Gaming
Der BenQ PD2732U ist für die Bildbearbeitung konzipiert worden. Overdrive ist zwar vorhanden, eine Sync-Technologie beherrscht der 27-Zoll-Bildschirm aber nicht.
Bei Blur Busters haben wir einige Tests durchgeführt, um eine Aussage über das Auftreten von Ghosting oder Korona-Effekten treffen zu können. Die Bewegungsschärfe der UFOs ist bei 60 Hz sehr schlecht. In der Praxis sind Ghosting-Effekte nur in der Overdrive-Stufe „Aus“ deutlich auszumachen. In den anderen Stufen sind die Effekte minimal zu erkennen. Ghosting ist ein Artefakt der Nachlaufbewegung. Es wird durch asymmetrische Pixelübergänge verursacht: Übergänge zwischen zwei Farben können in einer Richtung schneller sein als in der anderen.
Deutliche Korona-Effekte konnten wir nur in der höchsten Overdrive-Stufe erkennen, was sich mit unseren Messungen deckt. Aus Qualitätsgründen sollte diese Stufe gemieden werden. Koronas sind Nachzieheffekte, die durch die Beschleunigung der Reaktionszeit (Overdrive) verursacht werden. Die Pixel können über ihren endgültigen Farbwert hinausschießen, bevor sie zurückspringen, was zu einem hellen, inversen Geisterbild führt.
Der BenQ PD2732U ist weder zum Spielen gedacht noch geeignet.
Sound
Der BenQ PD2732U wird unter Windows als Audiogerät erkannt und kann Tonsignale über alle Signal-Eingänge entgegennehmen, die dazu in der Lage sind. Eigene Lautsprecher besitzt der Proband aber nicht. Tonsignale können daher nur über den Kopfhöreranschluss ausgegeben werden.
Audiovisuelle Medienwiedergabe
Das Testgerät verfügt über eine HDMI‑Schnittstelle für HD-Zuspieler. Für die folgenden Tests wurde ein Google Chromecast per HDMI-Kabel angeschlossen.
Skalierung und Bildraten
Für die Beurteilung spielen wir Bildsignale in 720p, 1080p und 2160p zu. Der BenQ PD2732U skaliert alle Auflösungen auf Vollbild, was eine korrekte Darstellung ermöglicht. Die Wiedergabe war bei 2160p und 1080p mit 60 Hz, 50 Hz, 30 Hz, 25 und 24 Hz möglich. Bei 720p waren 60 Hz und 50 Hz auswählbar. Hier zeigt sich der BenQ PD2732U vorbildlich.
Farbmodelle und Signallevel
Der BenQ PD2732U verarbeitet digitale RGB- und YCbCr-Farbmodelle. Bei Anschluss über die HDMI-Schnittstelle wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt und somit der richtige Schwarzpegel angezeigt. So werden Weiß und Schwarz korrekt dargestellt, und es entsteht kein flaues Bild. Sollte es mal nicht passen, kann man im OSD unter „Farbe“ entweder „voll“ oder „limitiert“ auswählen.
Overscan
Overscan bedeutet, dass die Ränder des Bildes über die Bildschirmränder hinaus verborgen sind, und zwar so, als wäre das Bild vergrößert. Der BenQ PD2732U bietet keinen Overscan an.
HDR
Der BenQ PD2732U weist HDR-Unterstützung auf (HDR10 und HLG). Eine DisplayHDR-Spezifizierung besitzt er aber nicht. Als maximalen Helligkeitswert messen wir 385 cd/m² (APL 10 %).
Wer unter Windows in HDR spielen oder ein Video ansehen möchte, muss HDR unter dem Betriebssystem aktivieren und entsprechende Einstellungen vornehmen.
Der HDR-Effekt ist rudimentär, weder der Kontrastwert noch die Helligkeit reichen für eine optimale Anzeige aus. Zumindest können HDR- und HLG-Inhalte dargestellt werden.
