Test 21:09 Curved Monitor ViewSonic VP3881
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Subjektive Beurteilung

Der ViewSonic VP3881 ist vornehmlich als Spezialist für die professionelle Bild- und Videobearbeitung gedacht. Hier wie auch bei Office-Arbeiten kommt ihm in vielen Anwendungsszenarien die riesige Arbeitsfläche mit „Rundumsicht“ durch das extrabreite, gewölbte Format zugute.

Bildbearbeitung und Design - genug Platz für mehrere Fenster und Werkzeugleisten
Bildbearbeitung und Design – genug Platz für mehrere Fenster und Werkzeugleisten (Foto: ViewSonic)

Dabei muss man zwar auf erweiterte Farbräume verzichten, aber für viele Workflows reicht das und ist auf jeden Fall unkomplizierter. Bei der Bildhomogenität kann der ViewSonic VP3881 zumindest bei der Farbreinheit mit einer sehr guten Wertung glänzen. Gewisse Schwächen bei der Helligkeitsverteilung sind aber sichtbar. Uns haben sie im Praxis-Einsatz nicht weiter gestört, das ist aber sehr subjektiv und vor allem vom jeweiligen Arbeitsfeld abhängig.

Die Schwächen im Bereich Bedienung und Software-Unterstützung fallen dagegen schon negativ auf. Bei einem sRGB-Gerät mag das nicht so häufig zum Tragen kommen wie beim häufigen Wechsel zwischen verschiedenen Farbräumen – den Nutzen der Hardware-Kalibrierbarkeit schränkt es dennoch deutlich ein.

Gigantische Übersicht in Einzelanwendungen, z.B. der Timeline bei der Videobearbeitung
Gigantische Übersicht in Einzelanwendungen, z.B. der Timeline bei der Videobearbeitung (Foto: ViewSonic)

Sound

Der ViewSonic VP3881 hat auch zwei Stereo-Lautsprecher integriert, die immerhin mit 2 x 5 Watt Ausgangsleistung aufwarten können. Von schräg unten betrachtet schaut es regelrecht nach einer Soundbar aus.

Lautsprecher im unteren Rahmen
Lautsprecher im unteren Rahmen

Der Klang konnte uns allerdings nicht überzeugen. Auch bei heruntergeregelter Lautstärke fehlt das Volumen, und Höhen wie Mitteltöne hören sich teils blechern an. Musik oder Spielfilme mochten wir damit nicht lange konsumieren. Das ist natürlich eine rein subjektive Einschätzung.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des VP3881 angeschlossen werden. Tonsignale werden über HDMI wie auch via DisplayPort entgegengenommen und können über die eingebauten Lautsprecher wiedergegeben oder über den Kopfhörerausgang an externe Lautsprecher weitergereicht werden.

Für die Videobearbeitung und das Anschauen von Spielfilmen ist kein Wechsel aus dem kalibrierten Zustand notwendig, da das Gerät sich auf den Standardfarbraum beschränkt, der auch der HDTV-Norm entspricht. Für mehr Helligkeit sind verschiedene Werks-Presets vorhanden, darunter auch ein Movie-Modus.

Bei der Videodarstellung kann der ViewSonic VP3881 mit einem sehr scharfen Bild und vor allem mit dem tollen Sichtfeld überzeugen. Zumindest am PC werden die schwarzen Balken von Cinemascope-Filmen durch den Player automatisch und verzerrungsfrei wegskaliert. Eine 24p-Wiedergabe ist zwar möglich, allerdings nicht in der nativen Auflösung. Das klappt nur bei einer Zuspielung in 1080p-Auflösung – dann ist allerdings auch am PC keine verzerrungsfreie Darstellung mehr möglich.

Schwarzwert und Kontrast hinterlassen einen guten Eindruck. Die Farben sind gut und entsprechen der HDTV-Norm. Im direkten Vergleich zu einem Gerät mit erweitertem Farbraum werden die meisten aber vermutlich selbigem für Unterhaltungszwecke den Vorrang geben.

Eine Option für eine verzerrungsfreie, maximal Bildfläche-füllende Darstellung konnten wir im OSD des ViewSonic nicht finden. Das ist angesichts des 21:9-Formats schon ein ernsthaftes Manko, wenn man darauf angewiesen ist, dem Display andere Auflösungen zuzuspielen. Während am PC auch die Grafikkarte die Skalierung übernehmen kann, kommen externe Zuspieler nur infrage, wenn sie ihrerseits über entsprechende Skalierungsfähigkeiten verfügen. Angesichts des speziellen 21:9-Formats könnte man von ViewSonic hier mehr erwarten.

Overscan

Das OSD des VP3881 bietet für den HDMI-Anschluss auch eine Overscan-Option an. Sie kann sogar am DisplayPort aktiviert werden. Für gewöhnlich ist sie ausgeschaltet, dann wird das Bild ohne Beschnitt in tatsächlicher Größe dargestellt. Eingeschaltet beschneidet diese Option schon recht erheblich und skaliert den verbleibenden Bildanteil mit den entsprechenden Interpolationsverlusten auf Vollbild. Der Umfang dieses Beschnitts ist nicht einstellbar und auch dem Handbuch nicht zu entnehmen.

