Test Acer Nitro EI491CRP – großer Curved-Gaming-Monitor
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FreeSync

FreeSync ist in zwei Stufen über das OSD-Menü unter „Spiel -> FreeSync“ wählbar. Zur Auswahl stehen „Normal“ und „Extrem“. Auffällig ist, dass der Wirkungsbereich von FreeSync erst ab einer Aktualisierungsrate von 60 Hz beginnt. Bei der Stellung „Normal“ liegt die Range im Bereich von 60 bis 100 Hz, und die Stellung „Extrem“ deckt den Bereich von 60 bis 120 Hz ab.

Wirkungsbereich von FreeSync „Normal“ bei 120 Hz
Wirkungsbereich von FreeSync „Normal“ bei 120 Hz
Wirkungsbereich von FreeSync „Extrem“ bei 120 Hz
Wirkungsbereich von FreeSync „Extrem“ bei 120 Hz

Bei beiden Möglichkeiten ist die Einstellungsebene des Overdrives fix auf „Normal“ voreingestellt. Wählt man den 144-Hz-Modus, wirkt FreeSync in der Stellung „Normal“ von 72 bis 144 Hz und bei „Extrem“ im Bereich von 48 bis 144 Hz.

Im Handbuch wird darauf hingewiesen, dass bei einer Übertaktung auf 144 Hz Probleme auftreten können, wenn FreeSync auf „Extrem“ gestellt wird. Das können wir so auch bestätigen, da bei diesen Einstellungen ein unangenehmes Bildflackern auftritt. Außerdem verhält sich der Monitor extrem instabil und minimiert das laufende Spiel immer wieder auf die Taskleiste.

Wirkungsbereich von FreeSync „Normal“ bei 144 Hz (übertaktet)
Wirkungsbereich von FreeSync „Normal“ bei 144 Hz (übertaktet)
Wirkungsbereich von FreeSync „Extrem“ bei 144 Hz (übertaktet)
Wirkungsbereich von FreeSync „Extrem“ bei 144 Hz (übertaktet)

Insgesamt ist FreeSync beim Acer EI491CR nicht wirklich optimal umgesetzt. Sicherlich werden Spiele bei 120 Hz sehr schön flüssig und innerhalb des Wirkungsbereichs von FreeSync auch ohne Bildfehler wiedergegeben. Dieser beginnt ohne Übertaktung allerdings erst bei 60 Hz und damit sehr viel später als bei den meisten anderen Displays, bei denen diese Hürde schon bei 48 Hz oder noch niedriger genommen wird. Das ist besonders bei weniger potenten Grafikkarten in Verbindung mit grafisch aufwendigen Spielen problematisch.

Der Acer EI491CR in Verbindung mit NVIDIA-Grafikkarten

Der Acer EI491CR ist nicht als „G-Sync Compatible“ bestätigt. FreeSync lässt sich nach der Aktivierungsroutine über die NVIDIA-Systemsteuerung aber problemlos nutzen. Natürlich steht auch hier bei 144 Hz der Overdrive fix auf „Aus“, was diese Bildwiederholungsfrequenz Schaltzeiten-technisch uninteressant macht. Merkwürdigerweise laufen Spiele bei 144 Hz und FreeSync-Stellung „Extrem“ mit der NVIDIA-Karte (GeForce GTX 1070) stabiler als mit der AMD-Karte (Radeon RX 5700). Zwar flackert auch hier der Bildschirm in einer Tour, aber das laufende Spiel wird nicht ständig auf die Taskleiste minimiert.

HDR

Der Acer EI491CR ist offiziell als DisplayHDR-400-Monitor zertifiziert und markiert aufgrund der Performance-Hürden gegenüber „DisplayHDR 600“ und „DisplayHDR 1000“ den Einstieg in die Welt der HDR-Bildschirme. Theorie ist das Eine, praktisch gestaltet sich die Aktivierung mehr als schwierig oder ist gar Glückssache. In der Regel muss zunächst am Monitor die HDR-Funktion eingeschaltet und zugleich am Computer via „Windows-Systemeinstellungen -> Windows HD Color -> „HDR-Spiele und -Apps wiedergeben“ aktiviert werden.

