel ist.

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