BRANDHEISS

Test ASUS PG259QN: 360 Hz Gaming-Monitor rockt
6/7

Erster Monitor aus ASUS’ Gaming-Schmiede „ROG“ (Republic of Gamers) der eine native Aktualisierungsrate von 360 Hz erreicht

PC-Betrieb

Der ASUS PG259QN wurde natürlich dafür gebaut, um seine immens hohe Aktualisierungsrate von bis zu 360 Hz auszuspielen. Dabei gilt: Je leistungsfähiger die Grafikkarte und je höher die erreichten Frames, desto klarer und flüssiger wird das Gameplay. Natürlich ist der Sprung von 60 auf 144 Hz enorm, und das Gameplay wird merklich flüssiger. Aber merkt man überhaupt noch einen Unterschied, ob das Display bei einer Bildwiederholungsrate von 144, 240 oder gar 360 Hz läuft? Das hängt natürlich grundsätzlich erst mal von der Sensibilität der Person ab, die sich vor dem Gerät befindet. Pro-Gamer und erfahrenere Spieler, die letztendlich die primäre Zielgruppe des ASUS ROG Swift PG259QN sind, werden die abnehmende Bewegungsunschärfe und das flüssigere Gameplay bei zunehmender Bildwiederholungsfrequenz wahrnehmen können. Dies steigert sich allerdings nicht mehr in dem Maße, wie man es bei dem Sprung von 60 auf 144 Hz spürt, sondern nur noch minimal.

Gelegenheitsspielern wird hier wahrscheinlich überhaupt kein Unterschied mehr auffallen. Zusätzlich ist es notwendig, über eine sehr leistungsstarke Grafikkarte zu verfügen, damit überhaupt solch eine hohe Anzahl von Frames an das Display gesendet werden. Nicht weniger ausschlaggebend ist dann noch die Grafiklastigkeit des Spiels. Bei vielen aktuellen Titeln müssen die Grafik-Settings schon enorm heruntergeregelt werden, um überhaupt in die Nähe von 300 fps zu kommen.

Sehr erfreulich zeigen sich wider Erwarten die nur minimal vorhandenen Bildfehler bei maximalem Overdrive („Extrem“). Trotz des starken Peaks im Helligkeitsverlauf (siehe Kapitel „Reaktionsverhalten: 360 Hz, Overdrive „Extrem“) ist bis auf ein minimales Nachleuchten an schnell bewegten Objekträndern kein Bildfehler zu sehen. So bleibt der ASUS ROG Swift PG259QN auch bei maximalem Overdrive problemlos bespielbar und kann hier mit extrem kurzen Schalt- bzw. Reaktionszeiten punkten.

Selbst bei maximalem Overdrive zeigen sich nur marginale Bildfehler
Selbst bei maximalem Overdrive zeigen sich nur marginale Bildfehler

ULMB

Mit ULMB („Ultra Low Motion Blur“) verfügt der ASUS ROG Swift PG259QN über ein Tool zur Reduzierung der Bewegungsunschärfe. Interessant ist diese Option, wenn man über eine Grafikkarte verfügt, die weniger leistungsfähig ist. Wie bereits angesprochen, ist diese Option aber einzig mit NVIDIA-GPUs und bei den Aktualisierungsraten 144 Hz und 240 Hz verfügbar. Eine gleichzeitige Nutzung von VRR und ULMB wird nicht unterstützt. Ist ULMB schließlich aktiviert, gibt es eine weitere Einstellungsebene, in der sich die Impulsbreite steuern lässt. Dies ist in 20er-Schritten von 0 bis 100 möglich. Wir konnten allerdings keinen Vorteil erkennen, wenn wir die Blitzdauer auf das Maximum von 100 stellten. Über die Qualität der Unschärfereduzierung waren wir positiv überrascht, allerdings performt ULMB bei 144 Hz besser als bei 240 Hz, wie man auf den Vergleichsbildern erkennen kann.

ULMB bei 144 Hz
ULMB bei 144 Hz
ULMB bei 240 Hz
ULMB bei 240 Hz

Während bei einer Aktualisierungsrate von 144 Hz nur ein minimales Nachleuchten entsteht, wird dies bei 240 Hz sehr viel stärker sichtbar.

HDR

Der Proband kann zwar HDR-Signale entgegennehmen und meldet dies auch pflichtbewusst, doch besteht nicht einmal eine offizielle DisplayHDR-400-Zertifizierung des VESA-Konsortiums. Wie wir aber bereits aus etlichen Tests wissen, würde eine solche Zertifizierung auf dieser Stufe ohnehin kein überzeugendes HDR-Erlebnis liefern.

Sound

Der ASUS ROG Swift PG259QN verfügt über keine Lautsprecher.

DVD und Video

Der ASUS ROG Swift PG259QN verfügt wie alle G-Sync-Monitore nur über eine HDMI-Schnittstelle, an der HD-Zuspieler wie BD-Player, Spielkonsolen oder HD-Receiver angeschlossen werden können. Bei belegtem Kopfhörerausgang wird der Ton direkt daran weitergeleitet.

Bereits ab Werk im Racing-Modus zeigt der Proband eine gute neutrale Abstimmung, die mit 6400 Kelvin nicht weit von D65 entfernt liegt. So wirken Hauttöne natürlich, und es muss nicht mit anderen Modi herumexperimentiert werden. Auch dunkle Passagen zeigen sich gut durchzeichnet und saufen nicht ab. Uns haben Filme bei Gamma 2,4 am besten gefallen, da das Bild einfach kontrastreicher erscheint.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

HD-Material wird richtig erkannt und bildschirmfüllend angezeigt. Auch SD-Material wird erkannt und folgerichtig mit Balken an den Seiten auf die komplette Höhe interpoliert. Es entstehen keine Mondgesichter. Eine 1:1-Option bietet das Display nicht an.

Bereits das Handbuch gibt darüber Auskunft, dass keine Interlaced-Signale verarbeitet werden. Spielt man dem Gerät trotzdem solch ein Signal zu, wird ein starkes Zittern sichtbar und in den OSD-Informationen eine vertikale Auflösung von 540 Pixeln genannt. Damit sparen wir uns weitere Tests, ob ein Deinterlacer verbaut wurde.

Trotzdem ist das Gerät durchaus für einen Videoabend geeignet, da das IPS-Panel über eine gute Blickwinkelstabilität verfügt und sogar einen 24-Hz-Support bietet. Einziger Nachteil dürfte hier die geringe Bildschirmdiagonale von nur 24,5 Zoll sein, bei der man schon recht nahe an das Display heranrutschen muss, um etwas erkennen zu können.

Farbmodelle und Signallevel

Der ASUS ROG Swift PG259QN verarbeitet an der HDMI-Schnittstelle RGB- und YCbCr-Signale, und es wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt. Die Wahl des richtigen Signallevels wird oft unterschätzt, ist aber notwendig für die korrekte Darstellung. Abstimmungsprobleme gehen entweder mit einem stark reduzierten Tonwertumfang oder einem ausgewaschenen Bild einher. Falls der Signallevel einmal nicht stimmen sollte, verfügt der Proband aber über keine weiteren Optionen, und es kommt auf das Zuspielgerät an, wie man diesem Problem begegnet.

Oliver Jachmann

... spielt seit seiner Kindheit Rennsimulationen am Computer. Seit 2013 verstärkt er unser Team und schreibt hauptsächlich Testberichte von Gaming-Monitoren. Seinen Ausgleich findet er im Sport und bezeichnet sich selbst als Fitness-Freak.

Interessante Themen

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!