BRANDHEISS

Test EIZO CS2731 – Monitor für anspruchsvolle Kreative
6/7

27 Zoll Grafikmonitor mit WQHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel) bietet eine hervorragend Bildqualität und eine umfangreiche Ausstattung zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis

Reaktionsverhalten

Den EIZO CS2731 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 10 ms für GtG genannt. Spezielle Gaming-Features wie einen umschaltbaren Overdrive hat der Grafikmonitor erwartungsgemäß nicht.

Schaltzeiten bei 60 Hz

Bei 60 Hz und ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 16,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 15 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 21,9 ms. Auch der CtC-Wert ist mit 20 ms vergleichsweise lang.

Dafür treten bei feinen wie bei groben Graustufenübergängen keinerlei Überschwinger auf. Die Abstimmung ist sehr neutral. Kritische Farbübergänge erreichen den vollen Pegel zwar erst nach längerer Verzögerung, störende Überschwinger treten aber auch dabei nicht auf.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Netzdiagramm bei 60 Hz
Netzdiagramm bei 60 Hz

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim EIZO CS2731 fällt die Signalverzögerung mit 12,2 ms (kürzester Messwert aus mehreren Versuchen) für einen 60-Hz-Monitor zwar noch recht ordentlich aus. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 11 ms aber nicht mehr auf der schnellen Seite. Insgesamt macht das 23,2 ms.

Backlight

Während der Vorgänger CS2730 noch auf PWM zur Ansteuerung des Backlights gesetzt hat, leuchtet die Hintergrundbeleuchtung des EIZO CS2731 jetzt genauso wie beim CG2730 kontinuierlich. PWM ist nicht jedermanns Sache. Empfindliche Augen nehmen dabei ein Flackern wahr, und die Wahrnehmung ist nicht bei jedem gleich. Insofern werten wir die jetzt verwendete kontinuierliche Helligkeitsregelung als Verbesserung.
Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längeres Arbeiten geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Der EIZO CS2731 ist unstreitig als Spezialist für die Bild- und Videobearbeitung und nicht als Gaming-Monitor konzipiert. Dort, wo es darauf ankommt – also Büroanwendungen, Mausbewegungen, Photoshop und Co -, merkt man von den vermeintlich mittelmäßigen Reaktionszeiten nichts.

Als Gaming-Monitor ist das Gerät dagegen nicht konzipiert und für besonders schnelle Spiele auch nicht geeignet. Gelegenheitsspieler sollten sich nicht davon abschrecken lassen, auch mal ein Spielchen auf dem EIZO CS2731 zu wagen, vor allem wenn es sich um Titel handelt, bei denen die Reaktionszeit weniger eine Rolle spielt. Belohnt wird man auf jeden Fall mit einer hervorragenden Bildqualität und einer prächtigen Farbwiedergabe.

Sound

Der CS2731 hat zwar einen kleinen Pieper an Bord, der aber nur für die akustische Rückkoppelung bei der Bedienung der Touch-Tasten dient. Ansonsten besitzt er weder eingebaute Lautsprecher noch einen Kopfhörerausgang. Konsequenterweise wird er am DisplayPort auch nicht als Audio-Ausgabegerät erkannt. Das Splitting von Bild und Ton muss daher zwingend vor der Übertragung der Bildsignale an das Display erfolgen, da der Ton sonst ins Leere läuft.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des EIZO CS2731 angeschlossen werden. Die Tonsignale müssen allerdings vom Zuspieler getrennt und anderweitig ausgegeben werden, da der EIZO CS2731 selbst keinerlei Tonwiedergabe bzw. Tonweitergabe unterstützt.

Der EIZO CS2731 verarbeitet digitale RGB- und YCbCr-Signale. Eine Anpassung des Dynamikbereichs ist über die Option „Eingangsbereich“ möglich. Auf Wunsch kann auch eine Rauschreduktion aktiviert werden (nur bei HDMI).

Die Videowiedergabe zu Unterhaltungszwecken ist angesichts der bereits ausführlich beschriebenen Bildqualität erstklassig und muss nicht weiter kommentiert werden. Auf Wunsch kommt man auch in den Genuss eines erweiterten Farbraums, der sich präzise an gängige Normen anpassen lässt. Die Skalierung von wichtigen Videoauflösungen gelang – wie im Kapitel „Interpolation“ bereits ausgeführt – ebenfalls einwandfrei.

