Einleitung
Mit dem Alienware 39 5K OLED Gaming Monitor AW3926QW – im Test kurz Alienware AW3926QW – schickt Dell nach eigener Aussage den weltweit ersten 39-Zoll-Monitor ins Rennen, der über ein 5K-RGB-Stripe-Tandem-OLED-Panel verfügt. Auf 987 mm Diagonale (38,9 Zoll) im Format 21:9 stehen 5120 × 2160 Bildpunkte bereit – eine Auflösung, die Dell als WUHD 5K2K bezeichnet und die bei rund 143 ppi für eine spürbar feinere Darstellung sorgt, als man sie von klassischen Ultrawide-Displays kennt. Der Hersteller positioniert das Gerät ausdrücklich als jüngsten Schritt seiner High-End-OLED-Strategie, und schon das Datenblatt macht deutlich, dass hier nicht einfach ein weiteres OLED-Panel in ein neues Gehäuse gewandert ist.
Die eigentliche Besonderheit steckt im Panel-Aufbau. Dell setzt auf ein „first to market“ Tandem-OLED-Panel mit vier gestapelten Emissionsschichten und einer echten RGB-Stripe-Subpixel-Anordnung – zwei blaue Lagen sowie unabhängige rote und grüne Elemente bilden gemeinsam die Lichtquelle. Genau diese Architektur adressiert die bekannten Schwachstellen bisheriger OLED-Monitore: mehr Helligkeit bei geringerer elektrischer Belastung pro Schicht, ein höheres Farbvolumen auch in hellen Bildbereichen und – dank der RGB-Stripe-Struktur statt einer alternativen Subpixel-Anordnung – eine deutlich schärfere Schriftdarstellung ohne die typischen grünlich-violetten Farbsäume. Hinzu kommt eine Polarisatorschicht, die Umgebungslicht am Reflektieren an der inneren Panel-Struktur hindert, sodass Schwarz laut Dell selbst im hell erleuchteten Raum tiefschwarz bleibt.
In Zahlen übersetzt heißt das: 1300 cd/m² HDR-Spitzenhelligkeit (bei 3 % APL), 300 cd/m² typische Leuchtdichte, ein Kontrastverhältnis von 1,75 Millionen:1 (typisch), 99 % DCI-P3-Abdeckung, eine ab Werk mit Delta E < 2 angegebene Farbgenauigkeit sowie 1,07 Milliarden Farben bei 10 Bit Panel-Farbtiefe. Zertifiziert ist der Alienware AW3926QW für VESA DisplayHDR True Black 500 und Dolby Vision. Beim Tempo bleibt der Monitor ebenfalls nicht zurück: 165 Hz in der nativen 5K-Auflösung, 0,03 ms Reaktionszeit (GtG) und eine Anti-Flicker-Technologie, die das bei OLEDs oft kritisierte Flimmern eliminieren soll. NVIDIA G-Sync Compatible, AMD FreeSync Premium Pro und VESA Adaptive Sync (165/330) halten die Bildausgabe synchron.
Bemerkenswert flexibel zeigt sich der Monitor beim Thema Auflösung. Ein integrierter E-Sport-Modus verkleinert die aktive Bildfläche auf schnelleren Konfigurationen – etwa 24,5 Zoll mit 1520 × 855 Pixeln oder 27 Zoll mit 1680 × 945 Pixeln, jeweils mit 330 Hz. Ergänzend stehen 31,5 Zoll mit 3840 × 2160 bei 165 Hz und 39 Zoll mit 2560 × 1080 bei 330 Hz zur Verfügung. Die nötige Bandbreite liefern DisplayPort 2.1 (UHBR20) und HDMI 2.1 FRL mit eARC. Für den Arbeitsalltag stehen ein USB-C-Anschluss mit DisplayPort-Alt-Mode und bis zu 90 W Power Delivery, ein integrierter KVM-Switch, zwei USB-A-Buchsen sowie ein 3,5-mm-Klinkenanschluss bereit – Gaming-Rechner und Notebook teilen sich also einen Bildschirm, ohne dass Kabel getauscht werden müssen.
Beim Design orientiert sich der AW3926QW an der Alienware-30-Formsprache in einer neuen, schlanken OLED-Auslegung: Nova Black als Farbgebung, ein 4-Side-Super-Narrow-Bezel, die 1500-R-Krümmung, eine per Alienware Command Center steuerbare AlienFX-Beleuchtung und ein Standfuß mit 110 mm Höhenverstellung samt Neige-, Dreh- und Slant-Funktion. Gegen Einbrenneffekte arbeitet der Hersteller auf mehreren Ebenen: strukturell über das Tandem-Panel, Software-seitig über Pixel Refresh, Pixel Shift und einen selbstlernenden „Personalized Algorithm“, der Nutzungsmuster vorhersagt und die Energiezufuhr pixelgenau steuert. Das Ganze wird abgesichert durch eine dreijährige Garantie mit Premium-Panel-Exchange inklusive OLED-Burn-in-Abdeckung. Ob der Monitor diese Ansprüche im Alltag einlöst, zeigt der folgende Test.
Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des Alienware AW3926QW.
Lieferumfang
Der Alienware AW3926QW steckt bei der Auslieferung in einem farbig bedruckten Motivkarton, der mit 106 × 54 × 24 cm (B × H × T) entsprechend groß dimensioniert ist. Im Inneren wartet aber nicht nur der Bildschirm: Mitgeliefert werden auch Standfuß und Monitorarm sowie ein komplettes Set aus DisplayPort-, USB-C-, HDMI-, USB-B- (Upstream) und Stromkabel. Fast alle Kabel haben eine Länge von 180 cm, lediglich das USB-C-Exemplar ist mit 100 cm deutlich kürzer ausgefallen. Abgerundet wird der Lieferumfang durch ein Faltblatt mit Verweis auf die Support-Seite (QR-Karte), ein Mikrofasertuch und eine kleine schwarze Box, in der ein silberner Alienware-Aufkleber zusammen mit den Sicherheits-, Umwelt- und behördlichen Informationen untergebracht ist.

