Test 21:9 Curved Monitor ViewSonic VP3881

38 Zoll Curved Monitor ViewSonic VP3881 im 21:9 Format mit einer WQHD+-Auflösung von 3840 x 1600 Bildpunkten, für Fotografie, Videobearbeitung, Content-Entwicklung und andere farbkritische Anwendungen

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Einleitung

ViewSonic erweitert mit dem VP3268-4K und dem VP3881 sein Produktportfolio im Profibereich um zwei großformatige Displays. Den VP3881 haben wir gleich topaktuell in den Test genommen. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um ein überdimensioniertes, 38 Zoll großes Curved-Display mit WQHD+-Auflösung von 3840 x 1600 Bildpunkten und soll sich ideal für Fotografie, Videobearbeitung, Content-Entwicklung und andere farbkritische Anwendungen eignen.

Mit der SuperClear-IPS-Technologie sollen unglaublich scharfe und brillante Bilder sowie eine flüssige Videowiedergabe aus allen Blickwinkeln geliefert werden. Der Hersteller verspricht dabei eine Farbgenauigkeit von Delta E <2 ab Werk und eine Farbraumabdeckung von je 99 % sRGB und Rec. 709.

Die Vorteile von großen, extrabreiten Displays im 21:9-Format für Office und vor allem die Foto- und Videobearbeitung haben wir bereits in einer Reihe von Tests in letzter Zeit ausführlich gezeigt. Überdimensioniert ist da gar nichts. Das weite Sichtfeld wird beim ViewSonic VP3881 durch eine 1800R-Krümmung der Wölbung unserer Augen angepasst, um auch die Bildränder gut im Blick zu behalten.

38 Zoll Curved Monitor ViewSonic VP3881 (Hands on)

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Hands on Video zum ViewSonic VP3881

Was den VP3881 hier aber besonders spannend macht, ist seine Fähigkeit zur Hardware-Kalibrierung. ViewSonic ist bislang der einzige Hersteller, der eine Hardware-Kalibrierung auch in Verbindung mit einem Curved-Display anbietet. Eine integrierte Farbgleichförmigkeitsfunktion soll für eine gleichbleibende Farbtiefe über dem Bildschirm sorgen, während ein 14-Bit-3D-Look-up-Table eine Palette von 4,39 Trillionen Farben erzeugt.

Neben umfangreichen Ergonomiefunktionen bietet das Gerät auch moderne Anschlüsse inkl. USB Typ C und hat zwei 5-Watt-Lautsprecher integriert. Es ist seit Ende Oktober 2017 im Handel zu einem UVP von 1.370 EUR verfügbar. Im Handel haben wir das Modell zum Zeitpunkt der Testerstellung bereits für 1.248 EUR gesichtet.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im ViewSonic VP3881 Datenblatt.

Lieferumfang

Der Lieferumfang enthält neben der obligatorischen Stromversorgung und dem zur Hardware-Kalibrierung erforderlichen Kabel für den USB-3.0-Hub auch Kabel für alle Video-Eingänge: DisplayPort, HDMI und USB Typ C.

Handbuch und Treiber sind auf der CD zu finden. Im Gegensatz zum VP2785-4K sind beim ViewSonic VP3881 jetzt auch die Handbücher in anderen Sprachen in der vollständigen Fassung übersetzt worden. Nichtsdestoweniger wird der durchaus erklärungsbedürftige Funktionsumfang des VP3881 nur sehr vage beschrieben – primär durch eine Auflistung der OSD-Menüstruktur.

Lieferumfang mit allen Kabeln, Bedienungsanleitungen und Monitor
Lieferumfang ViewSonic VP3881

Die an sich sehr wesentliche Möglichkeit zur Hardware-Kalibration wird eher beiläufig erwähnt. Auf Anhieb findet man die Passage auch nur, wenn man den Namen der zugehörigen Software schon kennt. Auf der CD ist unter „Software“ auch nur ein Tool zur Bildschirmaufteilung enthalten. Die zur Hardware-Kalibrierung zwingend erforderliche Software „Colorbration“ fehlt dagegen. Der Link im Handbuch führt aber unmittelbar zum Ziel.

Trotz der Preisklasse und des Anspruchs auf die Profiliga lässt ViewSonic auch beim VP3881 ein entsprechend „rundes“ Benutzer-Erlebnis bei der Ersteinrichtung vermissen.

Optik und Mechanik

Trotz der unhandlichen Abmessungen und des stattlichen Gewichts von 12,7 kg lässt sich die Montage einfach bewerkstelligen. Standbein und Standfuß sind bereits vormontiert. Das Standbein kann jetzt auch bei ViewSonic mit einem einfachen und werkzeugfreien Klicksystem auf der Display-Rückseite eingeschoben und eingerastet werden. Das erledigt man am besten gleich im liegenden Karton. Eine entsprechende Bebilderung zum richtigen Handling ist direkt auf dem Karton aufgedruckt.

Montage des Stanfußes
Standfuß in die oberen Befestigungsschlitze einstecken
Montage Standfuß
Standfuß nach unten drücken, bis er einrastet

Mit einer Flügelspannweite von knapp 90 cm kann der ViewSonic VP3881 schon alleine in puncto Größe ordentlich beeindrucken. Dazu trägt auch der riesige Standfuß bei, der nach ordentlich Stellfläche auf dem Schreibtisch verlangt (grob 40 x 30 cm). Der Standteller ist aber flach, und ein Großteil der Fläche kann immer noch zur Ablage von Dokumenten etc. genutzt werden.

