Test LG 38GN950-B: 38 Zoll Gaming-Monitor der Superlative
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Overscan

Gerade bei Bildschirmen, die kein 16:9-Bildformat besitzen, wäre eine Overscan-Funktion eine richtig sinnvolle Sache, um Filme bildschirmfüllend genießen zu können. Leider fehlt auch beim LG 38GN950-B eine solche Einstellungsmöglichkeit, und so muss beim Filmschauen mit schwarzen Balken an allen vier Seiten vorliebgenommen werden.

Schwarze Balken an allen Seiten bei Zuspielung via Blu-ray-Player
Schwarze Balken an allen Seiten bei Zuspielung via Blu-ray-Player

Unterstützte Farbmodelle und Signallevel

Beim Signallevel-Test zeigt der LG 38GN950-B, dass über die HDMI-Schnittstelle bei RGB-Zuspielung Videolevel erwartet wird (8 Bit, RGB 16–235). Im OSD des Monitors steht bei Signalzuspielung über HDMI die Option „Schwarzwert“ zur Verfügung. Diese ist werkseitig auf „Hoch“ gestellt, bietet im Bedarfsfall aber noch die Option „Tief“. Die Farbmodelle YCbCr 4:2:2 und YCbCr 4:4:4 werden vom Probanden ebenfalls unterstützt und korrekt zur Anzeige gebracht.

Die Wichtigkeit des abgestimmten Videolevels in der Zuspielung wird gern unterschätzt, dabei ist das ein entscheidendes Kriterium für die korrekte Darstellung. Kommt es hier zu Abstimmungsproblemen, resultiert dies entweder in einem stark reduzierten Tonwertumfang oder einem ausgewaschenen, matten Bild ohne volles Weiß und Schwarz.

Lokales Dimmen

Für eine DisplayHDR-600-Zertifizierung muss ein Gerät lokales Dimmen unterstützen. Der LG 38GN950-B bietet diese Option, die werkseitig auf „Automatisch“ eingestellt ist. Es gibt noch die Auswahlmöglichkeiten „Ein“ und „Aus“. Worin genau der Unterschied zwischen „Ein“ und „Automatisch“ liegt, konnten wir nicht herausfinden. Mit einem Testvideo haben wir das Local-Dimming-Verhalten geprüft. Die dimmbaren Bereiche sind beim Probanden recht grobmaschig, was dazu führt, dass um ein helles Objekt nicht sonderlich effizient abgedunkelt wird, sondern erst ein gutes Stück davon entfernt.

Local-Dimming-Test beim LG 38GN950-B
Local-Dimming-Test beim LG 38GN950-B

Bewertung

ab 1.437,34 €
4.5

(SEHR GUT)

Fazit

Nach dem LG 34GN850-B kann nun auch der neue LG 38GN950-B auf ganzer Linie überzeugen und zeigt im Vergleich zu seinem Vorgänger LG 38GL950G-B in einigen Bereichen Verbesserungen. Doch der Reihe nach.

Gleich geblieben ist die hervorragende Bildqualität, die sich aber ohnehin nur noch schwer verbessern ließe. Dank DCI-P3-Farbraum und AH-IPS-Panel werden auch beim LG 38GN950-B brillante Farben zur Anzeige gebracht. Schon ab Werk überzeugt ein gutes Setting, und der sRGB-Bildmodus ist ebenfalls gut vorkalibriert und verpasst nur knapp eine sehr gute Wertung. Somit können die Urlaubsfotos auch ohne verfügbares Kalibrierungsgerät farbtreu bearbeitet werden. Nach Profilierung und Kalibration auf die Vorgaben von sRGB schneidet der Proband sogar mit einem sehr guten Ergebnis ab und empfiehlt sich für die EBV in diesem Farbraum. Ein echter Vorteil beim täglichen Arbeiten ist das 24:10-Bildformat, da mehr Bildpunkte in der Höhe zur Verfügung stehen.

Ebenfalls gleich geblieben ist die Gaming-Performance, aber auch die war bereits bei den anderen Kandidaten auf höchstem Niveau. Der LG 38GN950-B lässt sich auf 160 Hz übertakten, ist von NVIDIA G-Sync-Compatible-verifiziert, und gehört in puncto Reaktionszeit und Input-Lag aktuell zu den schnellsten Displays am Markt. Bei 144 Hz beträgt der Input-Lag 1 ms, und mit schnellster Pixelbeschleunigung benötigt der Monitor nur 1,2 ms für einen Grauwechsel (GtG) und unglaublich kurze 0,5 ms für einen Farbwechsel (CtC). Und das Wichtigste dabei ist: Diese Werte sind spielbar, ohne allzu große Einbußen bei der Bildqualität in Kauf nehmen zu müssen.

