Test AOC 27V2Q – Günstiger Allrounder im Flat-Design
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Interpolation

Einen Schärferegler haben wir im OSD des AOC 27V2Q nicht gefunden. Beim Seitenverhältnis kann zur Skalierung nur zwischen Breitbild oder dem 4:3-Format gewählt werden. Die Skalierungsfähigkeiten des Gerätes sind damit von Haus aus eingeschränkt. Die Skalierung kann aber problemlos von der Grafikkarte übernommen werden, sofern man nicht ohnehin in der nativen Auflösung arbeitet.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 90 % 92 %
Adobe RGB 66 %
ECI-RGB v2 59 %
DCI-P3 RGB 66 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 87 %

Mit 90 bis 92 % ist die Abdeckung des sRGB-Farbraums gerade noch gut.

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 90
Kontrast: 50
Gamma: Gamma1
Farbtemperatur: Warm
RGB: k. A.
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: k. A.
Reaktionszeit: Aus

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Standard“
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Standard“

Die Grafiken sprechen für sich und bestätigen den subjektiven Eindruck bei den Graustufen. Die Graubalance ist beim AOC 27V2Q sowohl im Durchschnitt als auch bei der Range schlecht abgestimmt. Die Gradation ist mit einem durchschnittlichen Gamma von 2,12 zwar noch ganz passabel, nicht aber der eigenartige Verlauf. Die Farbtemperatur ist mit 7200 K trotz der Einstellung „warm“ eher kühl abgestimmt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Einen dedizierten sRGB-Modus hat der AOC nicht. Wir haben daher auch diese Messung in den Werkseinstellungen vorgenommen. Die Abweichungen bei den Farbwerten sind zwar noch zufriedenstellend, doch sind Graubalance, Gamma und Farbtemperatur unverändert und lassen nur eine schlechte Gesamtwertung zu.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 60
Kontrast: 50
Gamma: Gamma1
Farbtemperatur: Anwender
RGB: 50/49/43
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: k. A.
Reaktionszeit: Aus

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der AOC 27V2Q zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance und die Farbwerte sind gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Der Unterschied zum unkalibrierten Werksmodus ist mehr als deutlich. Bei den Graustufen werden im Durchschnitt jetzt sogar sehr gute Werte erreicht. Die Range ist gut.

Die Farbraumabdeckung konnte leicht von 90 auf 92 % verbessert werden. Die Farbabweichungen sind im Durchschnitt ebenfalls gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den AOC 27V2Q haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz und bei 75 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Sie wird im OSD „Übersteuerung“ genannt und bietet die Stellungen „Aus“, „Schwach“, „Mittel“ und „Stark“. Ab Werk ist der Overdrive abgeschaltet.

2 KOMMENTARE

  1. Wäre dies auch ein guter Monitor für das Digitalisieren und Bearbeiten von S/W Kleinbildnegativen oder reichen die verfügbaren Graustufen nicht

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