Test Eizo EV2785 – Perfektion pur in UHD/4K
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Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird in relevanten Helligkeitsbereich nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen dort auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern).

Erst unterhalb von 35 cd/m2 (Einstellung unterhalb 48 %) wird das Hintergrundlicht des Monitors in Abhängigkeit von der eingestellten Helligkeit gepulst. Die Frequenz beträgt bei 35 cd/m2 Helligkeit 11,1 kHz und ist somit trotzdem hoch genug, um nicht zu einer Ermüdung der Augen zu führen.

Der EIZO EV2785 ist daher im kompletten Helligkeits-Regelbereich auch für längeres ermüdungsfreies Arbeiten geeignet.

Diagramm zum LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Der EIZO EV2785 ist laut Hersteller vornehmlich für professionelle Office- und Multi-Monitor-Umgebungen konzipiert. In Verbindung mit der 27-Zoll-Diagonalen sorgt die 4K-Auflösung im Vergleich zur WQHD-Auflösung für einen spürbaren Schärfegewinn, der vor allem bei dem Lesen von Texten und der Arbeit mit filigranen Grafiken wie im CAD-Bereich das Arbeiten angenehmer macht.

Einen ausführlicheren Vergleich zwischen der WQHD- und der 4K-Auflösung bei einem 27-Zoll-Monitor, zeigen wir in unserem Beitrag „Auflösung – welche ist die richtige?„.

Hinsichtlich Latenz/Reaktionsverhalten konnten wir in o.g. Einsatzumfeld keinerlei Probleme feststellen. Das gilt auch für schnelle Schwenks in Videos, das flotte Zoomen in Photoshop, Mauszeiger-Bewegungen etc. Im PixPerAn-Lesbarkeitstest wird es allerdings bereits bei Stufe 7 schon sehr schwierig bis unmöglich, den Lauftext noch zu erkennen.

Für Gaming-Enthusiasten ist der EIZO EV2785 per se nicht gedacht. Einem gelegentlichen Spielchen nach Büroschluss steht aber auch hier nichts im Wege, sofern man reaktionslastige Titel meidet.

Sound

Mehr der Vollständigkeit halber besitzt der EIZO EV2785 auch zwei Stereo-Lautsprecher mit je 1 Watt Ausgangsleistung. Tonsignale verarbeitet das Gerät am DisplayPort und am HDMI-Eingang. Die Ausgabe ist über die integrierten Lautsprecher oder über den Kopfhörerausgang möglich.

Wie zu erwarten, sind Lautstärke und Klang der integrierten Lautsprecher mäßig und nicht zu Unterhaltungszwecken gedacht. Um eine akustische Rückmeldung durch die Systemklänge zu haben oder eine Nachrichtensendung anzuschauen, reichen sie aber allemal.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des EV2780 angeschlossen werden, der Ton wird über die internen Lautsprecher ausgegeben oder an den Kopfhörerausgang weitergeleitet. Beim Anschluss eines PCs klappt die Tonausgabe auch via DisplayPort einwandfrei.

Der EV2785 bietet zwar eine Voreinstellung für Filme (Bildmodus „Movie“) an, aufgrund der ausgezeichneten Abstimmung ab Werk haben wir das Gerät aber auch für den Videotest im User1-Modus belassen. Alternativ kann man natürlich auch den sRGB-Modus verwenden.

Die Wiedergabe wirkt detailreich, knackscharf und auch hinsichtlich Farbe und Kontrast brillant. Der Schwarzwert und der Bildkontrast sind gut. Das gilt vor allem auch für den Im-Bild-Kontrast. Blitze, Sterne und Explosionen im Dunkeln werden eindrucksvoll zur Geltung gebracht. Aufgrund der akkuraten Werksabstimmung ist die Detailzeichnung in dunklen wie in hellen Szenen ausgezeichnet. Nachzieheffekte bei schnellen Szenen treten nicht auf.

Dank der sehr guten Blickwinkelneutralität eignet sich das Gerät auch für den Publikumsverkehr bzw. Vorführungen in größerer Runde. Als Neuerung hat EIZO beim EV2785 jetzt auch eine Picture-by-Picture-Funktion integriert, die die Darstellung verschiedener Signalquellen auf einem Bildschirm erlaubt.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Am HDMI-Port skaliert der EV2785 die HD-Auflösungen 720 und 1080 erwartungsgemäß als einwandfreies Vollbild. Auch das 4:3-Bild von SD-Auflösungen kann wahlweise seitengerecht oder pixelgenau (1:1) wiedergegeben werden.

