Test Eizo EV2785 – Perfektion pur in UHD/4K
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Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 162 W 49,6 W
Betrieb typisch 32 W
140 cd/m² k. A.  31,8 W
Betrieb minimal k. A. 21,1 W
Energiespar­modus (Standby) 0,5 W 0,35 W
Ausgeschaltet (Soft Off) k. A. 0,3 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) k. A. 0 W

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

EIZO nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 162 Watt. Selbst wenn man die maximale Stromversorgung des USB-C-Anschlusses mit 60 Watt abzieht, können wir uns kaum vorstellen, dass so ein hoher Verbrauch im normalen Betrieb je zustande kommt. Nach unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch mit voller Helligkeit bei 49,6 Watt. Den typischen Verbrauch gibt EIZO mit 32 Watt an, was ziemlich exakt unserer Messung bei 140 cd/m² entspricht.

Sobald das Gerät in den Standby-Betrieb geht, hört man ein Relaisklicken. Danach sinkt der Verbrauch auf ca. 0,35 Watt. Das manuelle Betätigen des Soft-off-Schalters kann man sich sparen. Signifikant weiter senken kann man den Stromverbrauch nur noch mit dem vorhandenen Netzschalter, der den Stromverbrauch erwartungsgemäß vollständig kappt.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 31,8 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu 0,9 cd/W. Das ist zwar vergleichsweise ein eher mäßiger Wert, der aber angesichts der gebotenen Bildqualität und der 4K-Auflösung völlig in Ordnung ist.

Anschlüsse

Der EIZO EV2785 ist auf der Rückseite mit allen modernen Eingängen ausgestattet: zweimal HDMI (4K @ 60 Hz), einmal DisplayPort und einmal USB Typ C. Die Ports sind gut gekennzeichnet und gewinkelt angebracht, also von unten nach oben zu stecken.

Der USB-C-Anschluss bietet den „DP Alt Mode“ und dient zugleich als Upstream für den seitlich in einem Erker angebrachten USB-3.0-Hub, der auch die Schnellladefunktion unterstützt. Per USB-C angeschlossene Geräte können gleichzeitig bis zu 60 Watt mit Strom versorgt werden. Beim Anschluss eines Notebooks genügt damit ein einziges USB-C-Kabel, um Audio-/Videosignale zu übertragen sowie das Notebook gleichzeitig aufzuladen und mit einem USB-3.0-Hub zu erweitern.

Anschlüsse des EV2785
Anschlüsse

Beim Anschließen dicker USB-Sticks kann es im seitlichen Erker etwas eng werden. Die Kabel von Kartenleser, externen Festplatten etc. lassen sich dafür ganz gut verstecken.

Seitlicher Erker am Displaygehäuse mit 2 x USB 3.0 und Audio-out
Seitlicher Erker mit 2 x USB 3.0 und Audio-out

Bedienung

Alle Bedienelemente, der Helligkeitssensor und die Lautsprecher sind vollständig plan in die schmale Frontblende integriert. Anstelle von mechanischen Tasten setzt der EIZO EV2785 auf elektrostatische Bedienelemente.

Plane Frontblende mit Helligkeitssensor und elektrostatischen Bedienelementen
Plane Frontblende mit Helligkeitssensor und elektrostatischen Bedienelementen

Auf die akustische Rückmeldung der reaktionsschnellen Touch-Tasten wie bei den Color-Edge-Geräten wurde beim EIZO EV2785 leider verzichtet. Bei der Bedienung muss man etwas vorsichtig sein, da der Rahmen sehr schmal ist und man ansonsten Fingerabdrücke auf dem Glasrand hinterlässt.

OSD

Bei einem beliebigen Tastendruck wird zunächst die Schnellauswahl aufgerufen, die die Funktion der einzelnen Tasten mit Symbolen sichtbar macht. Signalquelle, Benutzer-Modus, EcoView, Lautstärke und Helligkeit können so ohne Umweg über das Menü direkt angesteuert werden. Mit der Taste „Menü“ gelangt man ins Hauptmenü mit fünf Hauptebenen.

Schnellauswahl mit beliebiger Taste (Screenshot Handbuch EIZO)
Schnellauswahl mit beliebiger Taste (Screenshot Handbuch EIZO)
OSD: Hauptmenü (Screenshot Handbuch EIZO)
OSD: Hauptmenü (Screenshot Handbuch EIZO)

Das OSD ist wie von EIZO gewohnt optisch sehr nüchtern gehalten und hinsichtlich Umfang und verwendeter Begrifflichkeit rundherum professionell. Das bedeutet nicht, dass nur Profis damit klarkommen, sondern das genaue Gegenteil ist der Fall.