Eine ruckelfreie 24p-Wiedergabe ist uns gelungen, allerdings nur in der Full-HD-Auflösung via HDMI. Die Verfügbarkeit solcher Einstellungen hängt manchmal aber auch von der verwendeten Grafikkarte bzw. dem Treiber ab.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

Interessante Themen

11 Gedanken zu „Test EIZO CS2731 – Monitor für anspruchsvolle Kreative“

  1. Ihr schreibt, dass der gleichzeitige Anschluss von zwei Rechnern möglich ist. Gleichzeitig bewirbt Eizo den Monitor allerdings ausdrücklich nicht mit einer KVM-Funktion. Ich möchte zwei Rechner anschließen und die angeschlossene Peripherie (Maus, Tastatur, USB-Headset, Kamera) auf den jeweils aktiven Rechner mit umschalten. Ist das mit dem CS2731 möglich oder nicht? Ich bin verwirrt.

    Antworten
  2. Hallo zusammen,

    bei mir verliert der Monitor immer wieder die „Kompatiblity“ Einstellung.
    Das kann ich zwar auf „AUS“ stellen – aber trotzdem ist das auch nach „übernehmen der Einstellungen“ nach einiger Zeit wieder auf „EIN“.
    Der Monitor hängt an einer Steckdosenleiste – kann das daran liegen?

    Antworten
  3. Ich plane gerade die Anschaffung genau dieses Monitors und warte schon seit Wochen auf den CS2740. Die Liefervertröstungen bin ich jetzt leid und habe mir nun den CS2731 kommen lassen, um einen ersten Eindruck der besprochenen EIZO Qualität zu erhalten.

    Wenn man die Schärfe und Skalierung des iMac 5k gewöhnt bist, ist dies erst mal ein gehöriger Schritt zurück. Die Schriften sind nicht wirklich scharf und die fehlende Bildschirmfläche erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig. Ich sitze jetzt die ersten fünf Stunden vor meinen Fotos und bin doch ernüchtert.

    Ich hoffe, das der 2740 dort mehr leistet. Weiter gibt es noch ein paar Minuspunkte, die häufig nur am Rand erwähnt werden. Ich liste diese mal auf, vielleicht löst sich ja das ein oder andere mit einer Erklärung auf.

    – Geruch – frisch aus dem Werk riecht der Monitor ungemein nach Plastik. Ich hoffe, dies gibt sich noch

    – Kunststoffummantelung – Bei meinem Modell hat der Kunststoff eine gewisse Struktur. Dies äussert sich in hellen und dunklen Stellen. Ästhetisch ist anders…

    – Standfuss – Sehr massiv und klobig. Hier hätte ich mir eine Lösung wie die neuen LG Monitore mit Kabelführung und Tischklemme gewünscht. Irgendwas innovatives. Aber so etwas kann man mittels VESA Adapter ja nachrüsten.

    – gleichmässige Ausleuchtung – Bei mir sind deutliche Unterschiede in der Ausleuchtung in der linken unteren Ecke zu erkennen. Vielleicht nur ein Einzelfall?

    – Schwenkbares Display – benötigt immer eine Wasserwaage auf dem Monitor. Kann doch nicht so schwer sein, das Display horizontal in der Waage einrasten zu lassen … ?

    Kurzum, der erste Eindruck enttäuscht. Es kann sein, das sich dies noch gibt, aber da hätte ich mehr erwartet. Vielleicht kommt der CS2740 ja doch noch irgendwann einmal….

    Antworten
    • Ich habe den Kommentar hierher verschoben. Beim Lesertest ist eigentlich keine Kommentarfunktion vorgesehen, das war irrtümlich aktiviert.

      Nun irgendwie, nicht böse gemeint, kommt bei mir der Eindruck des Apple-Jüngers an. Apple Produkte haben ein super Design, deren Monitore haben bei der Farbverbindlichkeit aber diverse Probleme. 5K halte ich bei 27 Zoll auch für durchaus sinnvoll, denn mit einer Skalierung von 200 % wäre Schrift identisch groß wie bei WQHD, nur das machen keine anderen Hersteller. Wenn Du perfekte Qualität willst, dann musst Du auch das entsprechende Produkt erwerben. Das wäre der EIZO CG279X. Der CS2731 stellt den Einstieg dar. Dass die EIZO Monitore optisch nicht an einen Apple Monitor/iMac heranreichen ist Geschmackssache, aber nachvollziehbar. Bei der Bildqualität, Farbverbindlichkeit und der Hardwarekalibrierung würde ich aber dennoch dagegenhalten. WQHD als unscharf zu bezeichnen, nun das ist aus meiner Sicht schon etwas gewagt. Aber es ist Deine Meinung. Leider ist in der CG-Serie derzeit noch kein 4K-Modell erhältlich. Den CS2740 kannst Du Dir dann aber auch schenken, denn bis auf die höhere Auflösung sind die anderen kritisierten Punkte zum Design ja weiterhin vorhanden.

      Antworten
    • Benq SWs are not and NEVER were reliable widegamut monitors for any kind of colro critical work. Just look at uniformity report. I would that this CS2731 is the cheapest realiable model in 27″ QHD and AdobeRGB that you can get, bellow it there is nothing in 27″.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!