Test Monitor Acer GD245HQbid
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Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Die Umschaltgeschwindigkeit der Bildpunkte kann daher erhöht werden, indem man beim Bildwechsel zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegt als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Bei den nachfolgenden Bildern wird die tatsächliche Helligkeit dann mehr oder weniger zügig auf den Zielwert korrigiert. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Acer Gd245hqbid Monitor Overdrive 100
Acer Gd245hqbid Monitor Overdrive 070
Moderater Overdrive, links: 0 zu 100 %; rechts: 0 zu 70 %.

Eine Einstellungsmöglichkeit für das Overdrive-Verhalten bietet der GD245HQbid nicht an. Unsere Messungen zeigten bei 60 Hz ebenso wie bei 120 Hz einen moderaten Overdrive: beim Wechsel von Schwarz zu den Graustufen unterhalb von etwa 80 Prozent wird der erste Frame übersteuert, mit den folgenden beiden Frames wird die Zielhelligkeit erreicht. Je niedriger der Grauwert umso stärker die Übersteuerung. Beim Wechsel von Schwarz zu 100 Prozent Weiß ist keine Übersteuerung mehr erkennbar.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit) messen. Da der Bildpunkt dann erst noch seine Endhelligkeit erreichen muss, addieren wir zu diesem Wert noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu.

Erläuterung der Darstellung: Die rote Kurve zeigt die Helligkeit eines LCD-Pixels über der Zeit, während der Bildschirm mit einer definierten Folge von Bildern mit abnehmender Helligkeit angesteuert wird. Die grüne Linie zeigt das dazugehörige Steuersignal, wie man es z.B. auf einem verzögerungsfreien Röhrenmonitor sehen würde. Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich, indem man die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal und dem Aufleuchten des Pixels ausmisst. Verzögerungen von mehr als 1 Frame werden durch die unterschiedlich hohen Signale erkennbar.

Acer Gd245hqbid Monitor Latenz
Der Acer GD245HQbid speichert ein Bild zwischen.

In dieser Untersuchung zeigt der Acer GD245HQbid eine Verzögerungszeit von 18,2 Millisekunden. Hinzu kommt noch die halbe mittlere Bildaufbauzeit von 3,1 Millisekunden. Die mittlere Gesamtlatenz beträgt somit 21,3 Millisekunden – ein hoher Wert für aktuelle Geräte, vor allem für einen Gamer-Monitor. Offenkundig speichert dieser Monitor immer einen Frame zwischen. Dies ist auch bei 120 Hz zu beobachten, hier beträgt die mittlere Gesamtlatenz wegen der halbierten Framezeit nur noch 12,9 ms.

Subjektive Bewertung

In der Praxis zeigt der GD245HQbid kaum Schwächen. Negative Effekte wie Corona und Ghosting fallen nicht auf. Auch die Schlierenbildung ist sehr niedrig, ist aber noch erkennbar.

DVD und Video

In diesem Abschnitt geht es allein um den Rechner als Zuspieler. Auf externe Videoquellen werden wir im folgenden Abschnitt noch ausführlich eingehen.

Filme auf DVD werden dank HDCP-Unterstützung am digitalen DVI-D-Anschluss sowie am HDMI-Anschluss des GD245HQbid problemlos wiedergegeben.

Mit der nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 zeigt der Monitor Full-HD Bildmaterial ohne schwarze Balken an, sofern es sich dabei nicht um Bildmaterial im 2,35:1 (21:9) Kinoformat handelt.

Acer Gd245hqbid Monitor Dvd
Szene aus „Street Kings“.

3D-Video

Eine Besonderheit des ACER GD245HQbid ist die Möglichkeit, das Bild mit einer Frequenz von bis zu 120 Hertz anzuzeigen. Dadurch wird es möglich, den Monitor mit 60 Hertz abwechselnd ein Bild anzeigen zu lassen. In Verbindung mit einer so genannten Shutter-Brille lässt sich damit ein 3D-Bild erzeugen. Dabei blendet die Brille, synchronisiert mit dem Monitor, ein Auge abwechselnd ab. Gleichzeitig zeigt der Monitor ein leicht verschobenes Bild an. Im Gehirn des Betrachters werden die schnell aufeinander folgenden, aber verschobenen Bilder wieder zu einem Bild verschmolzen. Dadurch entsteht ein 3D-Effekt der teilweise synthetisch, teilweise sehr real wirken kann.