Die OSDs manch anderer Hersteller sind oft kunterbunt und wild verschachtelt, obwohl sie sich doch eigentlich an unbedarfte Konsumenten richten und einfach sein sollten. Stattdessen stiften sie mehr Verwirrung als Nutzen und lassen den Anwender im Regen stehen, wenn es darum geht herauszufinden, wann welche Funktion mit einer anderen kombiniert und welchem Zweck sie dient.

Da ist es im Gegenzug schon erstaunlich, bei EIZO zu sehen, wie man einen professionellen Funktionsumfang so einfach und klar strukturieren kann, dass sich Einsteiger wie Profis sofort intuitiv zurechtfinden. Zudem ist bei Bedarf auch noch alles im Handbuch überdurchschnittlich gut erklärt.

OSD: Bildeinstellungen (Screenshot Handbuch EIZO)
OSD: Bildeinstellungen (Screenshot Handbuch EIZO)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch EIZO)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch EIZO)

Zur Ergonomie trägt beim EIZO EV2785 zudem nicht nur die Mechanik, sondern auch die Elektronik bei. Der Monitor ist mit einer weiterentwickelten Auto-EcoView-Funktion der fünften Generation ausgestattet.

Darüber wird kontinuierlich die Veränderung des Umgebungslichts gemessen und der Bildschirm auf optimale Helligkeitswerte optimiert. Die Nutzung wurde stark vereinfacht, und die Einstellungen von „Auto EcoView“ passieren jetzt quasi unbemerkt, wenn der Helligkeitsregler am Monitor betätigt wird.

„Auto EcoView“ arbeitet vollständig im Hintergrund und ist frei von umständlichen Menüs. Der Anwender braucht sich nur entscheiden, ob er „Auto EcoView“ einschaltet oder nicht. Die Monitorsensorik erkennt, ob die Bildhelligkeit bei dunkler oder heller Umgebungsbeleuchtung eingestellt wird und regelt von diesem Ausgangspunkt die Monitorhelligkeit auch bei Veränderungen der Umgebung entsprechend.

Die Anpassungen erfolgen dabei so dezent, dass sie kaum auffallen. Das schont einerseits die Augen und andererseits die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Bei der Anzeige der erzielten Energie-Einsparung bringt EIZO sogar dezent Farbe ins OSD.

OSD: EcoView (Screenshot Handbuch EIZO)
OSD: EcoView (Screenshot Handbuch EIZO)
OSD: Administrative Einstellungen (Screenshot Handbuch EIZO)
OSD: Administrative Einstellungen (Screenshot Handbuch EIZO)

Bildqualität

Die Oberfläche des Panels ist beim EIZO EV2785 überdurchschnittlich gut entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Der EIZO EV2785 verfügt intern über eine 10-Bit-LUT zur präzisen Farbsteuerung mit der Fähigkeit, 1,06 Mrd. Farbtöne bzw. Farbabstufungen darzustellen. Die Zuweisung der Farbinformationen ist damit erheblich präziser als bei sonst üblichen 8-Bit-LUTs, die es auch nur auf 16,7 Mio. Farben bringen.

Millionen, Milliarden – was macht das denn noch für einen Unterschied? Wenn man bedenkt, dass damit nicht nur Farben wie Rot und Grün, sondern eben auch die Abstufungen dazwischen gemeint sind: eine ganze Menge. Denn 16,7 Mio. Farben bedeuten, dass man pro Farbkanal der drei Grundfarben (Rot, Grün, Blau) nur je 256 Abstufungen zur Verfügung hat. Das Gleiche gilt für die Graustufen von Schwarz nach Weiß – und das ist eigentlich viel zu wenig, um beispielsweise die fließenden Farbübergänge in der Natur vernünftig darzustellen. Man denke nur an einen malerischen Sonnenuntergang …

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: User1
Helligkeit: 85
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500K
RGB: 100/96/95
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority:  nicht vorhanden
Schärfe: nicht vorhanden
Reaktionszeit:  Standard

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

12 KOMMENTARE

  1. Das mit dem Display bzw. einer Entspiegelung habe ich nicht verstanden.

    Ist das Display von dem EV2785-BK matt?
    Das wäre mir wichtig.

    Vielen Dank für eine kurze Rückinfo.

