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Test EIZO CS2731 – Monitor für anspruchsvolle Kreative
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27 Zoll Grafikmonitor mit WQHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel) bietet eine hervorragend Bildqualität und eine umfangreiche Ausstattung zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis

Anschlüsse

Die Anschlüsse befinden sich links und rechts vom Standbein und sind vorbildlich beschriftet. Mit DP, HDMI, DVI und USB-C sind praktisch alle gängigen Digitaleingänge vorhanden, allerdings nur je einmal.

Anschlüsse des Eizo CS2731
Anschlüsse

Der integrierte USB-3.0-Hub stellt vier Downstream-Anschlüsse bereit. Zwei davon befinden sich auf der Rückseite bei den anderen Schnittstellen. Hier wird allerdings nur USB-2.0-Geschwindigkeit geboten.

Zwei weitere Ports sind in einem Erker hinter dem linken Bildschirmrand verborgen. Sie sind wie gehabt recht gut zu erreichen und eignen sich auch für den schnellen Anschluss von USB-Sticks. Bisher waren dort zwar drei USB-3.0-Ports, insgesamt steht aber jetzt ein Downstream-Anschluss mehr zur Verfügung.

Zwei gut zu erreichende USB-3.0-Ports seitlich
Zwei gut zu erreichende USB-3.0-Ports seitlich

Der USB-C-Anschluss dient natürlich gleichzeitig als zweiter Upstream-Port. Damit lassen sich Festplatten, Maus und Tastatur sowie weitere Peripheriegeräte wie zum Beispiel Speicherkartenleser direkt am Monitor anschließen. Der Nutzer muss den Laptop dann nur noch über ein einziges USB-C-Kabel mit dem CS2731 verbinden, um seinen Mobilrechner in den kompletten Workflow zu integrieren und mit bis zu 60 Watt Strom zu versorgen. Eine separate Dockingstation oder ein zusätzliches Netzteil ist nicht mehr erforderlich.

Durch das Vorhandensein von zwei Upstream-Ports wird ferner die gleichzeitige Verbindung mit zwei Rechnern möglich. Beim Wechsel des Eingangssignals werden dann zum Beispiel auch Maus und Tastatur von einem Rechner zum anderen mitgenommen.

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über sehr zuverlässig reagierende Multifunktions-Touch-Tasten. Auch die Soft-off-Taste ist jetzt elektrostatisch ausgeführt. Die Rückmeldung wird durch einen abschaltbaren Signalton noch verbessert. Sobald man eine Taste berührt, wird direkt darüber eine Leiste mit den jeweiligen Funktionen auf dem Bildschirm eingeblendet.

Moderne und zuverlässige Touch-Tasten unten rehts auf dem Displayrahmen
Moderne und zuverlässige Touch-Tasten

Die Tasten sind mit weißen LEDs beleuchtet und so auch bei Dunkelheit gut zu finden. Die Beleuchtung empfanden wir bei der Bildbearbeitung nie als störend. Bei Bedarf kann die Helligkeit aber angepasst werden.

OSD

Auch im OSD erkennt man Feintuning. Signalquelle und Farbmodus können wie gehabt unmittelbar über die Schnellauswahl angepasst werden. Anstelle des Helligkeitsreglers finden wir hier aber jetzt zwei Funktionstasten, die sich stattdessen auch mit anderen Funktionen frei belegen lassen.

OSD: Bedienhilfe (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Bedienhilfe (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Mit dem EIZO CG279X wurde auch die neue Hauptversion 7 des ColorNavigator vorgestellt. Der EIZO CS2731 trägt dem ebenfalls Rechnung und bietet ganze sieben Speicherplätze, die mit eigenen und frei benennbaren Kalibrierungszielen gefüllt werden können. Genau genommen sind es sogar zehn, denn die Vorbelegungen kann man ebenfalls anderweitig verwenden. Da bleiben wirklich keine Wünsche mehr offen.

