Test ASUS PG27UQ – 4K-HDR-Gaming-Monitor der Superlative
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Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet.

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Wie bereits erwähnt, hat uns der 144-Hz-Betrieb nicht so richtig überzeugt. Natürlich kann man hier experimentieren und über das Gamma oder die Einstellung „Dunkelverstärkung“ im OSD erst mal versuchen, die verloren gegangenen Details wieder hervorzuholen. Es ist fraglich, ob das bisschen mehr im Vergleich zu 120 Hz die Mühe wirklich wert ist. Einen deutlich spürbaren Bildqualitätsverlust hat man auf jeden Fall. Angesichts der bombastischen Grafiken in modernen Spielen würden wir der Bildqualität hier immer den Vorrang geben.

Bei 120 Hz ist zumindest noch eine 8-Bit-Zuspielung mit der vollen Ausgabe-Farbtiefe möglich. Die OD-Einstellung „Normal“ reicht in der Regel hier völlig aus. Tearing und Korona-Effekte konnten wir in Spielen so gut wie keine beobachten. Verwendet man beispielsweise den Speedtest der EIZO-Monitor-Tools und vergleicht die Darstellung bei 60 Hz und bei 120 Hz, fällt der Unterschied deutlich auf. Bei einer Bildwiederholrate von 120 Hz werden die Ober- und Unterkante des schnell bewegten Rechtecks selbst bei 800 pix/sec noch unverzerrt und ohne Schmiereffekte dargestellt.

Screenshot EIZO Speedtest
Screenshot EIZO Speedtest

Negativ fällt allerdings auf, dass bereits die Rechtecke ab 400 pix/sec in sich zu blinken bzw. zu flackern scheinen. Dieser Effekt ist aber dem Local Dimming geschuldet, auf das man dann beim Spielen im Zweifel verzichten muss, wenn irgendwo störende Effekte beobachtet werden.

Aus unserer Sicht ist der ASUS ROG Swift PG27UQ in Summe auf jeden Fall ein sehr guter Gaming-Monitor. Vor allem gelingt ASUS hier mit einem IPS-Panel ein sehr guter Kompromiss aus Bildqualität und Spieletauglichkeit. Wer ernsthafte E-Sport-Ambitionen hat, fährt allerdings mit einem WQHD-TN-Panel besser und günstiger.

Sound

Integrierte Lautsprecher besitzt der ASUS ROG Swift PG27UQ keine, die würden einen Gamer auch nie zufriedenstellen. Der Ton wird aber wie erwartet korrekt durchgereicht.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des ASUS PG27UQ angeschlossen werden, der Ton wird an den Kopfhörerausgang weitergeleitet. Beim Anschluss eines PCs klappt die Tonausgabe auch via DisplayPort einwandfrei.

Zumindest am PC ist aber via HDMI nur eine 60-Hz-Wiedergabe möglich. Beim Anschluss eines externen BD-Players finden wir aber bestätigt, dass die 24p-Wiedergabe eines Full-HD-Films tatsächlich nicht möglich ist. Sofern der BD-Player jedoch ein Upscaling auf 4K beherrscht – das tun auch viele einfachere Geräte bereits seit einigen Jahren –, geht es eben doch. Eine 4K-Zuspielung mit 24p wird korrekt entgegengenommen und wirkt auch sichtlich flüssiger.

Unterstützte Anzeigemodi (Screenshottabelle aus dem Handbuch zum Monitor)
Unterstützte Anzeigemodi (Screenshot Handbuch ASUS)

Standard-Video-Wiedergabe

Abgesehen von der etwas eingeschränkten Tauglichkeit für externe Zuspieler ist bereits die Standard-Video-Wiedergabe des ASUS ROG Swift PG27UQ auf echtem Top-Niveau. Dafür sorgen die 4K-Auflösung, die gute Farbraumabdeckung und der bereits ohne Local Dimming ausgezeichnete Kontrast und Schwarzwert.

