Technik
Betriebsgeräusch
Wir haben beim BenQ PD2732U keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Stand-by als auch im Betrieb arbeitet der Monitor vollkommen geräuschlos – unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.
Stromverbrauch
BenQ nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 200 Watt und einen typischen Bedarf von 42 Watt. Nach unseren Messungen bleibt der PD2732U davon sehr deutlich entfernt. Die maximale Leistungsaufnahme liegt nach unseren Messungen bei 34,4 Watt.
| Hersteller | Gemessen | |
| Betrieb maximal | 200 W | 34,4 W |
| Betrieb typisch | 42 W | – |
| 140 cd/m² (28 %) | k. A. | 28,3 W |
| Betrieb minimal | k. A. | 13,1 W |
| Energiesparmodus (Stand-by) | 0,5 W | 0,38 W |
| Ausgeschaltet (Soft-off) | k. A. | 0,35 W |
| Ausgeschaltet (Netzschalter) | n. v. | n. v. |
Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)
Bei einer praxisnahen Helligkeit von 140 cd/m² zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier messen wir 28,3 Watt. Die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu 1 cd/W, was knapp nicht mehr für eine befriedigende Wertung reicht.
Im Stand-by unterschreitet der BenQ PD2770U die Grenze von 0,5 Watt sicher. Gleiches gilt für den Soft-off-Zustand. Der Unterschied ist dabei so gering, dass man sich die Betätigung der Soft-off-Taste getrost sparen kann. Einen Netzschalter, um den Monitor vollständig vom Stromnetz zu trennen, besitzt der Proband allerdings nicht.
Die EU-Energieeffizienzklasse wird vom Hersteller mit „G“ (SDR und HDR) angegeben.
Anschlüsse
Bei den Anschlüssen setzt der BenQ PD2732U auf eine vielseitige und klar professionell ausgerichtete Ausstattung. Zur Verfügung stehen ein HDMI2.0- und ein DisplayPort-1.4-Eingang. Hinzu kommen ein Thunderbolt-4-Ausgang (Video und Daisy-Chaining), ein Thunderbolt-4-Eingang (Video, Datenübertragung und 90 Watt PD) sowie ein USB-Upstream-Port (3.2 Gen). Zwei der Ports sind der KVM-Funktion zugeordnet.

Die Platzierung der Buchsen ist sinnvoll gelöst, die Beschriftung ausreichend klar und die Erreichbarkeit im Alltag insgesamt gut. An der linken Unterseite des Rahmens sitzen zwei USB-A-Downstream-Buchsen (3.0, 5 Gbps), ein weiterer USB-A-Downstream-Port (3.0, 5 Gbps, 7,5 Watt PD), der USB-C-Downstream-Anschluss (3.1, 10 Gbps) und der Kopfhörerausgang (3,5-mm-Klinke, Line-out).

Bedienung
Für die Bedienung des BenQ PD2732U gibt es gleich drei Wege. Klassisch direkt am Gerät, über den mitgelieferten kabellosen Hotkey Puck G3 oder per Software Display Pilot 2. BenQ trägt damit auch bei der Steuerung dem professionellen Anspruch des Monitors Rechnung, und im Alltag hat man deutlich mehr Komfort als bei einfacheren Standardlösungen.
Am Gerät selbst steuert man alles über einen 5-Wege-Joystick, der mittig an der Unterseite des Rahmens sitzt. Daneben gibt es weitere Tasten für Schnellfunktionen und zum Ein- und Ausschalten. Das ist praxisgerecht gelöst. Man muss nicht unter den Rahmen tasten, die Bedienelemente sind gut erreichbar, und an den Druckpunkten gibt es nichts auszusetzen. Nach kurzer Eingewöhnung findet man sich zurecht. Die Präzision des Joysticks lässt allerdings zu wünschen übrig. Bewegt man ihn nach unten, schließt sich das Menü manchmal einfach, oder man ist plötzlich eine Ebene weiter rechts und verstellt dort Dinge, die man gar nicht anfassen wollte. Wer wie wir im redaktionellen Test ständig Einstellungen im OSD vornimmt, ärgert sich darüber schnell. Wir haben die OSD-Einstellungen deshalb über den Puck realisiert.

