Test 21:09 Curved Monitor ViewSonic VP3881
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Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Die Ausleuchtung ist beim ViewSonic VP3881 sehr gut gelungen. Lediglich an den extremen Rändern (vor allem in der Ecke links unten) sind leichte Einstrahlungen zu erkennen. Auffällig ist allerdings die rötliche Einfärbung des Schwarzbildes, die bereits mit freiem Auge auffällt.
Bei extremeren Blickwinkeln wird die bei IPS-Panels übliche Aufhellung der gesamten Display-Fläche sichtbar. Bei zentrierter Sitzposition wird dieser hier ohnehin kaum zutage tretende Effekt zusätzlich durch die Wölbung reduziert.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP3881

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 326 cd/m². Das liegt sogar 9 % über der Herstellerangabe von 300 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 48 cd/m².

Da der ViewSonic VP3881 bereits in der Werkseinstellung recht nahe am gewünschten Weißpunkt liegt, haben wir diese auch unverändert für die Kontrastmessung bei unterschiedlichen Helligkeiten verwendet. Die Messungen wurden zeitnah nacheinander durchgeführt.

Im zweiten Durchlauf lag die Maximalhelligkeit erstaunlicherweise mit 332 cd/m² sogar etwas höher als zuvor. Mit Messungenauigkeiten ist das aus unserer Sicht nicht zu erklären, da wir mit demselben Equipment bei EIZO-Monitoren auch immer exakt die gleichen Werte bekommen. Aus unserer Sicht also leider eher eines von mehreren kleinen Anzeichen, dass es ViewSonic mit der Präzision bei seinen Profigeräten nicht allzu genau nimmt.

Das Kontrastverhältnis des SuperClear-IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es in der Werkseinstellung im Durchschnitt bei guten 880:1.

Nach der Hardware-Kalibration – egal, mit welchen Einstellungen –  lag der Kontrast aber nur noch bei rund 780:1. Ein Verhältnis, das in unserer Wertung aber auch noch als gut durchgeht.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 5,56 % und einem Maximalwert von 16,17 % jeweils nur zufriedenstellend. Die Farbhomogenität kann dagegen im Durchschnitt (0,96) wie auch bei der Maximalabweichung (1,92) mit sehr guten Werten glänzen. Auch subjektiv ist das Ergebnis ordentlich. Ein Helligkeitsabfall wird am ehesten an den Rändern sichtbar. Also ein Bereich, der i. d. R. aufgrund von Werkzeugleisten nicht relevant für die Bildbearbeitung ist.

Helligkeitsverteilung bei weißem Testbild
Helligkeitsverteilung bei weißem Testbild
Farbhomogenität bei weißem Testbild
Farbhomogenität bei weißem Testbild

Der ViewSonic VP3881 besitzt außerdem eine Gleichförmigkeits-Korrekturfunktion, die allerdings reichlich gut im OSD versteckt und zudem auch noch abhängig vom gewählten „Standardfarbmodus“ ist. Die vollen Anpassungsmöglichkeiten hat man eigentlich nur im „Custom-Modus“. Hier ist die GL-Funktion aber gar nicht erst aktivierbar.

Als zusätzliche Option kann man sie auch bei der Hardware-Kalibration anwählen, was eigentlich das beste Ergebnis liefern sollte. Zur Auswahl steht eine Messung mit 3 x 3 oder 5 x 5 Feldern. Für ein bestmögliches Ergebnis haben wir das 5-x-5-Raster gewählt. Das ist allerdings ein sehr ungewöhnlicher Ansatz.

Zum Vergleich: Bei einem EIZO ist die Gleichförmigkeits-Priorität ab Werk aktiv, und auf dieser Basis wird kalibriert. Gemessen wird immer nur in der Bildmitte. Das Abschalten der GL-Priorität ergibt nur in Ausnahmefällen Sinn. Dann kann man auf Kosten der (immer noch guten) Gleichförmigkeit das Maximale an Helligkeit und Kontrast herausholen.