Auf der Dell-Support-Seite stehen zum AW3926QW diverse Downloads bereit. Zum einen das Alienware Command Center (AWCC) in der Version 6.14.20.0, A00 – Dells Gaming-Software für Alienware- und Dell-G-Serie-Rechner. Sie bündelt die Steuerung von Beleuchtung, Leistung, Kühlung und Spiele-Profilen des Systems in einer zentralen Oberfläche.
Des Weiteren wird ein ausführliches Handbuch bereitgestellt, derzeit allerdings nur auf Englisch. Eine deutsche Version wird zum Marktstart Anfang September sicherlich ebenfalls angeboten.
Zum anderen ist ein Monitortreiber vorhanden: eine INF-Datei, die dafür sorgt, dass der Bildschirm unter Windows namentlich als Alienware AW3926QW erkannt wird, und die zugleich die Farbprofile für DCI-P3, sRGB sowie Native bereitstellt.
Montage
Bildschirm und Zubehör liegen sicher verpackt im Karton und lassen sich bequem über die breite Seite herausnehmen. Das Gerät wird in einem recycelbaren Karton versendet, bei dem auf Styropor-Elemente verzichtet wird. Stattdessen kommt im Inneren Pappe zum Einsatz, die in Form einer stabilen Schale – vergleichbar mit einem Eierkarton – verarbeitet ist. Dell hat dabei die oberen und unteren Pappelemente geteilt, was nach unserer Ansicht die Stabilität erhöht.
Der Bildschirm steckt dabei in einer Schutzhülle, die Panel-Oberfläche ist zusätzlich mit einer Folie überzogen. Bevor der Alienware AW3926QW einsatzbereit ist, muss er allerdings noch mit dem Standbein verbunden werden – und der wird zunächst gemeinsam mit dem Standfuß montiert. Werkzeug braucht es dafür nicht: Eine Flügelschraube genügt.
Den Unterbau bildet eine Bodenplatte, die 280 mm in der Breite, 245 mm in der Tiefe und 4 mm in der Höhe misst. Für einen sicheren Halt sorgen neun Gumminoppen an ihrer Unterseite: Sie sollen den Alienware AW3926QW an Ort und Stelle halten und ein Verrutschen verhindern, wenn der Bildschirm seitlich gedreht wird. Es funktioniert einwandfrei. Der Drehteller sitzt im Standfuß und ist angenehm ausbalanciert, sodass sich der Bildschirm mühelos zur Seite drehen lässt.
Am besten montiert man das Standbein noch im Karton. Dazu wird es in die passende Öffnung auf der Rückseite des Alienware AW3926QW eingeführt und so weit nach unten gedrückt, bis es hörbar einrastet. Soll die Verbindung wieder gelöst werden, genügt ein Druck auf den entsprechenden Schalter, der die Arretierung freigibt.