Man unterscheidet bei der 3D-Technik zwischen Geräten, die selbst die Fähigkeit besitzen, ein zugespieltes Signal so aufzubereiten, dass zusammen mit einer Shutter-Brille ein 3D-Bild daraus entsteht. Andere Geräte, und dazu gehört der ACER GD245HQbid auch, besitzen selbst keine solche Elektronik, sondern zeigen entsprechend vom Zuspieler aufbereitete Signale abwechselnd an. Dazu sind eine kompatible Grafikkarte und ein externer Sender für die Synchronisation der Brille nötig. Zurzeit bietet nur nVidia Grafikkarten mit dieser 3D-Fähigkeit an. Dadurch schränkt sich aber der Anwendungsbereich genauso ein, wie der Kundenkreis.

Wie schon festgestellt, besitzt der GD245HQbid nur am DVI-D-Eingang die Fähigkeit eine Bildfrequenz von 120 Hertz anzuzeigen. Damit beschränkt sich die 3D-Fähigkeit auf den PC in Verbindung mit einer Nvidia-Grafikkarte neuerer Baureihe mit aktuellen Treibern und einer nVidia-3D-Vision Shutter-Brille. Theoretisch wäre es möglich, den Monitor per DVI-zu-HDMI-Adapter auch an andere Geräte zu koppeln, jedoch unterstützen andere Geräte als der PC bisher kein nVidia-3D-Vision. 3D-Blue-Ray schauen beschränkt sich also auch auf den PC.

In unserem Testaufbau kommt eine solche nVidia 3D-Vision Shutter-Brille zum Einsatz. Betrieben wird der Monitor an einer nVidia Geforce GTX260 mit aktuellen Treibern. Der GD245HQbid wird sofort als 3D-fähiges Gerät erkannt. Die von nVidia mitgelieferten Testbilder und Testvideos werden akkurat und sehr wirkungsvoll dargestellt. Der Monitor arbeitet hier automatisch im 120 Hertz Modus. Wechselt man das Bildmaterial wieder auf 2D, wechselt auch die Bildwiederholfrequenz zurück zu 60 Hertz und die Shutter-Brille schaltet sich automatisch aus.

Auffallend ist, dass bei einem Wechsel von 2D-Modus zu 3D-Modus der Monitor von selbst die Helligkeit einige Stufen nach oben regelt. Das geschieht deshalb, weil bei Verwendung einer Shutter-Brille der Kontrast stark abnimmt. Die Erhöhung der Helligkeit reicht jedoch nicht aus, um den Helligkeitsunterschied wett zu machen. Genau hier kommt jetzt der Umstand zum Tragen, dass die maximale Helligkeit des GD245HQbid bei nur knapp 260 cd/m² liegt. Hier kann es unter Umständen eng werden, wodurch das 3D-Bild zu dunkel wird. In der Praxis reicht die Helligkeit eben noch aus. Ein leuchtstarkes Bild hat man dann aber nicht.

Hinzu kommt der Umstand mit dem schlechten Schwarzwert bei maximaler Helligkeit. Außerdem verfälschen die Shutter-Brillen die Farben von Haus aus schon in Richtung gelb-braun. Unter dem Strich kommt eine fast zu dunkle, von den Farben her matschige Darstellung mit zu wenig knackigem schwarz heraus. Das ist insbesondere deshalb schade, weil die 3D-Funktionalität des GD245HQbid doch sein Hauptmerkmal darstellen soll.

NVidia bietet ein kostenloses Testvideo zur medizinischen Beurteilung des Betrachters an. Hiermit lassen sich auch etwaige Negativeffekte bei der 3D-Darstellung ausmachen.

Acer Gd245hqbid Monitor 3d
Medizinisches Testvideo von nVidia.

Das Testvideo zeigt im Fall des GD245HQbid keine gravierenden Schwächen bezüglich des 3D-Betriebs auf, abgesehen von den schon erwähnten Problemen mit Schwarzwert und Helligkeit. Die Bewegungen sind größtenteils frei von Ghosting oder Zittern. Lediglich bei sehr weit vor dem Moitor und sehr weit hinten gelegenen, schnellen Bewegungen wirkt diese nicht ganz sauber.

Insgesamt ist die bewegte Darstellung im 3D-Betrieb sehr ansprechend. Sowohl Video-Material als auch Spiele sehen sehr plastisch, aber auch etwas künstlich aus. Bei unterschiedlichen Demovideos von Spielen wirkte der 3D-Effekt unterschiedlich stark ausgeprägt. Insgesamt ist die 3D-Darstellung mit dem GD245HQbid aber durchweg sehenswert.

Zu beachten sind schlussendlich die Vorraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb der 3D-Funktion. Man benötigt einen leistungsstarken PC, gerne mit Quadcore-CPU, eine ebenso aktuelle Grafikkarte von nVidia mit aktuellsten Treibern und natürlich eine nVidia 3D-Vision Shutter-Brille. Je dunkler der Raum, desto besser wirken die Bilder.

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