Verbessert – und zwar deutlich – hat sich der Stromverbrauch des LG 38GN950-B im Vergleich zum gleich großen 38GL950G-B. Während sich der Vorgänger noch satte 88 Watt maximal genehmigte, sind es beim 38GN950-B nur noch 68 Watt. Bei 140 cd/m² liegt die Leistungsaufnahme bei 32,5 Watt, wohingegen das Vorgängermodell 51 Watt verbrauchte. Ob der deutlich niedrigere Strombedarf dem fehlenden nativen G-Sync-Modul zuzuschreiben ist, können wir allerdings nicht mit Sicherheit sagen.

Cineasten wird es freuen, dass der LG 38GN950-B nun eine 24-Hz-Unterstützung bietet. Das war beim Vorgänger nicht der Fall. Außerdem ist das Testmodell DisplayHDR-600-zertifiziert und bietet lokales Dimmen, was beim Vorgänger ebenfalls fehlt. Leider aber hat der aktuelle Proband keine Overscan-Funktion, wodurch bei externer Zuspielung nicht das volle Potenzial ausgeschöpft werden kann.

Sparsam sind auch beim LG 38GN950-B die Ergonomie-Funktionen ausgefallen, und der ausladende Standfuß benötigt viel Platz auf dem Schreibtisch. Aber der Monitor besitzt eine VESA-Halterung, und es können somit auch alternative Befestigungsmöglichkeiten verwendet werden. Bei der Farbreinheit kann das Display nur befriedigend abschneiden, dafür gelingt die Helligkeitsverteilung gut.

Und dann ist da noch der Preis. Klar, der Vorgänger hat ein natives G-Sync-Modul verbaut und muss schon allein deshalb teurer sein – aber gleich 500 Euro? Jedenfalls ist der LG 38GN950-B bereits bei Markteinführung deutlich günstiger als sein Vorgänger und aktuell ab etwa 1.400 Euro zu bekommen. Das ist ein starker Preis für einen starken Monitor. Von uns erhält das Modell in jedem Fall eine klare Kaufempfehlung.

Testlogo LG 38GN950-B

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32 KOMMENTARE

  1. Warum ist jetzt die Gamin Variante besser bewertet als der 38WN95C dessen Test seit gestern verfügbar ist.

    Ich hätte ja eher gedacht dass die gleich gut sind. Die bisschen höhere Hz gleicht auf der anderen Seite den vorhandenen Thunderbolt und USB-C Anschluß sowie die PiP Funktion aus.

    • Die sind sich auch sehr ähnlich. Aber die Abstimmung der Modi war beim LG 38GN950-B etwas besser und wir beurteilen den Monitor auch nach dem Einsatzzweck. Für Bildbearbeitung und Videoschnitt für die der 38WN95C-W beworben wird, ist die Bildhomogenität wichtiger als bei einem Gaming-Monitor.

      • Dann anders gefragt. Kann ich ein vergleichbar gutes Ergebnis bei Spielen erreichen mit den Monitoren bei 144 Hz?

        Und wenn ich die Monitore auch für die Arbeit nutzen würde, z.B. Softwareentwicklung, zu welchem Gerät würden Sie dann tendieren?

        Falls die Antwort auf die erste Frage ja ist und die Antwort auf die zweite Frage WN, verstehe ich nicht wieso der WN eine ganze Note schlechter bewertet wurde

        • Danke!
          Das ist genau die Frage die ich mir seit Monaten ebenfalls stelle…

          Allgemein, scheint es auf den Reviewportalen nur ENTWEDER den Einsatzzweck „Gaming“ ODER „Bildbearbeitung und Videoschnitt“ zu geben.
          Es gibt nichts dazwischen! Wenn ich, wie auch viele andere aus der IT Branche regelmäßig im Home-Office bin, tagsüber arbeiten und abends spielen will, habe ich Pech gehabt, oder muss mir halt mehrere Monitore kaufen und abends/morgen umstecken…
          Selbst die ständige Angabe von „Bildbearbeitung und Videoschnitt“ als einziges Einsatzgebiet im produktiven Bereich ist imho sowas von überholt, als ob es nichts anderes gibt.. Was ist mit Software Entwicklern und Ingenieuren, die berufsbedingt mehrere Rechner gleichzeitig betreiben müssen oder wollen? Die auf einem potenten Rechner die rechenintensive Arbeit laufen haben oder auf das OS angewiesen sind, während der andere Rechner/Laptop aber aufgrund proprietärer Firmensoftware,VPN und anderer Kastrierung online bleiben muss.
          Ja für genau die ist nichts wichtiger als umfassende, gut und einfach funktionierende Picture in/by Picture Funktionen, oder Thunderbolt Support mit PD und KVM Switch use. Also zusätzlich zu den grundlegenden Faktoren wie Bildgröße/Auflösung/Panel versteht sich..