Für Standfestigkeit sorgt das Gesamtgewicht von etwa 10,25 kg, von dem rund 3,1 kg auf das Standbein entfallen. So steht der Bildschirm sicher und wackelt aufgrund der Spannweite nur geringfügig.

Optik und Mechanik
Schon beim Auspacken fällt beim Alienware AW3926QW das Design mit abgerundeten Kanten an Standfuß, Standbein und Rückseite auf. Während viele Hersteller heutzutage eher auf eckige oder gar asymmetrische Designs setzen, ist dies eine erfrischende Andersartigkeit. Auch die Farbe des Monitors ist nicht klassisch schwarz, sondern eine Art Dunkelblau-Metallic. Dell bezeichnet die offizielle Gehäusefarbe als Nova Black.
Besonders im Seitenprofil kommt das ausgesprochen schlanke Design zur Geltung: Nur 9 mm misst der Bildschirm an den Außenseiten – eine Bauweise, die sich in dieser Form nur mit OLED-Panels realisieren lässt. Unterstrichen wird der aufgeräumte Eindruck durch das vierseitige rahmenlose Design.
Im Detail fällt der umlaufende Rahmen mit gerade mal 2 mm denkbar schmal aus. Bis zum Beginn des eigentlichen Bildes kommen am Panel-Rand unten und an den Seiten 10 mm hinzu. Am oberen Rand sind es 7 mm.
Das Standbein des Alienware AW3926QW bietet einen Höhenspielraum von bis zu 11 cm. Fährt man den Bildschirm ganz nach oben, liegen zwischen unterem Rahmen und Tischplatte 16,5 cm; in der niedrigsten Einstellung schrumpft dieser Abstand auf rund 5,5 cm. Zusätzlich lässt sich das Panel über ein Gelenk im Standfuß nach beiden Seiten schwenken – allerdings nur um jeweils 20°, was eher bescheiden ausfällt.
Für die Neigung steht ein Bereich von -5° bis +21° zur Verfügung, sodass sich der Bildschirm nach vorn und hinten in die gewünschte Position bringen lässt. Die exakte horizontale Ausrichtung im Querformat muss beim Alienware AW3926QW allerdings von Hand vorgenommen werden. Eine Pivot-Funktion fehlt, wäre bei einem Curved-Monitor aber ohnehin weder sinnvoll noch branchenüblich. Allerdings ist eine geringe Justierung von -5° bis +5° möglich (Slant-Adjust).
Der Schlitten der Höhenverstellung arbeitet zwar im ersten Moment stramm, läuft danach aber ruhig und angenehm. Ebenso überzeugen das obere Gelenk für die Neigung und das Drehgelenk im Standfuß mit einer durchweg hochwertigen Anmutung – jede einmal gewählte Position wird zuverlässig gehalten.

Der Alienware AW3926QW besitzt eine Bildschirmkrümmung von 1500 R. Das „R“ steht dabei für „Radius“ – also den Grad der Wölbung eines Curved-Monitors. Die vorangestellte Zahl beschreibt diesen Krümmungsradius in Millimetern: Je größer sie ausfällt, desto flacher ist die Biegung. Ein Bildschirm mit 3000 R wölbt sich beispielsweise über einen Radius von 3000 mm, sprich 3 m. Das Alienware-Modell weist demnach einen Krümmungsradius von 1,5 m auf.

Seine Energie bezieht der Alienware AW3926QW aus einem internen Netzteil. Die ovale Wölbung auf der Rückseite nimmt die gesamte Technik auf und ist ringsum mit kleinen Lüftungsöffnungen versehen – ein Konzept, das Dell als 360-Grad-Belüftung bewirbt. Von hinten betrachtet sitzt links das beleuchtete Alienware-Logo, rechts ein Ornament in Hochglanzoptik.





