Am PC via DisplayPort hat man auch kein Problem mit 24p. Zumindest in der nativen Auflösung hat man unter anderem die Wahl zwischen 24, 98 und 120 Hz. Die Skalierung von Full-HD-Filmen übernimmt dort sowieso der Software-Player.

Beim Farbraum hat man die Wahl zwischen dem sRGB-Modus, der den Farbraum sehr exakt auf die HDTV-Norm trimmt, oder dem erweiterten Farbraum. Letzterer ist beim ASUS ROG Swift PG27UQ enorm groß, sodass die Desktop-Darstellung stellenweise (bei Rot/Orange) etwas überzogen wirkt, auch wenn man einen Monitor mit erweitertem Farbraum gewöhnt ist. Bei Kinofilmen und Spielen ist der erweiterte Farbraum aber auch beim ASUS PG27UQ aus unserer Sicht ein Mehrwert, der mit seinen kräftigeren Farben einfach Spaß macht.

Das Local Dimming ist zwar eigentlich erst für die HDR-Wiedergabe notwendig geworden, lässt sich aber genauso gut auch bei SDR-Inhalten verwenden. Angesichts der messtechnischen Kontraststeigerung von 1000:1 auf gut 4500:1 sollte man im Bildinhalt selbst aber nicht allzu viel erwarten. Diesen Kontrast-Boost bekommt man nur dann, wenn es tatsächlich größere schwarze Flächen im Bild gibt. Was man aber auf jeden Fall bekommt, sind richtig satt schwarze Balken in Cinemascope-Filmen. Bei „normalen“ Bildinhalten sind durchaus auch Verbesserungen sichtbar. Sie sind aber eher subtil.

Wiedergabe von dedizierten HDR-10-Videos und Spielen

HDR ist im Marketing sehr beliebt und wird jetzt praktisch bei allen Geräten auf den Karton geklebt – obwohl sie von ihren Leistungsdaten dazu schon von Haus aus gar nicht wirklich in der Lage sind.

Nicht so beim ASUS ROG Swift PG27UQ. Das Gerät erfüllt mit 1000 nits Peak-Helligkeit und 384 Local-Dimming-Zonen nicht nur die höchste derzeit mögliche VESA-Spezifikation, sondern liefert auch die subjektiv beste HDR-Performance, die wir bislang gesehen haben. Der Proband toppt dabei sogar noch den ASUS PA32UC, der an sich ähnliche Leistungsdaten aufweisen kann. Ob dafür das G-Sync-HDR-Modul von NVIDIA maßgeblich verantwortlich ist, lässt sich schwer sagen. Einen großen Unterschied macht auf jeden Fall der Regler für das Local Dimming im OSD.

Wir empfehlen hier für die meisten Anwendungsszenarien die Option „Schnell“. Wie wir im Video zum Test zeigen, sind hier Korona und Nachleuchten beim Local Dimming massiv reduziert.

Vorausgesetzt man hat auch sonst die nötige Hardware und nativen HDR-Content, bleibt der Wow-Effekt nicht aus. Besonders beeindruckend sind nächtliche Stadtszenen – stellenweise tiefschwarz, aber gleichzeitig mit der extrem herausleuchtenden Stadtbeleuchtung. Dasselbe gilt natürlich auch für Feuerwerk, Schweißarbeiten und Sonnenuntergänge etc.

Leider lässt sich der subjektive Bildeindruck mit Worten nur schwer beschreiben oder in einem Video festhalten. Aber so viel sei gesagt: Wir reden hier nicht über einen Bisschen-besser-Effekt, sondern über einen Unterschied wie Tag und Nacht.

Inwieweit die HDR-Wiedergabe bei Filmen und Spielen zu einem Wow-Effekt führt, hängt natürlich auch immer stark davon ab, wie gut HDR im Content selbst implementiert ist. Während bei Spielekonsolen wie der PlayStation 4 oder der Xbox One X der HDR-Support schon länger relativ breit vertreten ist, beginnt sich auch bei PC-Spielen langsam etwas zu tun.

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