          Und jetzt komme ich noch dazu und möchte aber die wenige Zeit, die ich Abends noch aufbringen kann gerne mit hochwertigem Spielegenuss, am besten ohne Kompromisse, ausklingen lassen.

          Gerade mit der Pandemie hat sich m.E. dieses „Profil“ mit Sicherheit breit gemacht und ich würde soweit gehen zu sagen das ist die neben den beiden anfangs genannten Einsatzzwecken die nächste: „Mixed“-Mode

          Ich denke dass das auch die Hersteller begriffen haben, und mit Modellen wie dem WN95C-W genau in diese Gruppe anbieten.

          Dieser deckt tatsächlich viele meiner bisher vermissten Anforderungen ab, kommt aber im Vergleich zur Gaming Variante sehr schlecht weg in diesem Review.
          Zur SW und Screenplitting Funktionen wird nichts gesagt. Dass beispielsweise PiBp mit thunderbolt UND DP nicht unterstützt wird auch nicht erwähnt.. das habe ich in einem der YouTube Videos erfahren, wo Semi-Experten sonst nur die Specs der Geräte vorlesen…

      • Ich finde ja auch den AW3821DW interessant und ein Vergleich mit den beiden LG wäre sehr aufschlussreich. Ist ein Test von dem Alienware in nächster Zeit geplant?

      • Logisch, und um genau die 50cm geht es eben 😉
        1,50cm wäre zu kurz!
        Bei manch einem Hersteller muss man ja schon fragen ob überhaupt was dabei ist.
        Solche kinkerlitzchen sollte man auch im Test erwähnen!
        Gutes DP HBR3 Kabel kostet mit Porto auch sein 20€, dann noch neues USB Kabel, eventuell ein HDMI etc.
        Alles unnötige Kostentreiber. Wenn ich 2 Monitore in meiner Auswahl habe und es mir praktisch Wurst ist welchen ich mir kaufe dann würde ich mir den mit den längeren Kabeln kaufen.

  2. Mein Monitor ist leider ex gegangen (hochwertiger NEC 24 Zoll). Das Problem, ich brauche einen Allround Monitor, eher groß (home office, Spiele (RPG), Bildbearbeitung). Was wäre da der bessere, der hier oder der Eizo EV3895? Am liebsten hätte ich ja auch 4K, da meine Kamera 4K aufnimmt, aber das gibt es in der Art wohl noch nicht.

  3. Wer auf diese leider selten dämliche Software umsetzung mit dem Blinke-Blinke-Licht verzichten kann greift zum „LG 38WN95C“ sollte der gleiche Monitor sein ohne Blinke-Blinke, dafür mit Thunderbolt über USB-C! Bei gleichem Preis greift man immer zum „WN“! Wobei der „WN“ aktuell sogar günstiger ist.
    Das Blinke-Blinke Licht mag zwar nett aus sehen aber hat eine Verzögerung drinnen und man ist auf immer auf die Gnade von LG angewiesen für passende Treiber und Software. Die Software soll auch recht oft abstürzen, dann hilft nur ein Neustart um das Licht wieder in den Griff zu bekommen. Als USB Lösung wie es LG hier anbietet gibt es für kleines Geld besseres als „Bastellösung“ und selbst für HDMI gibt es Lösungen wo das Signal durchgeschliffen wird ohne Sofware am PC.

    • Laut LG-Website ist der Unterschie dann doch etwas größer für Leute, die Wert drauf legen. Auf der Herstellerwebsite gibts ne Vergleichsfunktion, die auf die Schnelle folgende Unterschiede offenbart:

      WN hat zusätzlich:
      – 6 Achsen Farbkontrolle
      – 1x Thunderbold 3.0
      – Hochwertigeres (?) Gehäuse und Standfuß samt (wahrscheinlich) besserer Ergonomiemöglichkeiten
      – Integriertet Lautsprecher

      Dafür fehlt dem WN:
      – G-Sync
      – Formatumschaltung zw. Wide, Original, Cinema 1, Cinema 2, 1:1
      – 166 und 175Hz OC

      Wers genauer wissen will sollte sich nicht nur auf den Vergleich verlassen sondern in den Handbüchern nachsehen. Die Vergleichstabellen sind in der Regel (absichtlich) nicht ganz so genau….

      https://www.lg.com/de/monitore/lg-38wn95c-w
      https://www.lg.com/de/monitore/lg-38gn950-b

      • Hallo,
        Aber der von dir genannte kostet doch auch gleich etwas mehr als der andere. Wer die zusätzlichen Features gar nicht benötigt, zahlt unter Umständen auch drauf. Der andere LG kostet derzeit round about 1200 und der andere 1800.
        Natürlich ist da ein Unterschied gegeben aber ob das jetzt so dramatisch ist wie das hier dargestellt wird, wage ich doch zu bezweifeln. Der teuere LG hat darüberhinaus auch nur 60 und der andere 144 Hz. Wer das einmal hatte will nie wieder zurück zu 60.

