Test BenQ PD2732U: 4K-Kreativprofi mit Thunderbolt 4
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Display Pilot 2

Mit der Software Display Pilot 2 bietet BenQ eine zusätzliche Software-Ebene, die das Bedienkonzept des PD2732U sinnvoll ergänzt. Die Anwendung läuft nach dem Start unauffällig im Hintergrund und ermöglicht den Zugriff auf ihre Werkzeuge über ein Symbol in der Taskleiste. Im Unterschied zum integrierten OSD richtet sich Display Pilot 2 klar an Anwender, die Monitorfunktionen lieber per Maus und Tastatur steuern oder wiederkehrende Abläufe stärker automatisieren möchten.

Wir sind in unserem Test zum BenQ PD2770U bereits ausführlich auf die Software und die jeweiligen Funktionen eingegangen.

Daisy-Chaining

Beim Daisy-Chaining werden mehrere Monitore in Reihe geschaltet, sodass nur das erste Display direkt mit dem Rechner verbunden ist. Über klassischen DisplayPort übernimmt „Multi-Stream Transport“ (MST) diese Aufgabe: Das Signal wird von einem Bildschirm zum nächsten durchgereicht, wofür jeder Monitor der Kette – mit Ausnahme des letzten Geräts – einen DisplayPort-Ausgang benötigt.

Thunderbolt 4 erreicht dasselbe Ziel auf anderem Weg. Die Schnittstelle nutzt den USB-C-Stecker, stellt 40 Gbit/s in beide Richtungen bereit und überträgt das DisplayPort-Signal getunnelt gemeinsam mit Daten und Ladestrom über dieselbe Leitung. Die Kette entsteht direkt über die Thunderbolt-Anschlüsse: Der Rechner geht an den Thunderbolt-Eingang des ersten Monitors, dessen Thunderbolt-Ausgang wiederum an den Eingang des zweiten. Das erste Display muss also über zwei Thunderbolt-Ports verfügen, das letzte Glied der Kette kommt mit einem Eingang aus.

Für die Zertifizierung schreibt Thunderbolt 4 vor, dass der Host zwei 4K-Displays mit 60 Hz oder alternativ ein 8K-Display ansteuern kann. Insgesamt lassen sich bis zu sechs Thunderbolt-Geräte hintereinanderschalten, neben Monitoren also auch Docks oder externe SSDs. Da sich alle Teilnehmer die 40 Gbit/s teilen, wirken sich höhere Auflösungen und Bildwiederholfrequenzen unmittelbar auf den verbleibenden Spielraum aus.

Im Fall des BenQ PD2732U sind eine Auflösung von 3840 × 2160 und eine Bildwiederholrate von 60 Hz bei Daisy-Chaining möglich, solange eine Thunderbolt-4-Verbindung zwischen PC (Host) und Monitor möglich ist.

DualAnzeige-Menü

Mit „DualAnzeige“ hat BenQ dem PD2732U eine Funktion mitgegeben, die denselben Bildinhalt gleichzeitig in zwei Farbmodi nebeneinander zeigt und so den direkten Vergleich ermöglichen soll. Mit einer klassischen Picture-by-Picture-Darstellung (PbP) hat das wenig zu tun, denn dort laufen zwei getrennte Signalquellen nebeneinander. Hier ist es dasselbe Signal, nur eben in zwei Farbräumen. Die beiden Hälften stoßen an einer unsichtbaren Grenze aneinander.

Richtig anschaulich wird das bei großen einfarbigen Flächen, etwa bei den Primärfarben: Die Unterschiede zwischen den Farbräumen springen sofort ins Auge. Bei Fotos oder Layouts sieht die Sache anders aus. Dort kommt es darauf an, wie symmetrisch das Motiv aufgebaut ist – nur wenn links und rechts der unsichtbaren Trennlinie einigermaßen vergleichbare Bildbereiche liegen, lässt sich überhaupt etwas beurteilen. Fehlt diese Symmetrie, verliert die Gegenüberstellung schnell an Aussagekraft.

Ob „DualAnzeige“ im Alltag wirklich weiterhilft, hängt deshalb stark vom Einsatzzweck ab. Für Designer kann die Funktion interessant sein, etwa wenn Print- und Web-Darstellung aufeinander abgestimmt werden müssen. In der Bildbearbeitung selbst lassen sich solche Vergleiche in Photoshop oder Lightroom allerdings meist gezielter und bequemer anlegen – vor allem dann, wenn der Monitor sauber auf seinen nativen Farbraum kalibriert ist.

KVM

Ein KVM-Switch ermöglicht die Steuerung mehrerer Computer über eine Tastatur, einen Monitor und eine Maus. KVM steht für „Keyboard, Video, Mouse“. Ein KVM-Umschalter ist besonders nützlich, wenn Sie mehrere Computer benutzen, aber nicht genügend Platz für zusätzliche Tastaturen, Monitore und Mäuse haben. Mit einem KVM-Switch können Sie einfach zwischen den verschiedenen Computern umschalten, ohne jedes Mal Tastatur, Monitor und Maus umstecken zu müssen.

Um den Switch zu nutzen, werden Maus und Tastatur per USB mit dem Monitor verbunden. In unserem Testszenario wurde PC 1 (HDMI) über Thunderbolt 4 und PC 2 (DisplayPort) über USB-C angeschlossen. In dieser Konstellation funktioniert zwar die KVM-Funktionalität grundsätzlich, aber nicht die Automatik. In diesem Fall muss manuell umgeschaltet werden. Legt man die KVM-Funktion auf die Funktionstaste, ist das auch manuell schnell erledigt. Möchte man dagegen die Automatik nutzen, ist es notwendig, dass über den Thunderbolt-4-Eingang auch das Bildsignal ankommt. Wir haben statt PC 2 (DisplayPort) ein Notebook über Thunderbolt 4 angeschlossen, und die Automatik funktionierte einwandfrei. Man muss lediglich die jeweils andere Signalquelle auf dem Bildschirm anzeigen, und Maus und Tastatur konnten problemlos verwendet werden. Das ist die bequemste Art eines KVM-Switches, absolut praktikabel. Besser geht es nicht.

Beachten sollte man aber, dass man den PC in diesem Szenario nicht per Maus oder Tastatur aus dem Energiesparmodus wecken kann. Hier muss kurz die Power-Taste des Rechners gedrückt werden. Wer kabelgebundene Peripherie (Maus und Tastatur) verwendet, kann sie nur unterhalb des Rahmens anstecken, was optisch nicht sonderlich begeistert. Verwendet man dagegen einen USB-Empfänger für die kabellose Variante, fällt dieser kaum auf – nicht weniger als der Sensor am unteren rechten Rand.

Im PbP-Modus steht die Automatik nicht bereit, und die Auswahl muss manuell im OSD erfolgen, was ebenfalls einwandfrei funktioniert. Noch einfacher geht es, wenn man die Funktion „KVM-Switch“ auf die Funktionstaste legt.

Die Umsetzung der KVM-Funktion ist absolut praxistauglich. Unter allen von uns getesteten Monitoren gehört der BenQ PD2732U in puncto KVM-Funktionalität zur Spitzengruppe.

Simon Blohm

... schreibt seit 2009 für PRAD und ist hauptsächlich für die Testberichte zuständig. Er ist ein Allroundtalent und wird auch gerne für unsere News oder Reportagen eingespannt. Simon ist ein Serien-Freak und eingefleischter Netflix-Fan.

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