Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast
Die Messungen werden nach einer Kalibrierung auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.
Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Mit deaktivierter „Gleichförmigkeit“ und nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 388 cd/m². Das liegt leicht unter der Herstellerangabe von 400 cd/m². Herunterregeln lässt sie sich auf ein Minimum von 34 cd/m², was für das Arbeiten in einer vollständig abgedunkelten Umgebung geeignet ist. Im HDR-Betrieb messen wir eine Maximalhelligkeit von 385 cd/m² (APL 10 %). Eine VESA‑Spezifizierung besitzt der BenQ PD2732U allerdings nicht.
Das statische Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen beläuft sich der Maximalkontrast bei 20 % Helligkeit auf 1183:1 und im Durchschnitt auf ausgezeichnete 1141:1. Nach der Kalibrierung messen wir 1189:1.

Wird die Funktion „Gleichmäßigkeit“ aktiviert, liegt die Maximalhelligkeit noch bei 186 cd/m² und die Minimalhelligkeit bei 17 cd/m².
Das statische Kontrastverhältnis des IPS-Panels sinkt deutlich ab. Gemäß unseren Messungen beläuft sich der Maximalkontrast bei 20 % Helligkeit auf 589:1 und im Durchschnitt auf noch befriedigende 572:1. Nach der Kalibrierung messen wir 556:1.
Dass Helligkeits- und Kontrastwerte mit aktivierter Uniformity-Funktion sinken, ist vollkommen normal. Einen Kontrast von unter 600:1 halten wir dennoch für niedrig. Heutzutage setzen Hersteller IPS-Panels mit einem statischen Kontrastverhältnis von 1200:1 oder 1300:1 ein. So erreichen sie selbst mit aktivierter „Gleichförmigkeit“ noch Werte über 900:1.
Bildhomogenität
Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 % und 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 bis 20 %.
Mit einer durchschnittlichen Helligkeitsabweichung von 10,49 % und einer maximalen Helligkeitsabweichung von 16,34 % wird in beiden Fällen ein befriedigendes Ergebnis erzielt. Die Farbreinheit scheitert nur denkbar knapp an einem sehr guten Resultat. Das maximale Delta C liegt bei 2,05 und das durchschnittliche Delta C bei 1,13.
Mit aktivierter „Gleichförmigkeit“ verbessert sich die Helligkeitsverteilung signifikant. Die durchschnittliche Helligkeitsabweichung beträgt 2,31 %, die maximale 5,06 % – in beiden Fällen ein sehr gutes Ergebnis. Bei der Farbreinheit ändert sich dagegen so gut wie nichts. Das maximale Delta C liegt bei 2,48, das durchschnittliche bei 1,31.
Coating
Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.
Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf der Bildschirmoberfläche: Der BenQ PD2732U besitzt eine matte Oberfläche mit mikroskopischen Vertiefungen zur Diffusion.
Blickwinkel
Die Herstellerangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne Monitore typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des BenQ PD2732U bei horizontalem Blickwinkel von ±60 Grad.

Dank des verbauten IPS-Panels bleiben die Farben selbst bei sehr weiten Blickwinkeln stabil. Sogar bei extremen Winkeln in der Vertikalen und Horizontalen ist die Bildqualität einwandfrei. Insgesamt sind die Blickwinkel äußerst stabil. Die Blickwinkelstabilität ist als gut bis sehr gut zu werten.
Backlight (Flicker)
Die Hintergrundbeleuchtung des BenQ PD2732U wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmt, sodass keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flicker) auftreten. Getestet wurde bei einer Helligkeit von 0 %, 140 cd/m² (28 %) und 100 %. Damit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Leuchtdichte für ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten davor geeignet.
Interpolation
Im OSD steht unter „Farben → Schärfe“ ein Schärferegler zur Verfügung, der auch in der nativen Auflösung wirkt. Werkseitig ist er auf den Wert 5 eingestellt und lässt sich in 1er-Schritten von 1 bis 10 anpassen. Die Beurteilung haben wir über DisplayPort vorgenommen. Die Schärfe in der nativen Auflösung ist wie erwartet sehr gut. Bei 2560 × 1440 ist die Schriftdarstellung gut, Farbsäume treten nicht auf. Je nach Geschmack lässt sich die Schärfe auf 6 bis 8 anheben, Werte unter 5 führen zu etwas fetterer Schrift. Die Verbesserungen fallen aber allenfalls moderat aus.
Im PC-Betrieb sollte die Skalierung der Grafikkarte überlassen werden, weil sie das Bildsignal als Vollbild, im Seitenverhältnis oder im 1:1-Modus wiedergeben kann. Da wir jedoch die Möglichkeiten des BenQ PD2732U testen möchten, haben wir in den Einstellungen der Grafikkarte festgelegt, dass das Anzeigegerät die Skalierung übernehmen soll und ein 1:1-Bild ausgegeben wird. Beim Test der 1:1-Darstellung wird ein Vollbild zugespielt.
Bei von der nativen Auflösung abweichenden Eingangssignalen bietet das Gerät im OSD-Menü unter „Eingang → Seitenverhältnis“ die Einstellmöglichkeiten „Voll“, „Seitenverhältnis“ und „1:1“.
Die Interpolationseigenschaften des BenQ PD2732U sind etwas eigenwillig. In der Regel greift die Option „Seitenverhältnis“ für jede Auflösung, ohne dass man dafür ins OSD wechseln muss. Der Proband zeigt 16:9-Auflösungen dagegen immer als Vollbild, bietet zusätzlich aber eine 1:1-Darstellung. Bei 16:10-, 4:3- oder 5:4-Formaten muss die Anpassung nach jeder Auflösungsänderung über das OSD erfolgen. Insbesondere bei 16:10-Formaten greift die Option „Seitenverhältnis“ dabei in den meisten Fällen nicht.
In der Regel spielt die Skalierung des Monitors nur bei der externen Zuspielung eine Rolle, etwa über einen Blu-ray-Player, eine Streaming-Box oder einen DVD-Player. HD- und SD-Auflösungen werden über HDMI korrekt dargestellt.