Ansicht von vorne in höchster Stellung
Ansicht von vorne in höchster Stellung
Ansicht von hinten in höchster Stellung
Ansicht von hinten in höchster Stellung
Ansicht von vorne in niedrigster Stellung
Ansicht von vorne in niedrigster Stellung
Ansicht von hinten in niedrigster Stellung
Ansicht von hinten in niedrigster Stellung

Insgesamt macht das Design des ViewSonic VP3881 einen sehr massiven und kräftigen Eindruck. Die verwendete Kunststoffverschalung ist matt, leicht angeraut und dürfte sich in der Praxis als robust und pflegeleicht erweisen.

Seitliche Ansicht des Monitors
Seitliche Ansicht
Seitliche Ansicht mit maximaler Neigung nach hinten
Seitliche Ansicht mit maximaler Neigung nach hinten

Bei der Tastenbetätigung wackelt das Display aber ziemlich lange nach und gibt dabei unangenehme Knarzgeräusche von sich – ähnlich einem alten Möbelstück. Die verwendeten Materialien und die Verarbeitung hinterlassen subjektiv insgesamt einen guten, aber auch keinen übermäßig hochwertigen Eindruck.

Zweigeteiltes Standbein mit Öffnung für die Kabel und riesigem Standfuß
Zweigeteiltes Standbein mit Öffnung für die Kabel und riesigem Standfuß

Das Netzteil hat der ViewSonic VP3881 extern ausgelagert. Zur Ableitung von Abwärme sind dennoch großzügige Lüftungsschlitze auf der Rückseite vorhanden. Bei der von uns empfohlenen Arbeitshelligkeit ist auf der Rückseite auch nur in diesem Bereich eine leichte Erwärmung spürbar. Auch das externe Netzteil wird gerade mal handwarm.

Lüftungsschlitze auf der Rückseite
Lüftungsschlitze auf der Rückseite

Es fällt aber auch vergleichsweise groß und schwer aus. Bei Betrieb in maximaler Helligkeitsstufe sollte man sicherheitshalber dafür Sorge tragen, dass ein ausreichender Luftaustausch gewährleistet ist.

Das externe Netzteil fällt relativ massiv und groß aus
Das externe Netzteil fällt relativ massiv und groß aus

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim ViewSonic VP3881 keine ernstzunehmenden Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby als auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos, unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Lediglich beim Umschalten von verschiedenen Auflösungen war kurzzeitig ein surrendes Geräusch zu hören. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 155 W 64 W
Betrieb typisch 132 W
140 cd/m² k.A. 43 W
Betrieb minimal k.A. 31,2 W
Energiespar­modus (Standby) < 0,3 W < 0,5 W
Ausgeschaltet (Soft Off) < 0,3 W < 0,5 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

ViewSonic nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 155 Watt. Nach unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch mit 64 Watt sogar 59 % darunter. Zwischen Standby und Power-Button gibt es kaum einen Unterschied. In beiden Fällen messen wir einen Verbrauch unter 0,5 Watt. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der VP3881 nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 43 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich immerhin zu zufriedenstellenden 1,1 cd/W. Angesichts der 4K-Auflösung ist das gut.

Anschlüsse

Bei den Anschlussmöglichkeiten ist der ViewSonic VP3881 auf der Höhe der Zeit: 1 x DisplayPort 1.4, 2 x HDMI 2.0, 2 x USB-3.0-Upstream (1 x Typ B, 1 x Typ C) und 3 x USB-3.1-Downstream (Typ A).

USB-C ist generell zunächst nur ein Steckerformat. Ein Stecker, der potenziell vieles kann – von der Übertragung von Daten über Audio-/Videosignale bis hin zur Stromversorgung in beide Richtungen. Was genau davon umgesetzt wird, ist aber dem Hersteller überlassen, und ViewSonic macht dazu mehr als widersprüchliche Angaben.

Anschlusspanel des Monitors
Zahlreiche aktuelle Anschlüsse

Bezüglich USB sind die technischen Daten allerdings mehr als verwirrend. Es bleibt daher unklar, welche Datenrate die USB-Ports tatsächlich unterstützen und ob der USB-C-Port auch AV-Signale entgegennehmen kann.

Die Anschlüsse werden von unten nach oben gesteckt und zumindest teilweise vom Standbein verdeckt, sodass das Einstecken recht mühsam ist. Die drei USB-Downstream-Ports taugen daher auch nur für Geräte, die dauerhaft mit dem Monitor verbunden bleiben, etwa externe Festplatten.

4 KOMMENTARE

  1. Hier würde jetzt mein sorgfältig formulierter Kommentar stehen, hätte Prad ihn gespeichert und nicht ohne Vorwarnung verworfen weil ich vergessen hatte meine Email-Adresse anzugeben (ein Feld das nicht als Pflichtfeld ausgewiesen wird)

    • In der Tat nicht sehr anwenderfreundlich. Bringt Dir Dein Posting nicht zurück, aber immerhin wird sich das ändern. Sorry für die Umstände.

  2. Danke für den Test! Der Monitor wirbt mit HDR10-Unterstützung. Wie ist Euer Eindruck davon (trotz einer Helligkeit von nur 300cd/​m²)? Können auch andere Geräte mit diesem Panel genauso HDR10-Inhalte wieder geben, ober muss eine explizite Hardware/Firmware-Unterstützung vorhanden sein? Danke!

    • Ich war ebenfalls betroffen, dass mein Kommentar verschwand nachdem ich im 1. Versuch keine E-Mailadresse angab. Dennoch habe ich nochmal getippt, weil mich diese Frage beschäftigt. Umso weniger schön ist es, dass von Euch keine Antwort kommt, obwohl mein Frage die einzige zu diesem Artikel ist.

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