Test Monitor Asus VX238H-W
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Reaktionsverhalten

Den VX238H haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 1 Millisekunde (GtG) genannt. Die Beschleunigungsoption TraceFree bietet die Stufen 0 bis 100 in 20er Schritten an, voreingestellt ist die Stufe 60.

In dieser Einstellung messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 8,0 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 6,9 Millisekunden. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 10,1 Millisekunden.

Asus Vx238h W Monitor Resp 1
TraceFree 60: Flinke Schaltzeiten, moderate Überschwinger.

In der Werkseinstellung ist der Overdrive bereits ziemlich aktiv, denn auch ein TN-Panel erreicht derart flinke Schaltzeiten nicht ohne gehörigen Nachdruck. Die ähnlich langen Balken im linken Chart zeigen uns, dass die Schaltzeiten an allen Messpunkten ähnlich sind, besonders langsame dunkle Bildwechsel sind also nicht zu befürchten.

Der Helligkeitsverlauf im rechten Chart (Grauwechsel zwischen 50 und 80 Prozent) sieht noch recht neutral aus, die hier noch ziemlich kleinen Überschwinger werden bei den dunkleren Bildwechseln aber etwas größer.

Asus Vx238h W Monitor Resp 2
TraceFree 100: Sehr kurze Schaltzeiten mit enormen Überschwingern.

Bei TraceFree 100 gibt der Overdrive richtig Gas. Die durchschnittliche Schaltzeit geht auf nur noch 5,3 Millisekunden zurück, Anstiegs- und Abfallzeiten halbieren sich. Die Überschwinger wachsen dafür ganz enorm, bei den dunklen Bildwechseln steigt die Anstiegsflanke auf mehr als das Doppelte der Sollhelligkeit an. Die Neigung zu Bildartefakten in schnell bewegten Bildbereichen ist sehr hoch.

Als Allroundeinstellung für Office, Internet und auch Videos empfehlen wir TraceFree 40. Die höheren Einstellungen wenden sich primär an Gamer.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim VX238H ist die Signalverzögerung mit 2,5 Millisekunden kurz. Die halbe mittlere Bildwechselzeit beträgt auch nur 2,6 Millisekunden (TraceFree 100). Für die mittlere Gesamtlatenz ergeben sich 5,1 Millisekunden, damit kommt der VX238H den Spitzenwerten spezieller Gamer-Monitore schon recht nahe.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des VX238H arbeitet mit White LED. Die Helligkeit wird mit dem verbreiteten PWM-Verfahren gesteuert.

Bei der Untersuchung zeigt sich, dass die Taktfrequenz mit 18.600 Hz sehr hoch ist. Beeinträchtigungen durch Backlight-Flimmern erscheinen nach heutigem Kenntnisstand bei derart hohen Frequenzen so gut wie ausgeschlossen.

Asus Vx238h W Monitor Back
LED-Backlight mit hochfrequenter PWM-Steuerung.

Subjektive Beurteilung

Der VX238H eignet sich hervorragend für Spieler. Vor allem, wenn man zuvor mit der Konsole auf einem TV-Gerät gespielt hat, fällt das Reaktionsverhalten und die Latenzzeit positiv auf. Gerade bei Ego-Shootern sind die schnellen Schaltzeiten Gold wert. Negativ fällt bei Fifa lediglich die Overdrive-Funktion auf, welche für Ghosting-Artefakte z.B. um den Ball sorgt.

Unter Windows fällt ein deutlich sichtbares Aliasing an den Fensterrahmen bzw. bei horizontalen Linien auf, wenn man diese auf den Desktop verschiebt. Dies ist jedoch nur während der Bewegung wahrnehmbar.

Sound

Asus Vx238h W Monitor Lautsprecher
Stereo-Lautsprecher auf der Rückseite.

ASUS verbaut zwei kleine Lautsprecher, die nach hinten aus dem Gehäuse strahlen. Diese können analog über eine 3,5-mm-Klinke angesteuert werden oder im HDMI-Betrieb über den digitalen Signalweg. Die Sound-Qualität ist dabei leider sehr rudimentär. Es gibt überhaupt keine Bässe und die Mitten sind eher stumpf. Die Höhen übersteuern sehr früh, was zu unangenehmen „Zisch“-Lauten führt. Insgesamt für die Töne des Betriebssystems noch geeignet, für mehr aber leider nicht.

DVD und Video

HDMI-Eingänge für den Anschluss von HD-Zuspielern wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen hat der VX238H gleich zwei. Für die Verbindung mit einem DVI-Ausgang am PC legt ASUS ein HDMI/DVI-Kabel bei.

Die OSD-Einstellung Theater erweist sich als leicht geschärft, das Gamma passt besser zu Filmmaterial als in der Standardeinstellung. Leider entstehen zahlreiche bunte Abstufungen im Grauverlauf, auch die kühle Wiedergabe (Weißpunkt 7.660K) ist nicht gerade ideal. Also halten wir uns an die Ergebnisse unserer Farbmessungen und wählen den sRGB-Modus, auch wenn dieser alles andere als ideal ist. Die feste Helligkeit von 185 cd/m² ist im Wohnraum kein Nachteil. Die Beschleunigungsoption „TraceFree“ setzen wir auf 40 herunter.

Das Full-HD-Video kommt in der nativen Auflösung erwartungsgemäß scharf und mit überraschend natürlich wirkenden Farben. Hauttöne sind allgemein stimmig, neigen aber zur Blässe. Die Durchzeichnung in dunklen Szenen ist etwas überdeutlich, in hellen Bildbereichen gehen dagegen schon mal die letzten Details verloren. Die Farbwiedergabe kann insgesamt nicht mit dem hohen Niveau von IPS- oder VA-Monitoren mithalten: das Bild leidet trotz des hohen Kontrastwertes an einer charakteristischen Blässe und der deutlichen Blickwinkelabhängigkeit.

Durch die kleinere Overdriveeinstellung entstehen keine Nachteile. Auch in schnellen Szenen beobachteten wir keine Nachzieheffekte, auch Artefakte wie Halos oder ein Koronaeffekt traten nicht auf.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Die HD-Auflösungen 720 und 1080 zeigt der VX238H korrekt skaliert als Vollbild. Die neben Vollbild einzige andere Option 4:3 ist hier naturgemäß wirkungslos. Eine 1:1-Darstellung ist nicht möglich.

Erste Schwächen zeigen sich bei Videomaterial mit 50 Hz, hier erscheint die 720er Auflösung verkleinert mit einem Trauerrand ringsum. Auch 576p50 ist ähnlich betroffen, während 480p60 korrekt skaliert mit Ausnutzung der vollen Höhe gezeigt wird. Interessanterweise ist bei den kleineren Auflösungen mit 50 Hz auch kein Vollbild möglich, was bei 60 Hz wiederum kein Problem ist.

Progressives Material zeigt der VX238H in 50p und 60p ohne Judder an. 24p wird mit der Meldung „außer Bereich“ abgewiesen. Halbbildmaterial wird auch angezeigt, aber mit kräftigem Bildzittern. Das macht keinen Spaß, hier muss der Medienplayer für die Wandlung in Vollbilder sorgen.

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