Test ASUS PG27UQ – 4K-HDR-Gaming-Monitor der Superlative
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Bedienung

Die Bedienung des ASUS PG27UQ erfolgt über angenehm große und gut ausgeformte ROG-Drucktasten sowie einen Mini-Joystick auf der Rückseite. Die Position der Tasten ist am Rahmen vorn zwar nicht zu erkennen, aber nach kurzer Eingewöhnung auch so schnell zu finden. Die Haptik ist eher plastiklastig, die Bedienung selbst ohne Tadel.

ROG-Bedientasten, Übersicht
ROG-Bedientasten, Übersicht
ROG-Bedientasten, Nahansicht
ROG-Bedientasten, Nahansicht

Die Navigation durch das Menü erfolgt mit dem Mini-Joystick. Das bewährte Joystick-Konzept von ASUS ist ausgesprochen intuitiv und die verwendete Logik durchgängig. Was wir im Vergleich zu anderen ASUS-Geräten etwas vermisst haben, ist der Schnellzugriff auf wichtige Funktionen wie Helligkeit etc.

OSD

Das OSD des ASUS PG27UQ ist in sechs Hauptkategorien unterteilt. Die Funktionen sind weitgehend schlüssig verteilt. Die Logik entspricht der anderer ASUS-Geräte, allerdings wirkt das ROG-Design doch etwas zeitgemäßer.

OSD: Der Begriff „Overclocking“ darf bei einem ROG-Gerät natürlich nicht fehlen. (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Der Begriff „Overclocking“ darf bei einem ROG-Gerät natürlich nicht fehlen. (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Blaulichtfilter (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Blaulichtfilter (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Farbeinstellungen (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Farbeinstellungen (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Erweiterte Bildeinstellungen (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Erweiterte Bildeinstellungen (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Eingangswahl (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Eingangswahl (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch ASUS)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch ASUS)

Die sonst üblichen Bildmodi sucht man beim ASUS ROG Swift PG27UQ zunächst vergeblich. Das liegt aber nur daran, dass sie bei ROG-Geräten eben auch anders heißen müssen und sich hinter der GameVisual-Funktion verbergen. Wie hier „FPSmodus“, „sRGBmodus“ und „Kinomodus“ in dieselbe Kategorie passen, ist uns nicht ganz klar. Wieso man zum Betrachten von Landschaftsfotos einen eigenen Bildmodus aktivieren soll, ebenso wenig. Für das Anschauen von Porträt- und Architektur-Fotos scheint das Gerät dann gar nicht erst geeignet zu sein.

Der sRGB-Modus entpuppt sich ferner schlichtweg als Blödsinn. Darunter versteht man normalerweise einen Bildmodus, bei dem Farbraum, Farbtemperatur und Gammaverlauf den Normvorgaben des sRGB-Farbraums entsprechen. Hier korreliert der Farbraum aber überhaupt nicht mit der GameVisual-Funktion. Ab Werk zeigt der ASUS nämlich unabhängig vom Bildmodus erst mal herzlich wenig von seinem erweiterten Farbraum und beschränkt sich auf sRGB-Farben.

In den Systemeinstellungen findet man unter der nichtssagenden Bezeichnung „Anzeige SDR-Eingang“ die Optionen „sRGB“ und „Breite Skala“. Das Handbuch weiß dazu Folgendes zu sagen: „Anzeige SDR-Eingang: ‚sRGB‘ wird bei Verwendung Microsoft-basierter Systeme empfohlen. ‚Breite Farbskala‘ wird bei Verwendung von Mac-OS-Systemen empfohlen.“

Wo jetzt der versprochene DCI-P3- und Adobe-RGB-Farbraum sind, wird nicht erläutert. Da haben wir doch gleich einen ganz tollen ROG-Overclocking-Geheimtipp für Sie parat: Handbuch ignorieren, „Breite Farbskala“ einschalten und schon haben Sie einen Farbraum entfesselt, der einem Grafikmonitor das Wasser reichen kann – wenn auch nur in diesem Aspekt.

