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Test EIZO Foris Nova – OLED Monitor mit Rekord Speed
6/8

22 Zoll OLED-Monitor zeigt eine geniale Bildqualität und besitzt eine Bildaufbauzeit, die jeden Gaming-Monitor mit LED-Technik blass aussehen lässt

Reaktionsverhalten

Den EIZO Foris Nova haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Port untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Bei den Grafiken ist Folgendes zu beachten: Durch die extrem schnelle Bildaufbauzeit mussten wir unsere Skala, die eigentlich bis 40 ms geht, bei fast allen Grafiken auf 15 ms verkürzen, da sonst die Werte nicht darstellbar waren.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von nur 0,04 ms für „Full on/off“ genannt. Die Eingangsverzögerung soll laut EIZO gerade einmal 0,1 Frames (1,67 ms) betragen. Auf spezielle Gaming-Features wie eine umschaltbare Overdrive-Funktion verzichtet der Foris Nova zwar, die oben genannten Werte machen das aber ohnehin entbehrlich.

Messung bei 60 Hz

Bei nativer Ansteuerung mit 60 Hz erreicht der Proband bei den Graustufenübergängen dank OLED-Ansteuerung extrem steile GtG-Übergänge.

Unter Einbeziehung des von uns festgestellten und OLED-bedingten Interrupts/Vorschwingers/Nachschwingers liegen sie bei praktisch allen Grauübergängen bei 1 ms (rise time/fall time). Nur beim GtG-Übergang 0–100 % tritt kein Vorschwinger/Nachschwinger auf. In diesem Fall sind es unter 0,1 ms.

Für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den schnellsten Grauwechsel messen wir auch nur 0,2 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 1,8 ms, und der CtC-Wert wird mit 1,1 ms ermittelt. Das sind alles rekordverdächtige Werte.

Dabei treten allerdings teils starke Überschwinger im Signalverlauf auf, der mit extrem steilen, digitalen Sprüngen versehen ist. Kritische Farbübergänge erreichen den vollen Pegel nach extrem kurzer Verzögerung (1,1 ms bei 60 Hz). Störende Überschwinger treten dabei nicht auf.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm Ein Gamer-Traum: Extrem schnelle Schaltzeiten
Ein Gamer-Traum: Extrem schnelle Schaltzeiten
Diagramm: Überschwinger im Signalverlauf (GtG 80–50 %)
Überschwinger im Signalverlauf (GtG 80–50 %)

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Netzdiagramm
Netzdiagramm

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit.

Beim EIZO Foris Nova messen wir mit 8,3 ms für einen 60-Hz-Monitor eine sehr kurze Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 0,9 ms ebenfalls sehr kurz, insgesamt macht das 9,2 ms.

Die Herstellerangaben für die Signalverzögerung liegen dabei sogar noch einmal deutlich unter dem von uns ermittelten Wert. Daher haben wir hier zur Validierung auch noch zusätzlich auf den Leo-Bodnar-Test zurückgegriffen. Die Messung am oberen Bildschirmrand macht die Herstellerangabe nachvollziehbar.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und falls doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang (1080p @ 60 Hz)
Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang (1080p @ 60 Hz)

Zur Validierung unserer Messergebnisse setzen wir das Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Während die PRAD-Messmethode bei nativer Auflösung erfolgt, kann die Messung mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur bei 1080p @ 60 Hz durchgeführt werden.

Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem obigen Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

EIZO nennt einen Lag von 1,67 ms, was dem oberen Wert der Messung (Leo Bodnar) entspricht. Die Messungen in der Bildmitte sind sowohl mit der PRAD-Messmetode (8,3 ms) als auch dem Leo Bodnar (8,7 ms) faktisch identisch.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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