Spielszene ohne HDR (Auszug aus „Resident Evil 7 biohazard“)
Spielszene ohne HDR (Auszug aus „Resident Evil 7 biohazard“)
Spielszene mit HDR (Auszug aus „Resident Evil 7 biohazard“)
Spielszene mit HDR (Auszug aus „Resident Evil 7 biohazard“)

Dieses Vorgehen funktioniert allerdings nicht. Entweder wird in ausgewiesenen HDR-Spielen wie „F1 2019“ der HDR-Modus erst gar nicht aktiviert oder ein kontrastarmes, farblich ausgewaschenes Bild angezeigt, wie wir es etwa bei „Resident Evil 7 biohazard“ beobachten konnten. Abseits der HDR-Systemeinstellungen am Computer und bei alleiniger Aktivierung des HDR-Modus am Monitor konnten wir nur einen sehr geringen Effekt gegenüber dem deaktivierten HDR-Modus feststellen. Sicherlich werden die Farben kräftiger wiedergegeben, aber ein höherer Kontrastumfang ist kaum sichtbar.

BIB/BUB

In den Systemeinstellungen des OSD-Menüs wird noch die Möglichkeit einer BIB- (Bild in Bild) und BUB-Funktion geboten. Sie erlauben eine weitere externe Quelle in das Bild einzublenden. Bei der Option „BIB“ kann das Bild in zwei möglichen Größen in einer der vier Ecken platziert werden. Leider besteht nicht die Möglichkeit, das Seitenverhältnis anzupassen. So wird das Bild in dem recht schmalen und breiten Fenster komplett in die Breite gezogen, und es entstehen unschöne Mondgesichter, wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist.

BIB-klein (Auszug aus dem Film „Honig im Kopf“)
BIB-klein (Auszug aus dem Film „Honig im Kopf“)
BIB-groß (Auszug aus dem Film „Honig im Kopf“)
BIB-groß (Auszug aus dem Film „Honig im Kopf“)

Bei der Option „BUB“ werden Haupt- und externe Quelle nebeneinander angezeigt. Hier besteht zwar die Möglichkeit, das Seitenverhältnis auszuwählen, doch ein seitengerechtes unverzerrtes Bild lässt sich auch so nicht einstellen.

BUB „Seitenverhältnis“
BUB „Seitenverhältnis“
BUB „Vollbild“
BUB „Vollbild“

Sound

Das Display verfügt über zwei Lautsprecher mit jeweils 3 Watt. Sie befinden sich unter dem Bildschirm hinter den Belüftungsschlitzen und strahlen in Richtung Schreibtisch ab. Auch bei voll aufgedrehter Lautstärke wirken sie in ihrer Leistung sehr gedämpft. Der Klang ist bescheiden, Bass ist nicht auszumachen und die Höhen krächzen.

DVD und Video

Der Acer EI491CR bietet drei HDMI-Schnittstellen, die direkt an HD-Zuspieler wie BD-Player, Spielkonsolen oder HD-Receiver angeschlossen werden können. Der Ton wird direkt an die Lautsprecher oder, falls belegt, an die Kopfhörerbuchse weitergegeben.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

An HD-Zuspielern muss zunächst das Bildformat von „Vollbild“ auf „Seitenverhältnis“ umgestellt werden, um eine seitengerechte Darstellung von HD- und SD-Material zu erhalten. SD-Material wird zusätzlich auf die volle Panel-Höhe skaliert. Der 1:1-Modus zeigt keine Veränderungen zum Bildformat „Seitengerecht“.

Bei der Einstellung „21:9“ wird das Bild auf 2520 Pixel gestreckt. Mit der Panel-Höhe von 1080 Pixeln erhält man demnach genau das 21:9-Bildformat. Dies hilft allerdings nur dann weiter, wenn das Zuspielgerät über eine Zoomfunktion verfügt. Ansonsten wird das Bild oben und unten um 130 Pixel beschnitten, was wiederrum zu unschönen Mondgesichtern führt.

Ob der Acer Interlaced-Material annimmt, wird im Handbuch nicht beschrieben. Angeschlossen an einen HDTV-Receiver gab es aber keine Probleme bei der Betrachtung von Material in 1080i. Ein Deinterlacer wurde jedoch nicht verbaut, da einzig Material mit Halbbildfolgen im 2:2-Rhythmus ordentlich wiedergegeben werden. Bei ungeradem Rhythmus entstehen der übliche Moiré-Effekt und eine starke Kammbildung. Das Testgerät kann Inhalt nicht bei 24 Hz ausgeben, auch nicht, wenn dies explizit am Wiedergabegerät vorausgewählt wurde. Blu-ray-Discs werden bei 60 Hz und DVDs bei 50 Hz wiedergegeben.

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