Farbmodelle und Signallevel

Unterstützt werden RGB und YUV, und der Signallevel kann in beiden Fällen sogar am DisplayPort angepasst werden. Es empfiehlt sich, die Werkseinstellung „Auto“ manuell auf „Vollständiger Bereich“ einzustellen. Die Automatik hat im Test nicht zuverlässig funktioniert.

Bewertung

ab 2.389,99 €
4.1

(GUT)

Fazit

Der VP3881 gehört zu ViewSonics Profiliga und richtet sich vor allem an Anwender in den Bereichen Fotografie, Videobearbeitung und Content-Entwicklung. Das Gerät kann dabei zunächst mit einer ordentlichen Verarbeitung und umfangreichen Ergonomiefunktionen punkten.

Der Schwerpunkt liegt hier natürlich auf der Bildqualität, und der VP3881 kann auch hier überzeugen. Im Gegensatz zum ViewSonic VP2785-4K gelingt dem VP3881 auch die schwierige Disziplin „Bildhomogenität“ gut. Der sRGB-Farbraum wird wie versprochen zu 99 % abgedeckt und auf einem IPS-Panel mit ausgezeichneter Blickwinkelstabilität präsentiert. Nicht nur Videografen werden sich über die gute Ausleuchtung bei dunklen Bildinhalten freuen. Sie lässt kaum Einstrahlungen erkennen.

Besonders spannend wird der VP3881 aber durch seine Fähigkeit zur Hardware-Kalibrierung. Die Vorteile eines 21:9-Curved-Displays für die o. g. Anwendungsfälle wie auch generell für Office-Arbeiten liegen auf der Hand. Das Arbeiten in der Bibliotheks-Übersicht von Lightroom oder mit der Timeline beim Videoschnitt ist einfach fantastisch bei so einem großen Display. Der VP3881 ist dabei das erste Gerät, das das auch in Verbindung mit einer verbesserten Farbpräzision mittels Hardware-Kalibration bietet.

Leider liegt hier aber auch gleichzeitig die Schwäche des Gerätes. Die Lösung von ViewSonic und insgesamt die Bedienung des Modells machen keinen ausgereiften und schon gar keinen professionellen Eindruck. Wie auch beim VP2785-4K müsste man eigentlich in jedem zweiten Satz „Gut, aber …“ schreiben und würde doch nie fertig. Doch genau diese vielen kleinen Aber sind es, die insgesamt das Vertrauen in das Gerät doch schmälern.

Nichtsdestoweniger sehen wir den ViewSonic VP3881 hier weniger kritisch als den ViewSonic VP2785-4K, da man bei einem Gerät mit Standard-Farbraum nicht so oft auf OSD und Software angewiesen ist und mit den Schwächen besser leben kann.

Der VP3881 kann daher durchaus auch für professionelle Anwender interessant sein, denen ein einfacher sRGB-Workflow ausreicht und die umgekehrt von der großen Übersicht der riesigen Arbeitsfläche stark profitieren – beispielsweise Event-Fotografen. Im Vergleich zu einer Software-Kalibration ist eine Hardware-Kalibration immer im Vorteil. Wenn der Preis stimmt, ist der ViewSonic VP3881 daher auf jeden Fall einen Blick wert.

 

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7 KOMMENTARE

  1. Leute, so etwas darf auf einer Seite wie Prad nicht passieren. Und dann auch noch ganz groß in der Überschrift 😉
    Das ist kein 21:9 Monitor. 3840×1600 ergeben ein 24:10 Format.
    Für mich persönlich übrigens DIE ideale Auflösung, selbst vor 4k.

    • Ja ist merkwürdig und Du hast da natürlich Recht. ViewSonic hat den Monitor allerdings selbst als 21:9 Monitor vermarktet und das haben wir so übernommen. Den ganzen Test möchte ich jetzt nicht ändern, habe aber einen Absatz in der Einleitung zugefügt.

  2. Hat das gleiche LG LM375QW1-SSA1-Panel wie LG 38UC99, LG 38WK95C-W, Dell U3818DW, Acer XR2, HP Z38c: graue Ränder, weil das Backlight nicht die ganze Fläche abdeckt. Wer mag sehe sich die Amazon-Bewertung zum LG 38WK95C-W an (die mit 2 Sternen, ich weiß nicht, ob ich hier verlinken darf).

  3. Hier würde jetzt mein sorgfältig formulierter Kommentar stehen, hätte Prad ihn gespeichert und nicht ohne Vorwarnung verworfen weil ich vergessen hatte meine Email-Adresse anzugeben (ein Feld das nicht als Pflichtfeld ausgewiesen wird)

    • In der Tat nicht sehr anwenderfreundlich. Bringt Dir Dein Posting nicht zurück, aber immerhin wird sich das ändern. Sorry für die Umstände.

  4. Danke für den Test! Der Monitor wirbt mit HDR10-Unterstützung. Wie ist Euer Eindruck davon (trotz einer Helligkeit von nur 300cd/​m²)? Können auch andere Geräte mit diesem Panel genauso HDR10-Inhalte wieder geben, ober muss eine explizite Hardware/Firmware-Unterstützung vorhanden sein? Danke!

    • Ich war ebenfalls betroffen, dass mein Kommentar verschwand nachdem ich im 1. Versuch keine E-Mailadresse angab. Dennoch habe ich nochmal getippt, weil mich diese Frage beschäftigt. Umso weniger schön ist es, dass von Euch keine Antwort kommt, obwohl mein Frage die einzige zu diesem Artikel ist.

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