Während die Hardware-Kalibrierung bereits ohne Korrektur und bei nur kleinem Messfeldsatz reichlich zäh verläuft und mindestens 15 Minuten dauert, sollte man hier auch nach über einer Stunde noch nicht einfach aufgeben. Der Vorgang scheint zwar bei einem weißen Testbild ohne erkennbaren Grund hängenzubleiben, irgendwann verlangt die Software aber doch noch nach weiteren Messungen an den unterschiedlichen Bildpunkten des 5-x-5-Rasters. Danach ist dann noch mal längeres Warten angesagt.

Helligkeitsverteilung mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeitsverteilung mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur

Die nur zufriedenstellende Helligkeitsverteilung ist unverändert, und die zuvor sehr gute Farbreinheit hat sich leicht auf ein „gut“ verschlechtert. Kurzum: Wie bereits beim ViewSonic VP2785-4K und beim VP2768 ein langwieriges und zugleich völlig sinnfreies Unterfangen.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic VP3881
Coating des ViewSonic VP3881
Referenzbild Coating
Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic besitzt eine leicht stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des VP3881 bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Horizontale und vertikale Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die Blickwinkelneutralität des ViewSonic VP3881 ist ausgezeichnet. Dafür sorgt zum einen bereits das IPS-Panel und zum anderen zusätzlich die 1800R-Wölbung.

Die Farben bleiben auch bei extremen Blickwinkeln stabil und die Sättigung konstant. Das gilt für horizontale wie vertikale Blickwinkel. Wahrnehmbar sind vor allem die verminderte Helligkeit und eine etwas schlechtere Zeichnung in dunklen Bildbereichen. Der Kontrasteindruck selbst leidet dennoch kaum. Auch die Farbtemperatur bleibt insgesamt gleich. Unterm Strich ist das ein sehr gutes Ergebnis.

7 KOMMENTARE

  1. Leute, so etwas darf auf einer Seite wie Prad nicht passieren. Und dann auch noch ganz groß in der Überschrift 😉
    Das ist kein 21:9 Monitor. 3840×1600 ergeben ein 24:10 Format.
    Für mich persönlich übrigens DIE ideale Auflösung, selbst vor 4k.

    • Ja ist merkwürdig und Du hast da natürlich Recht. ViewSonic hat den Monitor allerdings selbst als 21:9 Monitor vermarktet und das haben wir so übernommen. Den ganzen Test möchte ich jetzt nicht ändern, habe aber einen Absatz in der Einleitung zugefügt.

  2. Hat das gleiche LG LM375QW1-SSA1-Panel wie LG 38UC99, LG 38WK95C-W, Dell U3818DW, Acer XR2, HP Z38c: graue Ränder, weil das Backlight nicht die ganze Fläche abdeckt. Wer mag sehe sich die Amazon-Bewertung zum LG 38WK95C-W an (die mit 2 Sternen, ich weiß nicht, ob ich hier verlinken darf).

  3. Hier würde jetzt mein sorgfältig formulierter Kommentar stehen, hätte Prad ihn gespeichert und nicht ohne Vorwarnung verworfen weil ich vergessen hatte meine Email-Adresse anzugeben (ein Feld das nicht als Pflichtfeld ausgewiesen wird)

    • In der Tat nicht sehr anwenderfreundlich. Bringt Dir Dein Posting nicht zurück, aber immerhin wird sich das ändern. Sorry für die Umstände.

  4. Danke für den Test! Der Monitor wirbt mit HDR10-Unterstützung. Wie ist Euer Eindruck davon (trotz einer Helligkeit von nur 300cd/​m²)? Können auch andere Geräte mit diesem Panel genauso HDR10-Inhalte wieder geben, ober muss eine explizite Hardware/Firmware-Unterstützung vorhanden sein? Danke!

    • Ich war ebenfalls betroffen, dass mein Kommentar verschwand nachdem ich im 1. Versuch keine E-Mailadresse angab. Dennoch habe ich nochmal getippt, weil mich diese Frage beschäftigt. Umso weniger schön ist es, dass von Euch keine Antwort kommt, obwohl mein Frage die einzige zu diesem Artikel ist.

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