Einleitung
Mit dem PD2732U schickt BenQ ein 27 Zoll großes Modell der Creative-Pro-Serie ins Rennen, das sich an Grafiker, Fotografen und Videoschaffende richtet. Das IPS-Panel löst mit 3840 × 2160 Pixeln auf, was rund 163 ppi ergibt. Bei der üblichen 150-Prozent-Skalierung bleibt die Arbeitsfläche eines WQHD-Monitors erhalten, Schrift und Kanten werden aber sichtbar feiner gezeichnet. Bei 60 Hz und 5 ms (GtG) ist klar: Das ist ein Arbeitsgerät, kein Allrounder mit Gaming-Ambitionen. Kalibrieren lässt sich der Monitor ausschließlich Software-seitig, beispielsweise über die kostenlose Anwendung AQCOLOR Pilot. Eine Hardware-Kalibrierung mit Korrektur in der internen LUT bietet er nicht.
Bei den Farbräumen nennt BenQ 99 % Adobe RGB, 99 % DCI-P3 sowie jeweils 100 % sRGB und Rec. 709. Dazu kommen eine Werkskalibrierung mit Delta E ≤ 2 samt Kalibrierungsbericht und die Uniformity-Technologie, die per Mikrozonen-Korrektur für eine gleichmäßige Helligkeit und Farbe über die gesamte Fläche sorgen soll.
Die Anschlussausstattung umfasst HDMI 2.0, DisplayPort 1.4 und einen Thunderbolt-4-Port, der Bild, Daten und bis zu 90 Watt Ladeleistung über ein einziges Kabel überträgt. Ein zweiter Thunderbolt-4-Anschluss dient als Ausgang mit 15 Watt und erlaubt Daisy-Chaining. Hinzu kommen ein USB-C-Upstream-Port, drei USB-A-Buchsen und eine USB-C-Downstream-Schnittstelle, ein Kopfhörerausgang sowie ein KVM-Switch für zwei Rechner an einer Tastatur.
Bedient wird der Monitor auf Wunsch kabellos per Hotkey Puck G3: drei frei belegbare Tasten für Farbmodi, Eingänge oder KVM, dazu ein Drehrad für Helligkeit, Kontrast und Lautstärke. Ob der BenQ PD2732U die Herstellerangaben im Messlabor bestätigt, lesen Sie auf den folgenden Seiten.
Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des BenQ PD2732U.
Lieferumfang
Der BenQ PD2732U wird in einem Karton mit den Maßen 71,5 × 56,5 × 18,5 cm (B × H × T) geliefert. Display und Zubehör liegen darin sicher verpackt und lassen sich bequem über die breite Seite herausnehmen. Der Hersteller setzt bei diesem Modell auf eine umweltfreundliche Verpackungslösung. Der PD2732U kommt in einem bedruckten Naturkarton – ohne Styropor. Im Inneren übernimmt eine Pappkonstruktion die stoßdämpfende Funktion, und die Kabel werden mit Papierbanderolen oder papierummanteltem Bindedraht zusammengehalten. Bildschirm, Standbein und Standfuß sind jedoch weiterhin einzeln in Kunststofffolie verpackt.

Neben dem Display samt Monitorständer und -sockel liegen dem Paket je ein Kabel für HDMI, Thunderbolt 4 mit 40 Gbit/s (passiv) sowie USB-C auf USB-A bei. Ergänzt wird der Lieferumfang durch ein Netzkabel, einen Kabelhalter, den Hotkey Puck G3, ein EU-Energielabel der Klasse G, eine Kurzanleitung, Sicherheitshinweise und behördliche Bestimmungen sowie eine QR-Karte mit Hinweisen zu AQCOLOR Pilot und Display Pilot 2.
Zusätzlich stellt BenQ über seine Website eine Reihe von Software-Paketen zum Download bereit. Dazu gehört AQCOLOR Pilot, eine Kalibrierungssoftware und der offizielle Nachfolger von Palette Master Ultimate. Es dient zur Hardware- bzw. Software-Kalibrierung und zum Farbmanagement kompatibler BenQ-Monitore. Die Anwendung führt mit erklärten Fachbegriffen durch die Kalibrierung, unterstützt Validierung sowie „Measure and Match“, mit dem sich Display-Parameter bei Zwei-Monitor-Setups angleichen lassen. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom Monitormodell ab. Im Download-Bereich zum BenQ PD2732U ist die Software für Windows bisher nicht zu finden, und auf der Produktseite ist ein Hinweis, dass sie erst Anfang Oktober zur Verfügung steht. Tatsächlich ist sie auf der AQCOLOR-Pilot-Seite bereits vorhanden.
Display Pilot 2 ist eine Software, mit der sich Monitor-Einstellungen bequem am PC statt über das OSD-Menü steuern lassen – etwa Helligkeit, Lautstärke, Eingangsquelle, Auto-Pivot und Desktop-Partitionen. Konfigurationen lassen sich speichern und in einem Cloud-Konto sichern.
Display ColorTalk gleicht die Farbdarstellung zweier Monitore aneinander an – ein Display dient als Referenz, das zweite wird darauf abgestimmt. Dabei erfolgt die Anpassung rein nach visueller Wahrnehmung, ein Kolorimeter wird nicht benötigt. Diese Funktion ist aber ebenfalls in der Software AQCOLOR Pilot zu finden.
Ein separater Monitortreiber sorgt dafür, dass das Gerät unter Windows namentlich erkannt wird, und stellt ein Standard-ICC-Farbprofil zur Verfügung. Damit bietet der Hersteller insgesamt eine außerordentlich umfangreiche Ausstattung, die kaum einen Wunsch offenlässt.
Montage
Der Aufbau des BenQ PD2732U gelingt zügig und ohne Werkzeug: Standbein und Standfuß werden mit einer Flügelschraube verbunden, anschließend schiebt man das Standbein von hinten in die vorgesehene Führung am Display. Vor der Montage muss man allerdings die Kabelklemme auf das Standbein schieben – nachträglich lässt sie sich nicht mehr anbringen.
Für einen sicheren Stand sorgen sechs Gumminoppen an der Unterseite des Standfußes. Sie verhindern leider nicht effektiv, dass der Monitor bei seitlichen Drehbewegungen wegrutscht. Insofern ist eine Einhandbedienung nicht bei jeder Oberfläche möglich. Der rechteckige Standfuß misst 28 × 22 × 0,4 cm (B × T × H).
Am besten montiert man das Standbein noch im Karton. Dazu wird es in die passende Öffnung auf der Rückseite des BenQ PD2732U eingeführt und so weit nach unten gedrückt, bis es hörbar einrastet. Soll die Verbindung wieder gelöst werden, genügt ein Druck auf den entsprechenden Schalter, der die Arretierung freigibt.

