Test ASUS PG27UQ – 4K-HDR-Gaming-Monitor der Superlative
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Overdrive

60 Hz, Overdrive „Aus“

Schaltet man den Overdrive ab, ist die Abstimmung völlig neutral und die Reaktionszeiten bereits auf einem Niveau, den mancher Allrounder gern hätte. Der CtC-Wert von 12,8 ms lässt aber auf Verbesserung hoffen.

Das Abschalten des Overdrives ergibt auch außerhalb von Spielen aus unserer Sicht wenig Sinn.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Aus“): ordentliche Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): ordentliche Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Aus“): neutrale Abstimmung
60 Hz (Overdrive „Aus“): neutrale Abstimmung

60 Hz, Overdrive „Normal“

In der Werkseinstellung „Normal“ bei 60 Hz werden die Schaltzeiten schon effektiv verkürzt, wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 11,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 7,8 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt gute 11,9 ms. Ein CtC-Wert von 7,6 ms ist ebenfalls kurz.

In der Overdrive-Stellung „Normal“ sind weiterhin kaum Überschwinger auszumachen und die Bildaufbauzeiten bereits recht flott.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Normal“): flotte Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Normal“): flotte Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Normal“): minimale Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Normal“): minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Extreme“

In der höchsten Stellung „Extreme“ bei 60 Hz messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 12 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,3 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt gute 10,1 ms. Der CtC-Wert von 6,4 ms verbessert sich ebenfalls nur noch geringfügig.

Die Überschwinger bleiben immer noch in einem sehr akzeptablen Rahmen.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Extreme“): gute Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Extreme“): gute Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Extreme“): geringfügige Überschwinger.
60 Hz (Overdrive „Extreme“): geringfügige Überschwinger

Richtig spannend wird es natürlich erst, wenn wir die Fähigkeiten des ASUS ROG Swift PG27UQ jetzt über die entsprechenden Bildwiederholraten auch entfesseln.

120 Hz, Overdrive „Aus“

Abstimmung neutral, sonst kaum bessere Reaktionszeiten als bei 60 Hz. Kann man sich also schenken.

Diagramm: 120 Hz (Overdrive „Aus“): ordentliche Schaltzeiten
120 Hz (Overdrive „Aus“): ordentliche Schaltzeiten
Diagramm: 120 Hz (Overdrive „Aus“): neutrale Abstimmung
120 Hz (Overdrive „Aus“): neutrale Abstimmung

120 Hz, Overdrive „Normal“

Der Wechsel auf 120 Hz verkürzt nicht nur den Input-Lag dramatisch, sondern bringt auch bereits in Werkseinstellungen eine deutliche Verbesserung der Reaktionszeiten.

Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 10,8 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,7 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 7,8 ms. Ein CtC-Wert von 4,8 ms ist ebenfalls kurz.

Im Mittel werden also bereits hier sehr gute Werte erreicht. Die Abstimmung bleibt dennoch weitgehend neutral.

Diagramm: 120 Hz (Overdrive „Normal“): flotte Schaltzeiten
120 Hz (Overdrive „Normal“): flotte Schaltzeiten
Diagramm: 120 Hz (Overdrive „Normal“): minimale Überschwinger
120 Hz (Overdrive „Normal“): minimale Überschwinger

120 Hz, Overdrive „Extreme“

In der maximalen Overdrive-Stellung betragen die Schaltzeiten im Mittel sogar nur noch 3,1/3,1 ms (rise/fall). Der CtC-Wert von 3,2 ms ist ebenfalls extrem flott. Allerdings zeigen sich auch merkliche Qualitätseinbußen durch Überschwinger.

Insofern sind die Overdrive-Einstellungen und Bezeichnungen von ASUS sehr passend gewählt. Wir empfehlen, beim Spielen den ASUS ROG Swift PG27UQ auf jeden Fall mit 120 Hz zu betreiben. Die OD-Einstellung „Normal“ ist meistens die beste bzw. eine völlig ausreichende Wahl. Wer es extrem braucht – bitteschön, auch das ist immer noch ein brauchbarer Modus.

Diagramm: 120 Hz (Overdrive „Extreme“): gute Schaltzeiten
120 Hz (Overdrive „Extreme“): gute Schaltzeiten
Diagramm: 120 Hz (Overdrive „Extreme“): geringfügige Überschwinger
120 Hz (Overdrive „Extreme“): geringfügige Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Aus“
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 120 Hz, Overdrive „Aus“
120 Hz, Overdrive „Aus“
diagramm: 60 Hz, Overdrive „Normal“
60 Hz, Overdrive „Normal“
diagramm: 120 Hz, Overdrive „Normal“
120 Hz, Overdrive „Normal“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Extreme“
60 Hz, Overdrive „Extreme“
diagramm: 120 Hz, Overdrive „Extreme“
120 Hz, Overdrive „Extreme“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim ASUS ROG Swift PG27UQ sieht man hier die Verbesserung beim Wechsel von 60 Hz zu 120 Hz sehr deutlich. Der Input-Lag ist bei 60 Hz mit 24,9 ms rund dreimal so lang wie bei der Ansteuerung mit 120 Hz Bildwiederholrate.

Bei 120 Hz reduziert sie sich auf einen sehr guten Wert von 8,2 ms. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 3,1 ms ebenfalls sehr kurz, insgesamt macht das phänomenale 11,3 ms.

Das Abweichen der Latenz bei 60 und 120 Hz ist eher ungewöhnlich. Allerdings konnte der mit unserem neuen Verfahren gemessene Wert via Leo Bodnar verifiziert werden. Da der ASUS PG27UQ sicherlich mit 120 Hz oder 144 Hz (Overclocking) genutzt wird, ist die höhere Latenz bei 60 Hz deshalb zu vernachlässigen.

Der ASUS ROG Swift PG27UQ ist damit das, was wir von ihm erwarten: ein schneller Gaming-Monitor mit minimaler Latenz.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Diagramm: Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz
Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

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