Laut Handbuch sind am DisplayPort und via USB-C in nativer und in Full-HD-Auflösung nur 60 Hz und 30 Hz als Bildwiederholfrequenz möglich. Am HDMI-Eingang kommt noch die 50-Hz-Option dazu. Im Grafikkartentreiber wurden uns auch keine anderen Optionen angeboten. Eine 24p-Zuspielung über einen externen BD-Player ist zwar möglich, wird vom EIZO aber nicht als 24p wiedergegeben, sondern auf 60 Hz (59,9 Hz) umgerechnet.

Am PC wie beim Anschluss von externen Playern sind daher bei der Wiedergabe von 24p-Material gelegentlich Mikroruckler zu beobachten. Die Wiedergabe erschien uns im Test flüssiger, wenn man den BD-Player stattdessen gleich auf 50 Hz einstellte.

Overscan, Farbmodelle und Signallevel

Eine Overscan-Option haben wir im Menü des EV2785 nicht gefunden (und auch nicht erwartet).

Als Farbmodelle stehen im Menü YUV und RGB zur Verfügung. Standardmäßig trifft das Gerät selbst die richtige Entscheidung. Falls notwendig, kann auch der Signallevel angepasst werden.

Bewertung

ab 1.137,15 €
4.3

SEHR GUT

Fazit

Der EIZO EV2785 ist vornehmlich für professionelle Office- und Multi-Monitor-Umgebungen konzipiert. Das Gerät bietet dazu ein schickes und repräsentatives Design, umfassende Ergonomiefunktionen und eine ausgezeichnete Bildqualität.

Die Erhöhung der Auflösung auf 3840 x 2160 Pixel sorgt im Vergleich zur WQHD-Auflösung für einen spürbaren Schärfegewinn, der vor allem das Lesen von Texten und die Arbeit mit filigranen Grafiken wie im CAD-Bereich angenehmer macht. Weiterentwickelt hat EIZO auch den bewährten EcoView-Sensor, der durch eine automatische Helligkeitsanpassung Energie spart und die Augen schont.
Für mehr Komfort und weniger Kabelsalat sorgt ferner der USB-C-Anschluss. In Verbindung mit einem Notebook genügt ein einziges USB-C-Kabel, um Audio-/Videosignale zu übertragen sowie das Notebook gleichzeitig aufzuladen und mit einem USB-3.0-Hub zu erweitern.

Bei der Bildqualität kann der Flexscan mit derart guten Ergebnissen glänzen, dass er ohne Weiteres auch für die EBV infrage kommt. In Verbindung mit einer 10-Bit-LUT zur präzisen Farbsteuerung wird der sRGB-Farbraum praktisch vollständig abgedeckt und eine sehr gute Software-Kalibration ermöglicht. Besonders hervorzuheben sind dabei die Präzision und Zuverlässigkeit, die der EIZO EV2785 auch ohne eigene Kalibrierung bereits ab Werk zeigt.

Stehen Bild- und Videobearbeitung im Vordergrund, hat der EV2785 aber mit dem EIZO CS2730 zum gleichen Preis starke Konkurrenz im eigenen Haus. Der CS2730 hat zwar „nur“ die WQHD-Auflösung, dafür aber einen erweiterten Farbraum und eine vollwertige Hardware-Kalibrierung zu bieten.

Für einen Büromonitor mag der Preis des EIZO EV2785 zwar auf den ersten Blick hoch erscheinen, für ein 27-Zoll-Display mit 4K-Auflösung ist er das aber auch im Marktvergleich gar nicht mal. Erst recht, wenn man die durchgängig hohe Qualität und Zuverlässigkeit eines EIZO einmal selbst erlebt hat.

Beim reinen Vergleich von technischen Daten auf dem Papier wird das nicht sichtbar. Auch ist EIZO nicht der Hersteller, der sofort mit den neuesten Innovationen oder der größten Zahl an Anschlüssen aufwartet. Dafür ist das, was man bekommt, auch wirklich ausgereift, und zwar Hardware- als auch Software-seitig. Anstecken, einschalten, loslegen. Alles gut. Auch am nächsten Tag, auch am übernächsten. Dieses Gefühl haben wir nicht oft bei einem Testgerät. Und falls es doch einmal zu Problemen kommen sollte, ist man mit der nicht zu unterschätzenden Fünf-Jahres-Herstellergarantie (mit Vor-Ort-Austausch) bei EIZO auf der sicheren Seite. Wer also im Büro mit stundenlangem Blick auf den Bildschirm sein Geld verdient, der sollte nicht am falschen Ende sparen.