Für Standfestigkeit sorgt das Gesamtgewicht von etwa 8,6 kg, von dem rund 2,7 kg allein auf das Standbein entfallen. So steht der Bildschirm sicher und bleibt im Betrieb praktisch wackelfrei.

Optik und Mechanik
Der BenQ PD2732U zeigt ein unaufdringliches Design mit einem formschönen Fuß und einem optisch ansprechenden Standbein. Äußerlich gibt sich der Monitor angenehm zurückhaltend und findet so in jeder Arbeitsumgebung mühelos seinen Platz.
Im Detail fällt der Rahmen seitlich und oben mit gerade mal 2 mm denkbar schmal aus. Bis zum Beginn des eigentlichen Bildes kommen noch 7 mm hinzu. Am unteren Rand sitzt eine 18 mm breite Blende, zu der weitere 2 mm bis zum Bildrand hinzukommen.
Das Standbein des BenQ PD2732U bietet einen Höhenverstellbereich von 11,5 cm. Fährt man den Bildschirm ganz nach oben, liegen 18,5 cm zwischen unterem Rahmen und Tischplatte; in der niedrigsten Einstellung reduziert sich dieser Abstand auf rund 7 cm. Zusätzlich lässt sich das Panel über ein Gelenk im Standfuß nach beiden Seiten um 20° schwenken, was etwas mager ausfällt.
Für die Neigung steht ein Bereich von -5° bis +20° zur Verfügung, sodass sich der Bildschirm nach vorn und hinten in die gewünschte Position bringen lässt. Die exakte horizontale Ausrichtung im Querformat muss beim BenQ PD2732U allerdings von Hand vorgenommen werden, obwohl links ein Anschlagpunkt vorhanden ist.

Die Kabelführung ist grundsätzlich sinnvoll gelöst und unterstützt den aufgeräumten Gesamteindruck. Der Clip sitzt stabil, ist praxisnah am Standbein positioniert und erfüllt damit seinen Zweck. Die Öffnung fällt allerdings recht großzügig aus. Dünnere Kabel werden dadurch nicht ganz so straff geführt und können leichter wieder herausrutschen.

Der Schlitten der Höhenverstellung arbeitet angenehm smooth. Ebenso überzeugen das obere Gelenk für die Neigung und das Drehgelenk im Standfuß mit einer durchweg hochwertigen Anmutung – jede einmal gewählte Position wird zuverlässig gehalten.
Zur Vervollständigung der ergonomischen Ausstattung lässt sich der Bildschirm um 90° ins Hochformat (Pivot) drehen, allerdings nur im Uhrzeigersinn. In der höchsten Stellung funktioniert die Rotation, ohne dass der Bildschirm nach hinten geneigt werden muss. In der tiefsten Stellung liegt der Rahmen auf dem Standfuß auf und lässt noch eine Höhenverstellung von 7,5 cm zu.
Eine praxistaugliche Lösung bietet BenQ für das OSD, denn es wird automatisch mitgedreht und korrekt angezeigt. Das gilt allerdings nicht für den Bildinhalt selbst.

Seine Energie bezieht der BenQ PD2732U aus einem internen Netzteil. Für die nötige Kühlung sorgen Lüftungsschlitze im oberen und unteren Rahmenbereich; im Dauerbetrieb oder unter HDR-Last wird der Monitor allenfalls handwarm.






