      • Auch der GN hat kein G-Sync sonder ist nur G-sync-kompatibel.
        G-Sync kompatibel heißt bei Nvidia nichts anderes als das man über Adaptive-Sync geht was 1:1 AMDs Freesync ist
        -> GN und WN also weiterhin gleich! der alte GN850 hat nur ein G-Sync Hardwaremodul! Wie sinnlos das ist zeigt jetzt schon der GN850 😉

        Auch der GN hat 6 Farbanpassung!

        Dem WN mag 175HZ fehlen …. fehlen aber auch dem GN 😉
        Und bei 10bit ist bei beiden bei 144Hz Schluss

        Bessere Ergonomie …. hochwertiger … Nö

        Es ist und bleibt im Kern der gleiche Monitor! keine Ahnung was du da verglichen hast!

        Das man einen von beiden schnell nachgeschoben hat sieht man schön am thunderbold anschluss.
        hat zwar einen USB-C Anschluss, will man aber den USB-Hub am Monitor nutzen muss man trotzdem noch ein weiteres nornmales USB Kabel an den Monitor stecken.

        Vor ein paar Wochen hatte ich den WN als billigen Geheimtipp ins Rennen geworfen, mittlerweile ist es wieder der GN. Amazon haut den Monitor alle paar Wochen für wenige Stunden für 1249€ raus , 130€ unter dem billigsten Geizhalspreis! Also Preisalarm setzen. Hatte nachts um 4 eine Meldung und um 5 uhr war der Preis schon wieder oben. Lieferbar am Mitte Februar wenn man nicht wieder verschiebt!

  4. Vielen vielen Dank für den Test. Hab ich schon gespannt darauf gewartet. 🙂
    Ich habe den GN950 heute bekommen und bin vollkommen begeistert. Hatte vorher einen 21:9 Asus ROG 35Zoll und der kann in keinster Weise mithalten.

    Aber wieso ich eigentlich schreibe. 🙂
    Man kann auch dem GN950 eine 10Bit-Farbtiefe verpassen – zumindest mit einer Nvidia-Karte.
    Wenn man in der Nvidia-Systemsteuerung unter „Auflösung ändern“ auf eine paar Hz verzichtet und in von 144 auf 120 Hz einstellt kann man dann darunter auf „Nvidia-Farbeinstellungen“ klicken und dort sind dann auch 10 bpc auswählbar.
    Ob das einen Effekt hat kann ich nicht sagen… optisch konnte ich so keinen Unterschied feststellen.

    Dumme Frage… welches Ausgabe-Farbformat ist eigentlich das beste?
    Weil dort kann man jetzt RGB, YCbCr422 oder YCbCr444 auswählen.

    • Hallo Markus. Es freut mich dass du so begeistert bist vom LG 38GN950-B und bedanke mich für dein Feedback. Danke auch für den Hinweis wegen der Farbtiefe bei 120 Hz. Hätte ich nicht schon den kleineren Bruder, den LG 34GN850-B, hätte ich ihn mir auch geholt. Vor allem das 24:10 Bildformat spricht absolut für den 38GN950-B.

      Was deine Frage betrifft, RGB ist die bevorzugte Wahl.

      Ich wünsche dir weiterhin viel Freude mit dem LG 38GN950-B!

    • Hallo Markus,

      ich nutze das Panel und habe auch mit 8/10bit herumexperimentiert. Im Alltag kein Unterschied, die meisten Quellen sind sowieso 8bit und auch Windows stellt wohl nur 8bit dar. In Photoshop etc. kann man umstellen auf 10bit, aber hier muss auch die Quelle das unterstützen. Also wenn, dann halte ich das für die Postproduktion von Video- und Bildmaterial für sinnvoll, für alles andere ist 8bit besser, da manchmal das Bild bei 144Hz flüssiger wirkt als bei 120Hu. Und 444 ist besser, da hier die maximalen Bildinformationen für jeden Farbkanal übertragen werden.

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