Bewertung
| Gehäuseverarbeitung und Mechanik: | |
| Ergonomie: | |
| Bedienung/OSD: | |
| Energieverbrauch: | |
| Geräuschentwicklung: | |
| Subjektiver Bildeindruck: | |
| Blickwinkelabhängigkeit: | |
| Kontrast („Gleichförmigkeit“ aus und ein): | |
| Ausleuchtung (Schwarzbild): | |
| Bildhomogenität („Gleichförmigkeit“ aus und ein): | |
| Bildhomogenität (Farbreinheit „Gleichförmigkeit“ aus und ein): | |
| Farbraumvolumen (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Vor der Kalibrierung (Graust. Werksmodus): | |
| Vor der Kalibrierung (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Nach der Kalibrierung (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Nach der Kalibrierung (Profilvalidierung): | |
| Interpoliertes Bild: | |
| Gaming: | |
| Medienwiedergabe (PC): | |
| Medienwiedergabe (externe Zuspielung): | |
| Preis-Leistungs-Verhältnis: | |
| Preis (inkl. MwSt. in Euro): |
ab 680,03 € *
|
| Gesamtwertung: |
4.3 (GUT) |
Fazit
BenQ stellt mit dem Creative Pro PD2732U einen Grafikdesign-Monitor bereit, der mit erweitertem Farbraum über alle Medien hinweg gute Ergebnisse liefern soll. Dieses Versprechen hält er ein: Die Farbraumabdeckung für Adobe RGB, sRGB und DCI-P3 ist hervorragend. Als Profigerät ist der Bildschirm aber nicht zu verstehen, denn es besteht lediglich die Möglichkeit einer Software-Kalibrierung. Nach der Kalibrierung sind die Ergebnisse gut bis sehr gut. Zum positiven Eindruck trägt auch die hervorragende Blickwinkelabhängigkeit bei. Einzig die Möglichkeiten der neuen Software AQCOLOR Pilot fanden wir zu begrenzt. Die mitgelieferte Anwendung zum Kolorimeter oder das freie Tool DisplayCAL dürften hier flexiblere Einstellmöglichkeiten bieten.
„Gleichmäßigkeit, auf die du dich verlassen kannst.“ Das ist Versprechen von BenQ. Und dem ist nichts hinzuzufügen: Die Funktion „Gleichmäßigkeit“ verbessert die Helligkeitsverteilung signifikant – leider aber auf Kosten von Helligkeit und Kontrastverhältnis. Hier muss jeder Nutzer für sich entscheiden, was für ihn wichtiger ist.
Bei den Anschlussmöglichkeiten (HDMI, DisplayPort und Thunderbolt 4), den ergonomischen Funktionen sowie der Verarbeitung und Haptik hat BenQ eine gute Abstimmung gefunden. Lediglich die seitliche Drehfunktion fällt etwas mager aus.
Die Umsetzung von KVM, PiP und PbP kann sich sehen lassen. Insbesondere die KVM-Funktionalität stellt mit das Beste dar, was derzeit am Markt angeboten wird. Die Bedienung des OSDs über den 5-Wege-Joystick führt oftmals zu Frustration, weil er zu unpräzise arbeitet. Zum Glück gibt es den Hotkey Puck G3, der die Aufgabe mit Leichtigkeit und sehr bequem übernimmt. Er kommt zudem ohne Kabel aus und wird per Batterie betrieben.
Der Monitor nimmt HDR- und HLG-Signale entgegen, bleibt bei der Helligkeit aber knapp unter den vom Hersteller versprochenen 400 cd/m². Somit fallen die Effekte, auch in Verbindung mit den Kontrastwerten, wenig auffällig aus.
Der BenQ PD2732U kostet im Handel derzeit etwa 720 Euro. Aufgrund der gebotenen Leistung halten wir den Preis für angemessen. Der ebenfalls von uns getestete PD2770U mit interner Sonde und Hardware-Kalibrierung kostet immerhin das Doppelte.
Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den PD2732U leihweise von BenQ zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.
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