OSD: Viel Speicherplatz für die Hardware-Kalibrierung (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Viel Speicherplatz für die Hardware-Kalibrierung (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Das Hauptmenü besteht jetzt aus sechs Hauptebenen. Die Option, um von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale wunschgemäß zu skalieren, befindet sich nun nicht mehr unter „Signal“, sondern hat unnötigerweise einen eigenen, ansonsten leeren Menüpunkt spendiert bekommen.

OSD: Hauptmenü (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Hauptmenü (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Ansonsten sind die Funktionsumfänge der einzelnen Menüpunkte wie gewohnt logisch und selbsterklärend. Jede Eingabe wird prompt und ohne jede Verzögerung ausgeführt. Das gilt vor allem auch für das Umschalten verschiedener Farbmodi bzw. Farbraum-Emulationen. So macht die OSD-Bedienung wirklich Spaß. Benötigen wird man es dennoch höchst selten, denn auch das Umschalten zwischen den Farbmodi bzw. unterschiedlichen Kalibrierungszielen lässt sich jetzt komplett über den ColorNavigator erledigen.

OSD: Bildeinstellungen (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Bildeinstellungen (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Das Admin-Menü erreicht man nur über eine spezielle Tastenkombination beim Einschalten des Gerätes. Darin sind vor allem zwei Einstellungen wichtig: Zum einen die Priorität des „Digital Uniformity Equalizers“ (DUE), die entweder auf Homogenität oder Helligkeit gesetzt werden kann. Zum anderen – wie bereits erwähnt – der Kompatibilitätsmodus, der darüber entscheidet, ob das Gerät im Standby knapp 10 Watt verbrät oder eben nicht. Die DUE-Priority kann man allerdings auch ohne Umweg über das Admin-Menü im ColorNavigator einstellen.

OSD: Administrator-Menü (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Administrator-Menü (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Bildqualität

Der Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: User
Helligkeit: 100 cd/m²
Kontrast: nicht vorhanden
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: 1729/1836/2000
Color-Gamut: Nativ
DUE Priority: Uniformity
Schärfe: nicht vorhanden
Reaktionszeit: nicht vorhanden

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet. Lediglich die Helligkeit haben wir gleich auf unsere empfohlene Arbeitshelligkeit von 140 cd/m² gesetzt.

Graustufen

Die Graustufen und der Grauverlauf sind bereits in der Werkseinstellung erstklassig. Sie wirken subjektiv sehr neutral und in sich stimmig. In den Graustufen sind die hellsten Abstufungen vollständig und die dunkelsten bis einschließlich Stufe 6 zu erkennen. Farbschimmer und Banding-Effekte waren generell nicht zu beobachten.

Man sieht beim CS2731 schon den Unterschied zu den Modellen der CG-Serie. Das betrifft aber primär die Blickwinkelneutralität und die Ausleuchtung in den Ecken. Da die Blickwinkel-bedingte Aufhellung in dunklen Bereichen schon recht deutlich sichtbar wird, ist sie bei extremeren Blickwinkeln auch mit einem gewissen Verlust an Zeichnung in den dunkelsten Bereichen verbunden.

Graustufendarstellung des Eizo CS2731
Graustufen

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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11 Gedanken zu „Test EIZO CS2731 – Monitor für anspruchsvolle Kreative“

  1. Ihr schreibt, dass der gleichzeitige Anschluss von zwei Rechnern möglich ist. Gleichzeitig bewirbt Eizo den Monitor allerdings ausdrücklich nicht mit einer KVM-Funktion. Ich möchte zwei Rechner anschließen und die angeschlossene Peripherie (Maus, Tastatur, USB-Headset, Kamera) auf den jeweils aktiven Rechner mit umschalten. Ist das mit dem CS2731 möglich oder nicht? Ich bin verwirrt.

    Antworten
  2. Hallo zusammen,

    bei mir verliert der Monitor immer wieder die „Kompatiblity“ Einstellung.
    Das kann ich zwar auf „AUS“ stellen – aber trotzdem ist das auch nach „übernehmen der Einstellungen“ nach einiger Zeit wieder auf „EIN“.
    Der Monitor hängt an einer Steckdosenleiste – kann das daran liegen?