Uns jedenfalls konnte das Gerät im Test begeistern. Der EIZO EV2785 ist uns daher eine klare Empfehlung der Redaktion wert.

Zum Zeitpunkt der Testerstellung war der Monitor bereits für 1.089,00 EUR im Handel erhältlich.

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10 KOMMENTARE

  1. Kann mich dem Jubelartikel ganz und gar nicht anschließen. Habe das Gerät Anfang Jänner 2020 bestellt und 2 Monitore mit mittelmäßigem Bild und schlechter Verarbeitung bekommen.

    Zum Bild: Bei beiden Geräten gab es auf der Unterseite schwarze vertikale Streifen (hauptsächlich rechts, aber erkennbar über die gesamte Breite). Die Höhe der Streifen war unterschiedlich, maximal etwa 2cm.

    Zur Verarbeitung: Auf der Rückseite beider Monitore hatte das Plastik auf der oberen Seite deutlich erkennbare vertikale Verschmutzungen. Wie wenn Flüssigkeit darüber geronnen wäre. Auf einer Länge von ca 10cm. Wie gesagt, deutlich erkennbar wenn der Monitor nicht gerade an der Wand steht.

    Beim ersten Geräte hat EIZO noch gemeint es wäre ein Lieferschaden. Beim zweiten wurde mir die Rückgabe freigestellt – EIZO hat allerdings darauf hingewiesen, dass es sich sowohl beim „Bildfehler“ als auch bei der Rückseite um normale Abweichungen handelt.

    Ich kann mir nur schwer vorstellen wie diese Geräte durch die Qualitätskontrolle bei EIZO kommen. Wir haben im Büro mehrere Monitore anderer Hersteller (LG, Dell, Acer), die zudem deutlich günstiger sind. Alle haben ein wesentlich besseres Bild und auch die Rückseite ist in Ordnung.

  2. In der Coating Sektion fehlt der Bewertungssteil. Üblicherweise steht unter den Bildern noch ein Absatz wie: Monitor hat stumpf-mattes Coating oder so.

  3. Hatte ich echt übersehen. Hielt es wahrscheinlich für eine Werbeinblendung wegen „Perfekt in jeder Beziehung“. Für mich leider nicht, das sehe ich ab 2:05. Schade.

  4. Wie schaut das mit dem IPS-Glow bei schräger Draufsicht aus? Ich hatte zwei Mal einen Foris FS2434 ausprobiert, die stark aufgehellten Ecken gingen gar nicht. Ich will den Monitor unter anderem für Videos nutzen, oft mit dunkleren Inhalten bzw. schwarzen „Kino-Balken“. Nach der Enttäuschung habe ich mir einen 10 Jahre alten Eizo S2411W mit S-PVA-Panel für gerade mal 100 Euro geholt und bin damit insgesamt viel zufriedener. Ich bin bereit, viel Geld für einen Monitor auszugeben, doch dann bitte ohne derartige Bildmängel (nichts anderes ist der Glüh-Effekt für mich). Oder lieber doch auf OLED-Monitore warten?

    • Auf meinem heimischen Schreibtisch werkelt seit 2008 ein EIZO FlexScan S2231W vor sich hin mit aktuell 23.738 Betriebsstunden auf dem Buckel.
      Seit einigen Jahren verfolge die Prad-Tests neuer Monitore intensiver, weil ich gerne einen größeren Monitor (27 Zoll) mit einer höheren Auflösung nutzen würde. Mein jetziger hat gerade mal eine native Auflösung von 1680*1050… 😀

      Deshalb bin ich ebenfalls auf der Suche und würde für ein anständiges (EIZO-) Gerät tiefer in die Tasche greifen. Ich hatte es kurz nach dem Release mit dem EIZO FORIS FS2735 versucht: Der starke IPS-Glow und die ungleichmäßige Ausleuchtung an den Rändern und in den Ecken waren eine absolute Enttäuschung, ganz besonders im Vergleich zu meinem alten EIZO Gerät. Neben Filme (häufig im abgedunkelten Raum), Office-Betrieb ist auch der Gaming-Bereich das bevorzugte Einsatzszenario.

      Sehr nützlich finde ich daher u.a. die Bilder der Ausleuchtung bei normaler Belichtung in den Tests.
      Damit fällt das getestete Gerät für mich ebenfalls durch. Die hellen Stellen sind mir zu deutlich.

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