  2. Zitat von (Prad) Seite 2: „Der EIZO EV2785 verfügt intern über eine 10-Bit-LUT zur präzisen Farbsteuerung mit der Fähigkeit, 1,06 Mrd. Farbtöne bzw. Farbabstufungen darzustellen.“

    Laut Datenblatt bei EIZO…
    Darstellbare Farben oder Graustufen: 16,7 Mio. Farben (8-bit)
    Farbpalette / Look-Up-Table: Mehr als 1,06 Mrd. Farbtöne / 14 Bit

    Also … 16,7 Mio. Farben sind darstellbar mit Hilfe einer 14-bit LUT … denke ich.

  3. Kann mich dem Jubelartikel ganz und gar nicht anschließen. Habe das Gerät Anfang Jänner 2020 bestellt und 2 Monitore mit mittelmäßigem Bild und schlechter Verarbeitung bekommen.

    Zum Bild: Bei beiden Geräten gab es auf der Unterseite schwarze vertikale Streifen (hauptsächlich rechts, aber erkennbar über die gesamte Breite). Die Höhe der Streifen war unterschiedlich, maximal etwa 2cm.

    Zur Verarbeitung: Auf der Rückseite beider Monitore hatte das Plastik auf der oberen Seite deutlich erkennbare vertikale Verschmutzungen. Wie wenn Flüssigkeit darüber geronnen wäre. Auf einer Länge von ca 10cm. Wie gesagt, deutlich erkennbar wenn der Monitor nicht gerade an der Wand steht.

    Beim ersten Geräte hat EIZO noch gemeint es wäre ein Lieferschaden. Beim zweiten wurde mir die Rückgabe freigestellt – EIZO hat allerdings darauf hingewiesen, dass es sich sowohl beim „Bildfehler“ als auch bei der Rückseite um normale Abweichungen handelt.

    Ich kann mir nur schwer vorstellen wie diese Geräte durch die Qualitätskontrolle bei EIZO kommen. Wir haben im Büro mehrere Monitore anderer Hersteller (LG, Dell, Acer), die zudem deutlich günstiger sind. Alle haben ein wesentlich besseres Bild und auch die Rückseite ist in Ordnung.

  4. In der Coating Sektion fehlt der Bewertungssteil. Üblicherweise steht unter den Bildern noch ein Absatz wie: Monitor hat stumpf-mattes Coating oder so.

  5. Hatte ich echt übersehen. Hielt es wahrscheinlich für eine Werbeinblendung wegen „Perfekt in jeder Beziehung“. Für mich leider nicht, das sehe ich ab 2:05. Schade.

  6. Wie schaut das mit dem IPS-Glow bei schräger Draufsicht aus? Ich hatte zwei Mal einen Foris FS2434 ausprobiert, die stark aufgehellten Ecken gingen gar nicht. Ich will den Monitor unter anderem für Videos nutzen, oft mit dunkleren Inhalten bzw. schwarzen „Kino-Balken“. Nach der Enttäuschung habe ich mir einen 10 Jahre alten Eizo S2411W mit S-PVA-Panel für gerade mal 100 Euro geholt und bin damit insgesamt viel zufriedener. Ich bin bereit, viel Geld für einen Monitor auszugeben, doch dann bitte ohne derartige Bildmängel (nichts anderes ist der Glüh-Effekt für mich). Oder lieber doch auf OLED-Monitore warten?

    • Auf meinem heimischen Schreibtisch werkelt seit 2008 ein EIZO FlexScan S2231W vor sich hin mit aktuell 23.738 Betriebsstunden auf dem Buckel.
      Seit einigen Jahren verfolge die Prad-Tests neuer Monitore intensiver, weil ich gerne einen größeren Monitor (27 Zoll) mit einer höheren Auflösung nutzen würde. Mein jetziger hat gerade mal eine native Auflösung von 1680*1050… 😀

      Deshalb bin ich ebenfalls auf der Suche und würde für ein anständiges (EIZO-) Gerät tiefer in die Tasche greifen. Ich hatte es kurz nach dem Release mit dem EIZO FORIS FS2735 versucht: Der starke IPS-Glow und die ungleichmäßige Ausleuchtung an den Rändern und in den Ecken waren eine absolute Enttäuschung, ganz besonders im Vergleich zu meinem alten EIZO Gerät. Neben Filme (häufig im abgedunkelten Raum), Office-Betrieb ist auch der Gaming-Bereich das bevorzugte Einsatzszenario.

      Sehr nützlich finde ich daher u.a. die Bilder der Ausleuchtung bei normaler Belichtung in den Tests.
      Damit fällt das getestete Gerät für mich ebenfalls durch. Die hellen Stellen sind mir zu deutlich.

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