    Antworten
  3. Ich plane gerade die Anschaffung genau dieses Monitors und warte schon seit Wochen auf den CS2740. Die Liefervertröstungen bin ich jetzt leid und habe mir nun den CS2731 kommen lassen, um einen ersten Eindruck der besprochenen EIZO Qualität zu erhalten.

    Wenn man die Schärfe und Skalierung des iMac 5k gewöhnt bist, ist dies erst mal ein gehöriger Schritt zurück. Die Schriften sind nicht wirklich scharf und die fehlende Bildschirmfläche erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig. Ich sitze jetzt die ersten fünf Stunden vor meinen Fotos und bin doch ernüchtert.

    Ich hoffe, das der 2740 dort mehr leistet. Weiter gibt es noch ein paar Minuspunkte, die häufig nur am Rand erwähnt werden. Ich liste diese mal auf, vielleicht löst sich ja das ein oder andere mit einer Erklärung auf.

    – Geruch – frisch aus dem Werk riecht der Monitor ungemein nach Plastik. Ich hoffe, dies gibt sich noch

    – Kunststoffummantelung – Bei meinem Modell hat der Kunststoff eine gewisse Struktur. Dies äussert sich in hellen und dunklen Stellen. Ästhetisch ist anders…

    – Standfuss – Sehr massiv und klobig. Hier hätte ich mir eine Lösung wie die neuen LG Monitore mit Kabelführung und Tischklemme gewünscht. Irgendwas innovatives. Aber so etwas kann man mittels VESA Adapter ja nachrüsten.

    – gleichmässige Ausleuchtung – Bei mir sind deutliche Unterschiede in der Ausleuchtung in der linken unteren Ecke zu erkennen. Vielleicht nur ein Einzelfall?

    – Schwenkbares Display – benötigt immer eine Wasserwaage auf dem Monitor. Kann doch nicht so schwer sein, das Display horizontal in der Waage einrasten zu lassen … ?

    Kurzum, der erste Eindruck enttäuscht. Es kann sein, das sich dies noch gibt, aber da hätte ich mehr erwartet. Vielleicht kommt der CS2740 ja doch noch irgendwann einmal….

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    • Ich habe den Kommentar hierher verschoben. Beim Lesertest ist eigentlich keine Kommentarfunktion vorgesehen, das war irrtümlich aktiviert.

      Nun irgendwie, nicht böse gemeint, kommt bei mir der Eindruck des Apple-Jüngers an. Apple Produkte haben ein super Design, deren Monitore haben bei der Farbverbindlichkeit aber diverse Probleme. 5K halte ich bei 27 Zoll auch für durchaus sinnvoll, denn mit einer Skalierung von 200 % wäre Schrift identisch groß wie bei WQHD, nur das machen keine anderen Hersteller. Wenn Du perfekte Qualität willst, dann musst Du auch das entsprechende Produkt erwerben. Das wäre der EIZO CG279X. Der CS2731 stellt den Einstieg dar. Dass die EIZO Monitore optisch nicht an einen Apple Monitor/iMac heranreichen ist Geschmackssache, aber nachvollziehbar. Bei der Bildqualität, Farbverbindlichkeit und der Hardwarekalibrierung würde ich aber dennoch dagegenhalten. WQHD als unscharf zu bezeichnen, nun das ist aus meiner Sicht schon etwas gewagt. Aber es ist Deine Meinung. Leider ist in der CG-Serie derzeit noch kein 4K-Modell erhältlich. Den CS2740 kannst Du Dir dann aber auch schenken, denn bis auf die höhere Auflösung sind die anderen kritisierten Punkte zum Design ja weiterhin vorhanden.

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    • Benq SWs are not and NEVER were reliable widegamut monitors for any kind of colro critical work. Just look at uniformity report. I would that this CS2731 is the cheapest realiable model in 27″ QHD and AdobeRGB that you can get, bellow it there is nothing in 27″.

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