Test ASUS PG27UQ – 4K-HDR-Gaming-Monitor der Superlative
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Graustufen

Der Grauverlauf ist in der Werkseinstellung ausgezeichnet und wirkt sehr gleichmäßig. Banding und Farbschimmer sind nicht zu beobachten.

Graustufendarstellung das Asus PG27UQ
Graustufen

Auch bei der Graustufendarstellung schneidet der ASUS PG27UQ gut ab. Die hellsten Stufen sind vollständig und die dunkelsten bis einschließlich Stufe 4 noch zu erkennen. Auch die Blickwinkelabhängigkeit ist bei den Graustufen sehr gut. Die Zeichnung bleibt in hellen wie in dunklen Bereichen sehr gut erhalten.

Auffällig sind aber in bestimmten Testbildern die dunkelsten Stufen nahe Schwarz. Vor allem in feinen Grauverläufen fällt auf, dass der Übergang nicht fließend ist. Stattdessen fallen die untersten Stufen zusammen und wirken wie ein einziger schwarzer Balken. Hier stimmt ganz offensichtlich etwas nicht.

Die Bildwiederholrate spielt dabei keine Rolle. Abhilfe schaffen lässt sich allerdings, wenn man die variable Hintergrundbeleuchtung wieder einschaltet. Dann wirken auch Grauverläufe richtig fließend.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Nur bei genauem Hinsehen sind minimale Einstrahlungen an den Rändern oben und rechts (in der Ecke rechts oben) zu erkennen. Selbst mit verlängerter Belichtung wirkt das Schwarzbild im Vergleich zu anderen Displays noch phänomenal gleichmäßig. In dieser Disziplin schlägt sich der ASUS ROG Swift PG27UQ sogar erheblich besser als der für die EBV gedachte ASUS PA32UC-K.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS PG27UQ (variable Hintergrundbeleuchtung deaktiviert)
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS PG27UQ (variable Hintergrundbeleuchtung deaktiviert)

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 351 cd/m². Das liegt immerhin 42 % unter der Herstellerangabe von 600 cd/m². Im HDR-Betrieb soll der ASUS PG27UQ sogar eine Peak-Helligkeit von 1000 cd/m² erreichen. Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 27 cd/m².

Nach Kalibrierung sinkt die Maximalhelligkeit geringfügig auf 338 cd/m². Mit einer Minimalhelligkeit von 26 cd/m² kann der ASUS PG27UQ auch ausreichend weit für ein Arbeiten in absoluter Dunkelheit heruntergeregelt werden.

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei guten 985:1.

Der ASUS ROG Swift PG27UQ verfügt aber wie auch der ASUS PA32UC über ein Local Dimming mit stattlichen 384 Zonen. Dadurch kann die Hintergrundbeleuchtung lokal in einem Bereich abgeschaltet bzw. heruntergeregelt werden, während in anderen Bereichen (im HDR-Betrieb) Spitzenhelligkeiten von 1000 cd/m² erzielt werden.

Wie groß der Unterschied ist, ist uns bereits beim Schwarzbildtest aufgefallen, da das von ASUS im OSD „Variable Hintergrundbeleuchtung“ getaufte Local Dimming ab Werk aktiv ist. Das Schwarzbild ist dann ungewöhnlich dunkel. Restlicht ist aber auch hier zu sehen. Derartige dynamische Kontrastverbesserer gibt es schon lange. Solange sie aber nur den Kontrast zwischen einem komplett schwarzen und einem komplett weißen Bild verbessern können oder mit sehr wenigen Zonen agieren, hilft das für den entscheidenden Im-Bild-Kontrast herzlich wenig.

Der ASUS ROG Swift PG27UQ ist aber mit seinen 384 Zonen das Beste, was man abseits von OLED-Technik aktuell bekommen kann. Der Nachteil der Zonen ist allerdings, dass immer vom Bildinhalt abhängt, ob der Unterschied zwischen aktivierten und deaktivierten Zonen sichtbar wird. Fährt man z. B. mit einem weißen Mauszeiger über ein ansonsten schwarzes Bild, wird um den Mauszeiger eine aufgehellte Korona und oft auch ein nachleuchtender Schweif sichtbar.

Im Gegensatz zum ASUS PA32UC, den wir Anfang des Jahres im Test hatten, bietet der ASUS ROG Swift PG27UQ aber mehrere Einstellmöglichkeiten für das Local Dimming. Ab Werk voreingestellt ist „schnell“. Korona und nachleuchtender Schweif werden dadurch ganz massiv reduziert.

Natürlich hat uns auch interessiert, ob die Kontrastverbesserung durch die variable Hintergrundbeleuchtung auch messtechnisch sichtbar gemacht werden kann. Die folgende Abbildung 1 zeigt den Desktop mit dem Fenster unserer Mess-Software in der Mitte. Das kleine, weiße Rechteck ist der Messbereich für die Sonde.

Kontrastmessung mit aktivierter, variabler Hintergrundbeleuchtung, Abb. 1
Kontrastmessung mit aktivierter, variabler Hintergrundbeleuchtung, Abb. 1
Kontrastmessung mit aktivierter, variabler Hintergrundbeleuchtung, Abb. 2
Kontrastmessung mit aktivierter, variabler Hintergrundbeleuchtung, Abb. 2

Den Desktop-Hintergrund haben wir auf Schwarz statt des üblichen Hintergrundbilds gestellt. Sobald man die variable Hintergrundbeleuchtung einschaltet, wird der Hintergrund um das Software-Fenster augenblicklich und signifikant abgedunkelt. Messtechnisch ändert sich aber zunächst nichts. Warum? Das dürfte daran liegen, dass hier der Messbereich (weißes Rechteck) kleiner ist, als eine der 384 Dimming-Zonen, oder sich hier zwei Zonen ungünstig überlappen. Der umgebende, hellgraue Bereich des Software-Fensters sorgt dafür, dass man messtechnisch nur den „normalen“ Kontrast von 1000:1 erhält, obwohl der wahrgenommene Kontrast durch das Schwarz drumherum auch hier bereits wesentlich höher ist.

In der Abbildung 2 rechts haben wir daher das Fenster so weit vergrößert, dass der Messbereich größer als eine der 384 Dimming-Zonen sein sollte. Der Schwarzwert ließ sich dadurch bereits von 0,14 cd/m² auf 0,09 cd/m² reduzieren (im gemessenen Bereich). Zum Schluss haben wir das Software-Fenster auf Vollbild und damit auch den Messbereich maximal vergrößert. Der Schwarzwert lag dann bei nur 0,03 cd/m². Das entspricht einem phänomenalen Kontrastverhältnis von 4666:1.

Aber das ist noch nicht alles, was es hier zu berichten gibt. Auch wenn die gemessene Maximalhelligkeit von 351 cd/m² mehr als ausreichend ist für den SDR-Betrieb, so ist die große Entfernung von der Herstellerangabe (600 cd/m²) bisher doch etwas enttäuschend.

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