Zum erweiterten Bedienkonzept gehört der kabellose Hotkey Puck G3. Das ist ein kleiner externer Controller mit einem Auswahlrad in der Mitte, das gleichzeitig als Bestätigungstaste dient. Dazu kommen mehrere frei belegbare Tasten für Direktzugriffe und ein eigener Kanalwahlschalter, falls mehrere Monitore im Einsatz sind. Betrieben wird der Puck mit zwei AAA-Batterien, die allerdings nicht mitgeliefert werden.
Mit dem Hotkey Puck G3 wechselt man nicht nur schnell zwischen den Bildmodi, die man häufig benötigt, sondern kommt auch an wiederkehrende Funktionen heran, ohne jedes Mal das komplette OSD öffnen zu müssen. Im produktiven Alltag ist das ein echter Komfortgewinn.

Die Kommunikation mit dem Hotkey Puck erfolgt über einen separaten Infrarotsensor rechts an der Rahmenseite. Im Test hat das auch problemlos mit Linkshänder-Positionierung und aus etwas größerem Abstand funktioniert.
OSD
Trotz seines großen Funktionsumfangs bleibt das OSD des PD2732U insgesamt erfreulich übersichtlich. Es orientiert sich an der bekannten BenQ-Logik mit seitlich angeordneten Hauptkategorien und klar gegliederten Untermenüs. Die Navigation erfolgt zügig, die Darstellung wirkt modern und ausreichend kontraststark, sodass sich auch umfangreichere Einstellmöglichkeiten noch gut überblicken lassen.
Positiv ist insbesondere, dass die für die Bildbeurteilung relevanten Funktionen sauber gruppiert sind. Eingangswahl, Bildmodus, Helligkeit, Kontrast, Gamma, Schärfe und Farbtemperatur sind ohne größere Umwege erreichbar. So lässt sich die Farbtemperatur entweder über vordefinierte Kelvin-Stufen oder benutzerdefiniert per RGB-Gain-Regler festlegen. Auch die Gamma-Werte können präzise eingestellt werden, einschließlich der Auswahl der sRGB-Kurve.

Auch spezielle Punkte wie KVM-Zuordnung oder USB-Konfiguration sind sinnvoll in die Menüstruktur eingebettet, ohne das OSD unnötig zu überfrachten.
„DualAnzeige“ ist eine weitere spezielle Funktion, die den direkten Vergleich eines Bildinhalts in zwei unterschiedlichen Farbmodi am Bildschirm ermöglichen soll. Darauf gehen wir noch detaillierter ein. Unter dem Menüpunkt „Custom Keys“ bietet BenQ darüber hinaus Anpassungsmöglichkeiten für die Tasten am Monitor und am Hotkey Puck.
Im Alltag überzeugt das OSD damit weniger durch spektakuläre Einzelideen als durch seine insgesamt stimmige Balance aus Funktionsfülle und Bedienbarkeit. Der Nutzer bekommt viele Stellschrauben an die Hand, ohne sich durch unlogische Menüpfade kämpfen zu müssen. Gerade im Vergleich zu manchen Konkurrenzmodellen, die entweder zu schlicht oder unnötig verschachtelt ausfallen, wirkt die Lösung des BenQ PD2732U erfreulich erwachsen.

Hinzu kommt, dass BenQ wichtige Zusatzfunktionen nicht ausschließlich in externe Software auslagert. Auch direkt am Monitor bleibt der Zugriff auf zentrale Optionen erhalten. Das ist gerade im Testbetrieb und bei wechselnden Signalquellen ein Vorteil, weil sich Einstellungen notfalls vollständig am Gerät vornehmen lassen. Die separate KVM-Schnellauswahl fügt sich hier sinnvoll ein und beschleunigt den Wechsel zwischen unterschiedlichen Host-Konfigurationen zusätzlich.
Zusammengefasst präsentiert sich der BenQ PD2732U bei Bedienung und OSD jedoch auf hohem Niveau. Die direkte Steuerung am Gerät ist durchdacht, auch wenn die Steuerung über den Joystick teilweise unpräzise ist. Der kabellose Hotkey Puck G3 erweist sich als echter Mehrwert, und das OSD verbindet einen großen Funktionsumfang mit einer erfreulich klaren Struktur.