Der sRGB-Modus in den GameVisual-Einstellungen ist dann allerdings sinnfrei, da es trotzdem beim erweiterten Farbraum bleibt. Soweit für uns ersichtlich, kann man die Modi „Rennmodus“, „RTS/RPGmodus“ und „FPSmodus“ im Prinzip als frei konfigurierbare Benutzermodi verstehen, die alle im Menü getätigten Einstellungen speichern. Von den anderen Modi lässt man am besten die Finger. Problematisch ist generell, dass laut Handbuch bei allen GameVisual-Modi „intelligente Videotechnologie“ eingesetzt wird – ohne irgendeine Erwähnung, was diese eigentlich genau bewirkt.

Das spärliche Handbuch hilft hier generell kaum weiter und verdient diesen Namen im Zusammenhang mit einem so teuren und Feature-reichen Gerät eigentlich nicht. Eine vernünftige Erklärung der Funktionen gehört aber eben auch zu einer guten Bedienbarkeit.

Über den generellen Funktionsumfang des OSDs kann man sich ansonsten nicht beklagen. Darunter ist auch wieder die bestens bekannte Toolbox „GamePlus“. Zur Verfügung stehen vier Target-Overlays in verschiedenen Formen und Farben, eine Timer-Funktion, ein fps-Zähler in numerischer und grafischer Darstellung sowie eine Anzeigenausrichtung für den Multi-Display-Betrieb.

GamePlus-Toolbox
GamePlus-Toolbox

Da schon ein beworbenes Feature wie die 144-Hz-Wiedergabe nur über ein „Overclocking“ zugeschaltet werden kann, wäre es aber schön, auch den Begriff „Underclocking“ im OSD zu finden. Damit könnte man den Lüfter für die Wiedergabe bei 60 Hz (SDR) einfach ausschalten. Andere 4K-Displays brauchen dazu schließlich auch keinen Lüfter.

Bildqualität

Sowohl Panel-Rahmen als auch die Oberfläche des Panels sind matt und sehr gut entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Rennmodus
Helligkeit: 80
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: normal
RGB: k. A.
Color-Gamut: k. A., „SDR Eingang anzeigen“: sRGB
DUE Priority: nicht vorhanden
Schärfe: nicht vorhanden
Reaktionszeit: normal

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet. Einzige Änderung: Die variable Hintergrundbeleuchtung in den Systemeinstellungen steht ab Werk auf der höchsten Stufe. Wir haben diese Einstellung deaktiviert, um unverfälscht den nativen Kontrast zu messen.

Wie wir im OSD-Kapitel bereits erläutert haben, zeigt der ASUS ROG Swift PG27UQ ab Werk von seinem erweiterten Farbraum nichts und beschränkt sich auf die Anzeige von sRGB-Farben. Für einen Monitor, der seine Quantum-Dot-Technologie und die Abdeckung des DCI-P3-Farbraums besonders bewirbt, ist das doch recht ungewöhnlich.

Dem Gerät liegt ferner ein Farbkalibrierungsbericht bei. Auch das ist für einen Gaming-Monitor eher ungewöhnlich. Darin verspricht ASUS eine Vorkalibrierung ab Werk „for unmatched color accuracy (Delta E < 3) with wide color gamut“. Was genau da eigentlich vorkalibriert wurde, bleibt im Argen, denn danach ist nur noch vom sRGB-Farbraum die Rede. Zumindest ist klar, dass im SDR-Betrieb und im Rennmodus gemessen wurde.

Wir haben daher im Folgenden alle relevanten Messungen (Bildhomogenität, Farbwiedergabe und Kalibrierung) zweimal durchgeführt – für „SDR Eingang anzeigen“ auf „sRGB“ und auf „Breites Spektrum“. Wenn wir im Folgenden von „sRGB-Modus“ vs. „nativem Farbraum“ sprechen, ist auch immer dieser Schalter gemeint und nicht der gleichnamige GameVisual-Modus.

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