Test Acer Nitro EI491CRP – großer Curved-Gaming-Monitor
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Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 4 ms (GtG) genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und unter „Spiel -> Overdrive“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Normal“, „Extrem“ und „Aus“. Als Standardwert ist „Normal“ voreingestellt.

Overdrive 60 Hz

60 Hz, Overdrive „Aus“

Diagramm: Unterdurchschnittliche Schaltzeiten bei deaktiviertem Overdrive
Unterdurchschnittliche Schaltzeiten bei deaktiviertem Overdrive
Diagramm: Unauffälliger Helligkeitsverlauf
Unauffälliger Helligkeitsverlauf

Bei deaktiviertem Overdrive und 60 Hz erreicht der Acer EI491CR durchweg unterdurchschnittliche Schaltzeiten. Mit 19,6 ms für den Schwarz-Weiß-Wechsel, 13 ms für den schnellsten Grauwechsel, 30,3 ms als Durchschnittswert an 15 Messpunkten und 20,6 ms für den CtC-Wert lässt sich nur vernünftig im Internet surfen. Analog zu den langsamen Schaltzeiten verhält sich der Helligkeitsverlauf unauffällig.

60 Hz, Overdrive „Normal“

Diagramm: Ordentliche Schaltzeiten bei mittlerem Overdrive
Ordentliche Schaltzeiten bei mittlerem Overdrive
Diagramm: Nach wie vor ein sauberes Signal
Nach wie vor ein sauberes Signal

Bei mittlerem Overdrive und 60 Hz werden die Schaltzeiten gegenüber anderen Displays nun auch wettbewerbsfähig. Bei sämtlichen Messarten findet sich der Acer EI491CR hier im oberen Drittel wieder. Der Helligkeitsverlauf zeigt nur minimale Überschwinger, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sein werden.

60 Hz, Overdrive „Extrem“

Diagramm: Erneute Kürzung der Schaltzeiten wird über die Bildqualität erkauft
Erneute Kürzung der Schaltzeiten wird über die Bildqualität erkauft
Diagramm: Die Helligkeitsverlaufsgrafik wird gesprengt
Die Helligkeitsverlaufsgrafik wird gesprengt

Bei maximalem Overdrive werden die Schaltzeiten erneut gekürzt und halten das Niveau gegenüber anderen Displays. Leider wird dieser Vorteil über die Bildqualität erkauft, sodass die Helligkeitsverlaufsgrafik gesprengt wird, was diesen Modus uninteressant macht.

Overdrive 120 Hz

120 Hz, Overdrive „Aus“

Diagramm: Langsame Schaltzeiten, aber minimale Latenz
Langsame Schaltzeiten, aber minimale Latenz
Diagramm: Helligkeitsverlauf mit unauffälligem Signal
Helligkeitsverlauf mit unauffälligem Signal

Bei 120 Hz fühlt sich der Acer EI491CR etwas wohler als bei 60 Hz. Da sich hier das Display mit anderen Gaming-Bildschirmen messen muss, sind die Schaltzeiten aber eher unterdurchschnittlich. Auffallend ist die rasante Verkürzung der Signalverzögerung, die nun bei 1 ms liegt und damit im Konzert der ganz Großen mitspielen kann. Der Helligkeitsverlauf ist unauffällig und zeigt ein sauberes Signal.

120 Hz, Overdrive „Normal“

Diagramm: Durchschnittliche Schaltzeiten bei mittlerem Overdrive
Durchschnittliche Schaltzeiten bei mittlerem Overdrive
Diagramm: Unauffälliger Helligkeitsverlauf
Unauffälliger Helligkeitsverlauf

Bei 120 Hz und mittlerem Overdrive werden die Schaltzeiten effektiv gekürzt. In Sachen Schnelligkeit kann das Display zwar nicht mit Fabelwerten aufwarten, doch die Ergebnisse sind dennoch gut genug, um schnelle Bildsequenzen ausreichend scharf darstellen zu können. Dies gepaart mit der sehr schnellen Gesamtlatenz von nur 5,7 ms macht den Acer EI491CR zu einem guten Anzeigegerät – auch für schnelle Shooter-Spiele. Der Helligkeitsverlauf zeigt nur minimale Überschwinger.

120 Hz, Overdrive „Extrem“

Diagramm: Starke Verkürzung der Schaltzeiten gehen erneut zulasten der Bildqualität
Starke Verkürzung der Schaltzeiten gehen erneut zulasten der Bildqualität
Diagramm: Erneut wird die Helligkeitsverlaufsgrafik gesprengt
Erneut wird die Helligkeitsverlaufsgrafik gesprengt

Bei maximalem Overdrive werden die Schaltzeiten teils drastisch verkürzt. Aber auch hier verzeichnen wir einen starken Peak in der Helligkeitsverlaufsgrafik, der sich deutlich auf die Bildqualität niederschlagen wird.

Wir empfehlen daher, den Acer EI491CR mit 120 Hz in der Werkseinstellung „Normal“ zu betreiben. Hier erreichen die Reaktionszeiten ordentliche Werte bei optimaler Bildqualität. Wünschenswert wäre eine dezentere Abstimmung der Overdrive-Stufe „Extrem“.

Netzdiagramme

Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive "Aus "
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Aus „
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive "Aus"
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive "Normal"
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive "Normal"
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive "Extrem"
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Extrem“
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive "Extrem"
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive „Extrem“

Latenzzeit

Mit einer blitzschnellen Signalverzögerung von nur 1 ms und einer mittleren Bildwechselzeit von 2,5 ms ist der Acer EI491CR ein sehr gutes Gaming-Display, insbesondere für rasante Shooter-Spiele.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des Probanden arbeitet mit White-LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Jeder Monitor durchläuft einen umfassenden Test mit hochempfindlichen Messgeräten, jedoch erzeugen manche Bildschirme Bewegungsartefakte auch ohne messbaren Overdrive, die man einzig optisch wahrnehmen kann. Zudem wird in diesem Teil beschrieben, wie sich mögliche Überschwinger visuell bemerkbar machen und inwieweit sie das Gameplay einschränken. Dafür haben wir uns einige Zeit hingesetzt und Spiele gespielt, Filmausschnitte geschaut und weitere kleine Tests durchgeführt.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich Rennsimulationen für Sichttests besonders eignen. Wir haben dafür „Project CARS 2“ gewählt.

60-Hz-Betrieb

An Konsolen, die weder FreeSync noch eine höhere Aktualisierungsrate als 60 Hz unterstützen, ist dieser Monitor nicht die optimale Wahl. Hier wirkt sich die enorme Breite des Panels eher nachteilig aus, da man mit sämtlichen Bildfehlern sehr viel stärker konfrontiert wird. Hier wirken Tearing, Stuttering oder mittelmäßige Schaltzeiten sehr viel stärker. Wir mussten nach kurzer Zeit die Rennsimulation beenden, da uns regelrecht übel wurde.

144 Hz (übertaktet)

Der Acer verfügt nativ über eine Bildwiederholungsfrequenz von 120 Hz. Über das OSD-Menü („System -> DFHD-144Hz Mode“) lässt sich die Aktualisierungsrate auf 144 Hz übertakten. Ein höherer Wert ist eigentlich immer eine gute Sache – nicht so beim Acer EI491CR. Das Problem liegt hier an der Overdrive-Einstellung, die fix auf „Aus“ gestellt ist. Leider liegen die Schaltzeiten dann auf einem unterdurchschnittlichen Niveau, und wir bekommen es mit einer enorm verwischten Anzeige zu tun. Damit offenbart sich dieser Modus als die schlechtere Wahl.

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